Aktuelles

Hier finden Sie Neuigkeiten aus dem Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik": Zusammenfassungen aktueller Forschungsergebnisse, Hinweise auf Veröffentlichungen, Ergebnisse von Veranstaltungen und weiteres aus den Teilprojekten.

Zu den Aufgaben zählt vor allem das Erfassen von historischen und aktuellen Informationen zu den Bildungssystemen von über 160 Ländern. Die Arbeitszeit beträgt 30 Stunden pro Monat.

Am DFG-geförderten Sonderforschungsbereich Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik (SFB 1342) wird im Projekt „A05: The Global Development, Diffusion and Transformation of Education Systems“ (Profs. K. Martens, M. Windzio) eine Person für die Tätigkeit einer

studentischen Hilfskraft (30h im Monat)

gesucht. Die Einstellung erfolgt voraussichtlich zum 01.10.2019 für einen Zeitraum von drei Monaten, ggf. länger.

Das Aufgabengebiet umfasst vor allem die Unterstützung bei der Datenerfassung innerhalb des quantitativen Projektteils. Anhand von Dokumenten und Länderberichten werden historische und aktuelle Informationen über Bildungssysteme von über 160 Ländern erfasst. Interesse am oder sogar Vorkenntnisse im Bereich der Bildungssoziologie oder -politik sowie der Globalisierung sind erwünscht, aber keine Bedingung.

Wir bieten einen Einblick in ein interessantes Arbeitsfeld sowie -thema und ein freundliches Team. Die Vergütung erfolgt nach den für Studentische Hilfskräfte üblichen Sätzen an der Universität Bremen.

Ihre Bewerbung sollte einen kurzen Lebenslauf und Ihre Studienschwerpunkte bzw.
-interessen umfassen. Es sollte zudem ein aktueller Auszug des transcripts of records beigelegt werden.

Einsendeschluss ist der 30.08.2019. Die Bewerbung soll per E-Mail erfolgen, zu senden an Fabian Besche, fbesche@uni-bremen.de 
und Helen Seitzer, seitzer@uni-bremen.de


Kontakt:
Fabian Besche
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57066
E-Mail: fbesche@uni-bremen.de

Helen Seitzer
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57065
E-Mail: seitzer@uni-bremen.de

Julia Moses, PhD
Julia Moses, PhD
32 Doktorandinnen und Doktoranden aus 14 Ländern präsentieren und diskutieren in den kommenden Tagen ihre Forschungsprojekte im Haus der Wissenschaft Bremen. Julia Moses von der University of Sheffield hielt am Montag den Eröffnungsvortrag.

Am Montagnachmittag eröffnete Herbert Obinger die 11. NordWel Summer School, die im Haus der Wissenschaft in Bremen stattfindet und vom SFB 1342 ausgerichtet wird. An der Summer School nehmen 32 Doktorandinnen und Doktoranden aus 14 Ländern teil. Sie alle forschen zu sozialpolitischen Fragen und werden ihre Forschungsprojekte in den kommenden fünf Tagen präsentieren und in kleinen Gruppen diskutieren. Dabei bekommen sie Feedback sowohl von anderen Doktorandinnen und Doktorenden als auch von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Den Eröffnungsvortrag im Olbers-Saal im Haus der Wissenschaft hielt Julia Moses, Reader am Department of History der University of Sheffield. Sie sprach über die Entwicklung der Familienpolitik in Europa vom 18. bis 20. Jahrhundert, deren Ziele und Werkzeuge nicht zuletzt davon abhingen, welches Idealbild von Familie vorherrschend war. Die weiteren Keynotes werden Daniel Béland, Stephen Devereux, Patrick Emmenegger, Asa Lundqvist, Carina Schmitt und Reimut Zohlnhöfer halten.

Das vollständige Programm der 11. NordWel Summer School finden Sie hier.

Die NordWel Summer School ist ein Gemeinschaftsprojekt des Sonderforschungsbereichs 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik", der Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS), dem Danish Centre of Welfare Studies und der Faculty of Social Sciences der Universität Helsinki.


Kontakt:
Prof. Dr. Herbert Obinger
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58567
E-Mail: herbert.obinger@uni-bremen.de

Der SFB 1342 und Palgrave McMillan geben eine neue Buchserie heraus. Die ersten Bände werden Anfang 2020 erscheinen.

Der SFB 1342 und der Verlag Palgrave McMillan haben diese Serie ins Leben gerufen, um Forschungsergebnisse aus dem SFB 1342 sowie von externen Kollegen zu veröffentlichen.

Diese Serie wird von Studien veröffentlichen über die Wellen, Brüche und transformativen Perioden der Expansion und des Rückgangs des Wohlfahrtsstaates weltweit, d.h. in Nationalstaaten, Großregionen und weltweit. Es bedarf einer umfassenden und globalisierten Perspektive der Sozialpolitik; dieser Ansatz wird dazu beitragen, Episoden von Einschnitten, Sparmaßnahmen und Tendenzen des Abbaus des Wohlfahrtsstaates in bestimmten Ländern, Politikbereichen und in Bezug auf bestimmte soziale Risikogruppen zu lokalisieren und zu erklären, und zwar unter Bezugnahme auf vorherige, gleichzeitige oder erwartete Episoden der Expansion oder Kontraktion in anderen Ländern und Bereichen.

Eines der Ziele dieser Reihe ist es, die verschiedenen Konstellationen anzusprechen, die sich zwischen politischen und wirtschaftlichen Akteuren ergeben, einschließlich internationaler und zwischenstaatlicher Organisationen, politischer Akteure und Gremien sowie Wirtschaftsunternehmen. Ein besseres Verständnis dieser Dynamiken verbessert das Verständnis für sozialpolitische Entscheidungen, sozialpolitische Entscheidungen und letztlich die Ergebnisse der Sozialpolitik.

Herausgeber der Serie sind die SFB-1342-Mitglieder Lorraine Frisina Doetter, Delia González de Reufels und Kerstin Martens sowie Marianne Ulriksen (University of Southern Denmark/University of Johannesburg).


Kontakt:
Dr. Lorraine Frisina Doetter
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58561
E-Mail: frisina@uni-bremen.de

Prof. Dr. Delia González de Reufels
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Geschichtswissenschaft / FB 08
Universitäts-Boulevard 13
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67200
E-Mail: dgr@uni-bremen.de

Prof. Dr. Kerstin Martens
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67498
E-Mail: martensk@uni-bremen.de

Dr. Teresa Huhle
Dr. Teresa Huhle
Teresa Huhle hat in Montevideos Bibliotheken und Archiven recherchiert, welche internationalen Einflüsse und Kontakte die Entwicklung der uruguayischen Gesundheitspolitik beeinflusst haben.

Teresa, du warst im Frühjahr für euer Teilprojekt unterwegs. Wo warst du genau?

Ich war für acht Wochen in Uruguay, genauer gesagt in der Hauptstadt Montevideo. Für meine Arbeit an der Uruguay-Fallstudie sind insgesamt vier Monate Archivarbeit vor Ort vorgesehen – diese Reise war also die erste Hälfte. Ich war aber vor zwei Jahren, bevor der SFB angefangen hatte, schon einmal dort und habe erste Erkundungen gemacht, deswegen konnte ich jetzt direkt loslegen.

Welche Archive hast du dir angeschaut?

Ich habe vor allem in der Nationalbibliothek gearbeitet. Dort gibt es auch Archivmaterial, aber ich habe in erster Linie mit alten Zeitschriften gearbeitet, die am vollständigsten in der Nationalbibliothek liegen. Es gibt dort auch Nachlässe, alte Karten, Fotos … Letztendlich habe ich aber die meiste Zeit mit Zeitschriften verbracht.

Sind das wissenschaftliche Zeitschriften?

Ja, wissenschaftliche bzw. staatliche Zeitschriften, die für meine Arbeit zur Entwicklung der Gesundheitsversorgung in Uruguay maßgeblich sind. 1932 wurde dort das Gesundheitsministerium gegründet, aber schon vorher gab es zwei wichtige staatliche Institutionen: Die Asistencia Pública Nacional und der Consejo Nacional de Higiene. Beide Institutionen hatten eine eigene Zeitschrift, die ich auswerte. Im Rahmen des SFBs untersuchen wir ja auch transnationale Einflüsse auf nationalstaatliche Sozialpolitik, und dazu findet sich viel in der Zeitschrift. Es geht hier zum Beispiel um Konferenzen und explorative Reisen hochrangiger Vertreter der genannten Institutionen.

Welche Zeitspanne schaust du dir an?

Ich habe mir bei diesem Aufenthalt vorgenommen, die kompletten Jahrgänge der Zeitschrift des Consejo Nacional de Higiene anzugucken, also 1906 bis 1931, um nachzuvollziehen, wie sich die Institution verändert hat.

Das sind 26 Jahrgänge. Wie umfangreich sind die?

Die Zeitschrift ist monatlich erschienen, insgesamt mit rund 800 bis 1.000 Seiten pro Jahr. Ich habe also schon ordentlich geblättert.

Konntest du alles sichten?

Am Anfang habe ich am ersten Band getestet, ob es machbar ist und es hat sich herausgestellt, dass ich tatsächlich die Zeitschrift komplett sichten konnte. Was interessant für mich war, habe ich fotografiert und Notizen dazu gemacht. Die Notizen wegzulassen, ist fatal, denn dann hat man am Ende ein paar tausend Fotos auf dem Rechner und weiß nicht, was das jeweils ist. Deswegen war ich relativ diszipliniert. Jeden fotografierten Text habe ich direkt bibliographiert und idealerweise drei Sätze dazu geschrieben.

Was hast du in den rund 300 Ausgaben der Zeitschrift gefunden?

Ich habe nach internationalen Einflüssen und verschiedenen inter- und transnationalen Netzwerken gesucht, in denen die Akteure und Institutionen eingebettet waren, als Reformen umgesetzt wurden. Daher habe ich zum Beispiel Ausschau gehalten nach allen internationalen Konferenzen mit uruguayischer Beteiligung. Das Material dazu war sehr unterschiedlich. Manchmal steht dort nur, dass jemand aus Uruguay dabei war und manchmal findet man lange Berichte, in denen der uruguayische Delegierte ganz genau die Panels zusammengefasst und geschrieben hat, was er auf der Konferenz gelernt hat.

Das sind also gewisse Inputfaktoren – kontrollierst du auch den Output? Also: Ob diese Einflüsse irgendwelche Konsequenzen hatten?

Das punktuell feststellen zu können, ist langfristig mein Ziel. Ich finde es augenblicklich noch sehr schwierig, zwischen Rhetorik und tatsächlichem Einfluss zu unterscheiden. Es gibt derzeit noch nicht viele Stellen, wo ich mich darauf festlegen würde zu sagen: "Diese Konferenz, diese Europareise oder dieser Besuch in Argentinien hat dafür gesorgt, dass Uruguay jenes Gesetz eingeführt hat." Das ist methodisch gar nicht so einfach, aber es wäre sicherlich der nächste Schritt.

Wie wertest du jetzt aus?

Derzeit stelle ich zusammen, welche Verbindungswege, Netzwerke und Austauschformen es überhaupt gab. Ich schaue mir auch an, wie die uruguayischen Reformer ihr Handeln selber reflektiert haben, wie zum Beispiel die Einschätzung: "Ich war in Holland, mir wurde Folgendes gezeigt, aber das ist nichts, was wir umsetzen können." Aber es findet sich auch das gegenteilige Urteil: "Ich glaube, genau das müssen wir jetzt auch umsetzen." Ob und wie sie das dann gemacht haben, ist noch eine andere Frage, aber es ist schön zu sehen, dass diese internationalen Austauschprozesse in den Quellen explizit thematisiert werden.

Welche Länder und internationalen Organisationen hatten denn den größten Einfluss auf die Gesundheitspolitik Uruguays?

Sehr wichtig waren internationale Kongresse, sowohl in Europa als auch in den Amerikas.

An Universitäten?

Nein, das waren zum Beispiel die "Internationalen Kongresse für Hygiene und Demographie". Die fanden seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa statt mit jeweils mehreren hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern – es waren weltweit die wichtigsten Kongresse für alle Fragen der Hygiene und der öffentlichen Gesundheit. Wichtig waren auch andere internationale Medizinkongresse, die mit der öffentlichen Gesundheit zu tun hatten, wie Tuberkulosekongresse oder internationale Kongresse zu Geschlechtskrankheiten. In den 1920er Jahren wurde dann der Völkerbund relativ wichtig als internationales Forum, so organisierte die Gesundheitsorganisation des Völkerbundes internationale Austauschreisen. Was einzelne Länder betrifft, gab es beispielsweise einen sehr engen Austausch mit Argentinien.

War Argentinien ein Vorbild oder war Uruguay Partner auf Augenhöhe?

Geopolitisch war Uruguay der kleine Pufferstaat zwischen den zwei großen Mächten Argentinien und Brasilien. Aber im Austausch zu gesundheitspolitischen Reformen war Uruguay definitiv auf Augenhöhe.

Gab es noch andere Länder, die wichtig waren?

Ja, Brasilien, und in Europa spielt Frankreich eine besondere Rolle, weil es eine lange Tradition gab, dass uruguayische Mediziner ihre Ausbildung oder Teile davon in Frankreich absolviert haben.

Erstaunlich, dass es nicht Spanien war …

Frankreich war das große kulturelle Vorbild und Modell für die uruguayische Elite, und in der Medizin ganz besonders. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte es dazu, dass uruguayische Mediziner – staatlich finanziert – nach Paris gingen. Diese Mediziner konnten alle Französisch, ebenso die Politiker. Es gibt auch medizinische Bücher, die nur auf Französisch erschienen sind. Das ist ganz bemerkenswert. Deswegen spielt Frankreich in diesem Gesundheitsbereich eine große Rolle.

Was waren noch wichtige Punkte deiner Reise?

Es gibt noch andere Bibliotheken, die für mich wichtig sind, die aber nicht gut katalogisiert sind. Man muss also wissen, was man dort finden kann und sich mit den Bibliothekaren absprechen. Um diese Informationen vorab zu bekommen, habe ich Kolleginnen und Kollegen vor Ort kontaktiert, vor allem auch aus der Medizingeschichte.

Wie geht es jetzt weiter mit deiner Arbeit und eurem gesamten Teilprojekt?

2019 sind alle Mitglieder des Teilprojektes inklusive der Leiterin des TPs Delia González de Reufels viel unterwegs und kommen mit viel Material aus Archiven und Bibliotheken sowie Ideen zurück. Außerdem haben wir ein neues Teammitglied: Simon Gerards Iglesias, der nun seinerseits zu Archivreisen aufbricht. Derzeit arbeite ich einen Vortrag aus und werde im August in den USA weiterrecherchieren. Im März 2020 fahre ich dann noch einmal nach Uruguay. In diesem Frühjahr hatte ich ja noch den Luxus zu wissen: Ich komme noch einmal wieder. Im nächsten Jahr wird es dann aber ernst: Ich muss mir vorher genau überlegen, was ich von dort noch brauche.


Kontakt:
Dr. Teresa Huhle
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Sommerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57062
E-Mail: teresa.huhle@uni-bremen.de

Prof. Dr. Sebastian Haunss im SZ-Interview
Prof. Dr. Sebastian Haunss im SZ-Interview
Sebastian Haunss, Leiter des Teilprojekts A04, forscht zu sozialen Konflikten. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erläutert er, warum die Bewegung "Fridays for Future" so erfolgreich ist und welche konkreten politischen Erfolge zu erwarten sind.

"SZ: Nehmen wir an, ich würde mich wahnsinnig über den Umbau des Münchner Hauptbahnhofs ärgern. Wie müsste ich protestieren, um ihn zu stoppen?

Sebastian Haunss: Tja, darauf gibt es aus wissenschaftlicher Perspektive keine eindeutige Antwort. Bisherige Untersuchungen zum Beispiel der Anti-Atomkraft-Bewegung haben gezeigt, dass eine große und lang anhaltende Mobilisierung wichtig ist, die Unterstützung durch politische Eliten und eine Bevölkerungsmehrheit zugunsten des Anliegens. Hilfreich ist eine offene Gelegenheitsstruktur, also Möglichkeiten, im politischen System Gehör zu finden. Das deutsche System ist relativ offen, weil die kommunale, die Bundes- und die Landesebene jeweils Zugangswege ermöglichen. Im Fall der Anti-AKW-Bewegung gab es zudem mit Tschernobyl ein Ereignis, das zu ihrem Erfolg beigetragen hat. Aber es gibt ziemlich wenig übergreifende Forschung zu Erfolgsbedingungen - und die, die es gibt, lässt sich nicht auf jeden beliebigen Protest übertragen.

Also: Wenn viele mitmachen, die Mitmenschen das Anliegen gut finden und ein paar Politiker zuhören ..."

Aus Urheberrechtlichen gründen können wir das gesamte Interview an dieser Stelle nicht wiedergeben. Sie finden den kompletten Text hier bei der Süddeutschen Zeitung.


Kontakt:
Prof. Dr. Sebastian Haunss
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58572
E-Mail: sebastian.haunss@uni-bremen.de

Impressionen vom Open Campus 2019
Impressionen vom Open Campus 2019
Am 15. Juni hatte die Universität Bremen zu einem Tag der Offenen Tür eingeladen. Mit anderen sozialwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen hat der SFB 1342 ein buntes Veranstaltungsprogramm organisert.

Die Bilder vom Open Campus finden Sie hier.


Kontakt:
Philipp Jarke
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58573
E-Mail: pjarke@uni-bremen.de

Mareike Müller-Scheffsky
Mareike Müller-Scheffsky
Als erste SFB-Praktikantin arbeitete Mareike Müller-Scheffsky drei Monate lang im Teilprojekt A05. Im Interview spricht sie über ihre Erfahrungen und Zukunftspläne.

Mareike Müller-Scheffsky studiert im 6. Semester Soziologie an der Universität Bremen. Zum Lehrplan gehört ein auchtwöchiges Vollzeitpraktikum. Mareike hat diese Zeit in unserem Projekt „Die globale Entwicklung, Diffusion und Transformation von Bildungssystemen“ verbracht und arbeitete dort 25 Stunden pro Woche. Daher dauerte ihr Praktikum drei Monate.

Wie bist du darauf gekommen, dich beim SFB für das Pflichtpraktikum zu bewerben?

Mich interessiert einfach Forschung sehr und ich bin gerade dabei, mich im Studium thematisch zu spezialisieren, auch in Hinblick auf meine Bachelorarbeit. Ich habe bisher viel soziologische Politiktheorie gemacht, aber ich wollte auch einen Einblick in die Politikwissenschaft bekommen, um zu schauen, ob ich mich in diese Richtung weiterentwickeln möchte. Daher habe ich mich bei der Projektleitern Kerstin Martens initiativ beworben.

Was hast du während deines Praktikums gemacht?

Ich war gut eingebunden in das Projekt und habe an verschiedenen Dingen gearbeitet. Rückblickend betrachtet, gab es drei Phasen: Am Anfang habe ich ähnliche Aufgaben bearbeitet wie die studentischen Hilfskräfte im Projekt: vor allem Daten erhoben und Länderprofile erstellt. Anschließend habe ich ein Manual für die Arbeit an den Länderprofilen geschrieben, basierend auf meinen Erfahrungen und denen der studentischen Hilfskräfte. Denn Helen Seitzer und Fabian Besche, mit denen ich im Praktikum vor allem zusammengearbeitet habe, wollten gern etwas Schriftliches haben, um neue Hilfskräfte anzuleiten. Das Manual dient aber auch der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit für die Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Teilprojekten. Da war ich sehr frei in meiner Arbeit und habe auch ziemlich viel geschrieben – etwa 25 Seiten.

Was war die dritte Phase deines Praktikums?

Da habe ich statistisch gearbeitet. Ich habe eine halb-fertige CSV-Datei mit Daten zu Einführungzeitpunkt und Dauer verpflichtender Primärer Bildung bekommen, die ich dann größtenteils vervollständigen konnte. Dann mussten die Daten in R übertragen werden, was für mich neu war. Mit R hatte ich noch keine Erfahrung. In R habe ich den Datensatz in ein anderes Format umgewandelt, damit sich bestimmte Sachen darstellen lassen. Ich habe eine Missing-analyse gemacht und z.B. geschaut: In welchen Jahren haben wir gar keine Daten? Später habe ich viele Grafiken gemacht zu der Frage: Wie und wann verpflichtende Bildung in den Ländern eingeführt wurde. Ich hatte 214 Länder mit Daten über einen Zeitraum von 1880 bis 2017. Das übersichtlich darzustellen, ist nicht leicht. Aber nach der Kodierung hat das ganz gut geklappt und kann im Projekt auch für die weitere Analyse verwendet werden.

Du hast durch das Praktikum also etwas lernen können ...

Auf jeden Fall. Während des Soziologie-Studiums haben wir fast ausschließlich mit dem Programm Stata gearbeitet und auch nur mit perfekten Datensätzen. Das Programm R zu benutzen war lehrreich. Wichtig war aber auch zu sehen, dass recht einfache Aufgaben in der Praxis plötzlich ziemlich umständlich sein können. Da muss man sich dann durchbeißen. Abgesehen von meiner inhaltlichen Arbeit bin ich während des Praktikums zu vielen Meetings mitgegangen, zu einem teilprojektübergreifenden Retreat und einem Co-Creation-Workshop. So habe ich auch die anderen Teilprojekte kennengelernt. Auf dem Workshop sollte ich erklären, woran ich gerade arbeite. Für die Informatikerinnen und Informatiker, die am SFB beteiligt sind, auf den Punkt zu bringen, woran ich gerade arbeite, war schwierig, hat aber doch funktioniert. Ich war jedenfalls beeindruckt, was für tolle Grafiken sie daraus gemacht haben.

Würdest du anderen Studierenden empfehlen, beim SFB 1342 ein Praktikum zu machen?

Auf jeden Fall! Es war in meiner Arbeit sehr frei, was ich gut fand. Helen und Fabian wollten, dass ich viele neue und unterschiedliche Sachen mache, um etwas zu lernen. Ich konnte mich bei ihnen jederzeit melden, aber das muss man dann auch machen, wenn man mal nicht weiterkommt. Denn gerade wenn man noch nicht viel mit Datensätzen gearbeitet hat, können die Aufgaben schon eine Herausforderung sein. Ich hatte aber auch nicht das Gefühl, überfordert zu werden. Es war genau richtig.

Wie geht es jetzt für dich weiter?

Ich werde meinen Bachelor-Abschluss im nächsten Semester machen, so dass ich bis März fertig sein werde. Ich werde nach dem Bachelor einen Masterstudiengang belegen. In Utrecht gibt es einen recht interessanten Sozialforschungsmaster, Berlin gibt es auch interessante Programme. Anschließend würde ich gern an der Uni bleiben und etwas Forschungszentriertes machen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für deine Zukunft!