Aktuelles

Hier finden Sie Neuigkeiten aus dem Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik": Zusammenfassungen aktueller Forschungsergebnisse, Hinweise auf Veröffentlichungen, Ergebnisse von Veranstaltungen und weiteres aus den Teilprojekten.


Felix Lanver
Felix Lanver
Felix ist Mitglied in Teilprojekt A02 und war bereits in der ersten Förderphase an der Forschung des SFB beteiligt: damals noch als studentischer Mitarbeiter. Schwerpunkt seiner Arbeit wird die Analyse von Arbeitslosenversicherungen weltweit sein.

Lieber Felix, du bist seit Mai 2022 Mitglied des SFB 1342 – wobei: so ganz stimmt das nicht. Denn schon in der ersten Förderphase warst du an der Arbeit des SFB beteiligt und hast sogar schon etwas publiziert. Erzähl doch mal: Was war deine Rolle damals?

Ich war damals studentischer Mitarbeiter in Teilprojekt A02. Eine Aufgabe des Projekts war die Recherche zu Arbeitsunfallprogrammen weltweit, woraus die Global Work-Injury Policy Database entstanden ist, die Nate Breznau und ich erstellt haben.

Ihr habt also für alle Länder der Welt die Gesetzestexte zu Arbeitsunfällen recherchiert?

Ja, wobei es um die jeweils erste Einführung der Programme ging. Das war in einigen Fällen nicht so einfach. Manchmal wurde ein Gesetzt veröffentlicht, aber in der Praxis gar nicht umgesetzt. Wir mussten also in einem zweiten Schritt überprüfen, ob das Gesetz tatsächlich in Kraft getreten oder nur ein Papiertiger war.

Aus der Arbeit ist auch ein Aufsatz in einem Sammelband der SFB-Reihe hervorgegangen.

Richtig, Nate Breznau und ich haben uns mit den Bestimmungsfaktoren der Ersteinführung von Arbeitsunfallgesetzen beschäftigt. Es zeigt sich, dass Staatsgründung (State Formation) die Einführung von Arbeitsunfallabsicherung beschleunigt, was insbesondere für Arbeitsunfallversicherungen gilt. Außerdem spielt Demokratie eine wichtige Rolle, genauso wie Nachbarschaftseffekte.

Es ist nicht selbstverständlich, dass studentische Mitarbeiter:innen so stark in den Forschungsprozess eingebunden sind.

Absolut, das fand ich wirklich toll vom gesamten Team und speziell auch von Nate, dass er mich unter seine Fittiche genommen und dann auch die Möglichkeit gegeben hat, mehr Verantwortung zu übernehmen. Dadurch habe ich Einblicke bekommen, wie der wissenschaftliche Publikationsprozess abläuft: von ersten Workshops, bei denen man sich auf die Methoden verständigt, bis zu den Druckfahnen, wenn der Aufsatz fertig ist.

Hat dich das bestärkt, weiter in der Wissenschaft zu arbeiten?

Sehr sogar. Ich habe gemerkt, wie sehr mir die Wissenschaft gefällt und dass ich daran anknüpfen möchte.

Der Beginn der zweiten Förderphase kam in der Hinsicht zu einem perfekten Zeitpunkt.

Ja, manchmal muss man zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle sein: Ich habe Ende März 2022 mein Masterstudium abgeschlossen, der Übergang zur Stelle im SFB 1342 war also fast nahtlos.

Was hattest du studiert?

Ich war im Double-Degree-Programm “European Labour Studies and Social Policy” – das ist eine Kooperation zwischen der Uni Bremen und der Uni Mailand. Ich war je ein Jahr in Bremen und Mailand. Davor hatte ich in Bremen Integrierte Europastudien studiert. Gegen Ende des Bachelorstudiums hatte ich ein Seminar zu internationaler Sozialpolitik bei Carina Schmitt belegt. Und über Carina kam ich dann an meine Stelle als studentischer Mitarbeiter in A02.

Wie ist denn deine Rolle im aktuellen Teilprojekt A02? Arbeitest du weiter zu Arbeitsunfallprogrammen?

Nein, ich kümmere mich jetzt vor allem um Arbeitslosenversicherung. Meine Aufgabe ist zunächst, Daten zu sammeln und zu kodieren, wobei wir einen größeren Fokus auf Generosität und Abdeckung legen werden. Das Untersuchungsfeld wird bei Weitem nicht so groß sein wie bei den Arbeitsunfallprogrammen, da es wesentlich weniger Länder mit einer Arbeitslosenversicherung gibt. Dafür werden sich sicher ganz eigene Herausforderungen ergeben, z. B. wie man die Daten schließlich kodieren und mit der WeSIS-Datenbank in Einklang bringen wird.

Aber es ist sicher reizvoll, dass ihr in der Phase 2 über die Einführungszeitpunkte hinaus genauer schaut, wie die Systeme ausgestaltet sind.

Absolut! Das muss im zweiten Schritt auch passieren und bringt ganz andere, interessante Aspekte hervor. In der Sozialpolitikforschung arbeitet man oft mit klassischen Kategorisierungen, z.B. den Three Worlds of Welfare, aber was häufig fehlt, sind Fragen und Antworten zu Abdeckung und Generosität der Systeme. Wenn man Sozialpolitik analysieren möchte, aber diese Daten gar nicht hat - was gerade im Globalen Süden der Fall ist, noch viel mehr bei historischen Daten – dann steht man vor einer Research Gap. Und unter dem Gesichtspunkt ist es besonders spannend, jetzt in vorderster Linie daran mitzuarbeiten, diese Lücke zu füllen.

Hast du für deine persönliche Doktorarbeit schon ein Thema?

Ich habe einen groben Plan. Ich möchte mich mit der Pfadabhängigkeit von Sozialversicherungen auseinandersetzen und recherchiere gerade dazu, wie die frühe Einführung von Sozialpolitik Langzeitwirkung hatte auf z.B. Ungleichheit oder political trust. Die andere Frage ist etwas spezifischer: Wie sich Sozialversicherungen von anderen Programmtypen wie z.B. social assistance unterscheiden im Hinblick auf State Building und Politischer Legitimität. Methodisch werde ich wahrscheinlich Makroanalysen betreiben. Abgesehen von den sozialpolitischen Inhalten habe ich großes Interesse, mich vertieft mit Statistik und quantitativen Methoden auseinanderzusetzen.


Kontakt:
Felix Lanver
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
E-Mail: lanver@uni-bremen.de

Zu den Aufgaben zählen das Kodieren von Dokumenten Internationaler Organisationen, Lieraturrecherche und die Vorbereitung von Publikationen. Die Arbeitszeit beträgt ca. 35 Stunden pro Monat.

Das Projekt A05 wird von Prof. Dr. Kerstin Martens und Prof. Dr. Michael Windzio geleitet und ist Teil des Sonderforschungsbereichs 1342 "Globale Dynamiken in der Sozialpolitik". Wir untersuchen die globale Diffusion von Bildungspolitiken und wie Internationale Organisationen, die im Bereich Bildung aktiv sind, Inklusivität und Generosität für unterschiedliche soziale Gruppen proklamieren. Weitere Informationen sind unter folgendem Link zu finden:

https://www.socialpolicydynamics.de/projekte/projektbereich-a-globale-entwicklungsdynamiken/teilprojekt-a05-2022-25-

Ihre Aufgaben würden u.a. die Kodierung von Dokumenten Internationaler Organisationen, Literaturrecherchen und die Unterstützung bei der Vorbereitung von Publikationen umfassen.

Umfang:

ca. 35 Stunden pro Monat

Beginn:          

Oktober 2022
Die Stelle ist zunächst auf 6 Monate befristet, aber eine längerfristige Anstellung wir angestrebt.

Bewerbungsfrist:

15. Juli 2022

Vergütung:

12,-€/Std.

Was wir erwarten:

Grundkenntnisse sozialwissenschaftlichen Arbeitens, sehr gute Englischkenntnisse (weitere Sprachkenntnisse wären von Vorteil), generelles Interesse an Internationalen Organisationen, Bildungs- und Sozialpolitik und an qualitativ ausgerichteten Forschungsmethoden 

Was wir bieten:

Mitarbeit in einem aktuellen Forschungsprojekt, Einblicke in sozialwissenschaftliche Forschungsprozesse, flexible Arbeitszeiten, guter Teamgeist

Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung, die ein kurzes Anschreiben und Ihren Lebenslauf enthalten sollte, an: Dr. Dennis Niemann (dniemann@uni-bremen.de).


Kontakt:
Dr. Dennis Niemann
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67473
E-Mail: dniemann@uni-bremen.de

Das Team des Teilprojekts B12
Das Team des Teilprojekts B12
Das Team untersucht an den Standorten Bremen und Bielefeld das Wirken Internationaler Organisationen während der Covid-19-Pandemie. In Bremen berichteten die Mitglieder von ersten Rechercheergebnissen und diskutierten Analysemethodiken.

Das Teilprojekt B12 Krisenmanagement in der Covid-19-Pandemie durch Internationale Organisationen wird von Alexandra Kaasch (Universität Bielefeld), Monika Ewa Kaminska und Kerstin Martens (beide Universität Bremen) geleitet. Seit dem 1. Juni sind alle Stellen (zwei halbe Postdoc- und zwei PhD-Stellen) besetzt, so dass das Team nun erstmals komplett zu einem persönlichen Arbeitstreffen zusammenkommen konnte. Dabei ging es zunächst um eine Bestandsaufnahme bisheriger Recherchen zu der Frage: Welchen Fokus setzen die relevanten IOs in den Bereichen Gesundheit, Arbeitsmarkt und soziale Sicherung? Außerdem hat das Team erste konzeptionelle Überlegungen angestellt, wie Leistungsumfang und Inklusivität im Zusammenhang mit dem Einfluss Internationaler Organisationen operationalisiert und messbar gemacht werden soll. 

Das Team von B12 trifft sich üblicherweise 14-tägig in Videokonferenzen. Das nächste persönliche Treffen ist für September in Bielefeld geplant.

Welche Sozialpolitiken verfolgten Ost- und Westeuropa im Kalten Krieg? Welchen Einfluss hatte die Systemkonkurrenz? Wie verlief die Transformationsphase ab 1989? Diesen Fragen widmete sich die 4. Hermann-Weber-Konferenz in Berlin.

Für den Westen stellte der kommunistische Sozialstaat eine zentrale Herausforderung im Wettbewerb der Systeme dar. Im Wettbewerb der Systeme sollte auch die sozialpolitische Überlegenheit demonstriert werden. Das Ende des Kalten Krieges und der Wegfall des Legitimationsdrucks gegenüber dem jeweils anderen System wiederum waren Gründe für die Sozialstaatsreformen in den 1990er- und 2000er-Jahren in Ost und West, die auf der Konferenz ebenfalls diskutiert wurden.

Vom SFB 1342 nahmen sechs Wissenschaftler:innen teil:

  • Herbert Obinger erläuterte die Grundlagen des Verhältnisses von Kaltem Krieg, Kommunismus und Sozialpolitik
  • Carina Schmitt und Maria Ignatova-Pfarr hielten einen Vortrag über die Rentenpolitik Bulgariens während des Kalten Krieges
  • Delia González des Reufels hielt einen Vortrag zu der Sozialpolitik der letzten chilenischen Militärdiktatur im Kalten Krieg
  • Cornalius Torp hielt einen  Vortrag zur Rentenpolitik in Ost- und Westdeutschland im Kalten Krieg
  • Lukas Grawe hielt einen Vortrag zur Legitimation pronatalistischer Familienpolitik in der DDR.


Die 4. Hermann-Weber-Konferenz fand vom 8. Bis 10. Juni 2022 in Berlin statt. Veranstalter waren die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Nachwuchsgruppe „Der ‚aktivierende Sozialstaat‘ – eine Politik- und Gesellschaftsgeschichte deutscher Sozialpolitik, 1979–2017“ am SOCIUM der Universität Bremen und das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung. Gefördert wurde die Konferenz durch die Gerda-und-Hermann-Weber-Stiftung.


Kontakt:
Prof. Dr. Delia González de Reufels
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Geschichtswissenschaft / FB 08
Universitäts-Boulevard 13
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67200
E-Mail: dgr@uni-bremen.de

Dr. Lukas Grawe
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58642
E-Mail: grawe@uni-bremen.de

Maria Ignatova-Pfarr
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57057
E-Mail: ignatova@uni-bremen.de

Prof. Dr. Herbert Obinger
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58567
E-Mail: herbert.obinger@uni-bremen.de

Prof. Dr. Carina Schmitt
Feldkirchenstraße 21
96045 Bamberg
Tel.: 0951-863 2734
E-Mail: carina.schmitt@uni-bamberg.de

Prof. Dr. Cornelius Torp
Zu den Aufgaben gehören Daten- und Literaturrecherche sowie die Klassifizierung, Annotation und Codierung von Dokumenten. Die Arbeitszeit beträgt bis zu 37 Stunden pro Monat.

An der Universität Bremen sind im Sonderforschungsbereich 1342 im Projekt "Globale Entwicklungen in Gesundheitssystemen" folgende Stellen zu besetzen:

Studentische Hilfskräfte mit bis zu 37 Std./Monat

Eintrittstermin: zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Die Stelle ist befristet, eine längerfristige Anstellung wird jedoch angestrebt.

Das Projekt ist Teil des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereichs 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" und wird von Prof. Dr. Heinz Rothgang, Prof. Dr. Sebastian Haunss und Dr. Lorraine Frisina Doetter geleitet.

Ziel des Projekts ist es, die historische Entwicklung der Inklusivität und des Leistungsumfangs von Gesundheitssystemen weltweit abzubilden. Dazu entwickeln wir ein KI-gestütztes System, das die Klassifikation und Annotation eines großen Dokumentenkorpus ermöglicht.

Aufgaben

  • Datenbank- und Literaturrecherche
  • Unterstützung bei der systematischen Klassifizierung von Dokumenten
  • Unterstützung bei der Annotation / Kodierung von Dokumenten
  • Unterstützung bei administrativen Aufgaben


Anforderungen

  • Immatrikulation in einer deutschen Universität
  • Ausgezeichnete Englischkenntnisse
  • Erfahrung in der Literaturrecherche
  • Selbstständige, zuverlässige und organisierte Arbeitsweise
  • Interesse an Sozialpolitik, Gesundheitspolitik und/oder gesundheitlicher Ungleichheit


Wünschenswert

  • Erfahrung mit Literaturverwaltungssoftware, insbesondere Zotero
  • Erfahrung in der Annotation / Kodierung von Textdokumenten
  • Französischkenntnisse sind besonders wünschenswert
  • Interesse an der Verarbeitung natürlicher Sprache und der Anwendung von künstlicher Intelligenz

 
Frist für die Bewerbung: Fortlaufend, bis die Stellen besetzt sind.

Bewerbungen mit Lebenslauf und kurzem Motivationsschreiben richten Sie bitte an Gabriela de Carvalho (E-Mail: decarvalho@uni-bremen.de).


Kontakt:
Dr. Gabriela de Carvalho
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57078
E-Mail: decarvalho@uni-bremen.de

Migyeong Yun
Migyeong Yun
Migyeong arbeitet seit Kurzem im Teilprojekt A07. Sie wird untersuchen, warum Südkorea und Taiwan in der Langzeitpflegepolitik durchaus unterschiedliche Wege eingeschlagen haben.

Du arbeitest seit Anfang April im SFB 1342. Hast du dich in Bremen gut eingelebt?

Ich mag diese ruhige Stadt. Vor allem bin ich froh, dass ich so freundliche Menschen kennengelernt habe. Sie haben mir bei vielen Dingen geholfen, z. B. bei der Zimmersuche und der Anmeldung im Bürgeramt. Dadurch habe ich mich bis jetzt gut in Bremen eingelebt.

Was hast du vorher gemacht?

Ich habe in Seoul einen Bachelor- und einen Master-Abschluss in Soziologie gemacht. Mein Masterstudium hatte den Schwerpunkt Sozialpolitik, und in meiner Masterarbeit habe ich die Entwicklung der Pflegeversicherung in Korea untersucht. Da ich schon seit meiner Schulzeit Expertin für Sozialpolitik für ältere Menschen sein wollte, war dies ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel.

Was hat dich motiviert, dich beim SFB in Bremen zu bewerben?

Für meine Masterarbeit habe ich Policy Diffusion als theoretische Grundlage verwendet. Bei meiner Literaturrecherche fand ich heraus, dass der SFB eine der führenden Gruppen in der Diffusionsforschung ist. Auch mein koreanischer Professor, der an der Universität Bremen studiert hatte, empfahl mir ans SOCIUM zu gehen. Nachdem ich mir die Homepage des SFB und die laufenden Forschungsarbeiten angesehen hatte, dachte ich, dass es gut zu mir passt. 

Du arbeitest jetzt in Teilprojekt A07, das sich Langzeitpflegepolitik beschäftigt. Warum möchtest dich gerade in diesem Sozialpolitikfeld spezialisieren?

Ich interessiere mich schon länger für die Wohlfahrt älterer Menschen und damit zusammenhängende Sozialpolitik, weil Altersarmut in Korea ein ernstes Problem ist. Ursprünglich wollte ich Einkommenssicherung im Alter untersuchen. Als ich mehr über die 2007 eingeführte Pflegeversicherung erfuhr, begann ich mich auch für die Langzeitpflege zu interessieren. Nicht nur Renten und andere Transferleistungen, sondern auch die Pflegedienstleistungen sind wesentliche Bausteine für den Erhalt der Würde im Alter. Deshalb habe ich in meiner Masterarbeit die Entwicklung der Pflegeversicherung in Südkorea untersucht und möchte mich auch weiter mit der Langzeitpflege beschäftigen.

Was sind deine Pläne für deine Doktorarbeit?

Ich möchte die unterschiedlichen Entwicklungen der Langzeitpflegesysteme in Korea und Taiwan untersuchen. Während Südkorea 2007 eine Pflegeversicherung eingeführt hat, hat die taiwanesische Regierung den Plan für ein ähnliches System kurz vor der Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes wieder verworfen. Ich möchte untersuchen, ob Policy Learning in den beiden Fällen eine Rolle gespielt hat und wenn ja, warum Policy Learning zu diesen unterschiedlichen Ergebnissen geführt hat.


Kontakt:
Migyeong Yun
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58637
E-Mail: migyeong@uni-bremen.de

Heiner Salomon
Heiner Salomon
Heiner promoviert in Teilprojekt A02 und wird dort vor allem an einer Fallstudie zu Sozialversicherungen in Bangladesch arbeiten. Zuvor hat er in London am ODI zu Armut und sozialer Sicherung geforscht.

Du hast nicht den klassischen Weg eingeschlagen, die Doktorarbeit direkt an das Studium anzuschließen, sondern du hast viele Jahre in der „Praxis“ gearbeitet. Was waren da deine Stationen?

Ich hatte schon immer mit dem Gedanken gespielt, irgendwann meinen Doktor zu machen. Meine Professoren hatten mir aber empfohlen, erst einmal Arbeitserfahrung zu sammeln. Das habe ich dann gemacht. Angefangen habe ich bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit einem Praktikum, dann habe ich als Gutachter für die GIZ und das ODI in London gearbeitet. Anschließend habe ich das Trainee-Programm der GIZ durchlaufen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, die Arbeit der GIZ im Ausland zu erleben: Ich hatte eine Stelle in Bangladesch, bei der es darum ging, bei dem Aufbau einer betrieblichen Krankenversicherung im Textilsektor zu helfen. Anschließend war ich drei Monate bei der Weltbank und drei Monate beim BMZ in Berlin. Danach bin ich zurück nach Bangladesch, wo ich einige Zeit als Gutachter gearbeitet habe. Bei Development Pathways in London habe ich dann im Bereich der globalen sozialen Sicherung eine feste Stelle bekommen. Ich habe dort vor allem quantitative Analysen zur universellen Grundsicherung in Ländern des Globalen Südens erstellt. Zuletzt war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am ODI. Dort habe ich an den Themen Armut und soziale Sicherung geforscht.

Hattest du am ODI einen regionalen Fokus, wie damals bei der GIZ mit Südasien?

Nein, die Projekte waren über die gesamte Welt verteilt. Ich wollte aber sehr gern wieder zu Südasien arbeiten. Deshalb war die die Stelle im SFB auch so reizvoll, da es in meinem Teilbereich einen Fokus auf Bangladesch gibt. Ich halte es für sinnvoll, sich ein besseres Verständnis von einem Land und einer Region zu erarbeiten, wenn man im globalen Kontext arbeitet. Für regionale und politisch relevante Expertise ist es wichtig, den gesellschaftlichen Kontext, politische Strukturen sowie wichtige geschichtliche Ereignisse gut zu kennen. Das ist besonders wichtig in der Sozialpolitik: Alles, was mit Sozialpolitik zu tun hat, ist hochpolitisch, denn es geht um Verteilungsfragen und große Summen. Daher scheint mir ein gewisses Verständnis der lokalen politischen Verhältnisse umso wichtiger zu sein.

Warum bist gerade jetzt den Schritt zurück an die Universität gegangen?

Am ODI konnte ich testen, ob mir das wissenschaftliche Arbeiten gefällt – was der Fall war. Zum anderen hat die Pandemie sicher ihren Anteil an der Entscheidung: Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken und in der Homeoffice-Phase habe ich gemerkt, dass es mir weniger schwer fällt, als ich gedacht hatte, lange Zeit alleine an einem Projekt zu arbeite. Und da die Doktorarbeit schon länger eine Option war, war der Punkt erreicht: Entweder jetzt, oder ich mache es gar nicht mehr.

Warum hast du dich für Bremen entschieden?

Ich wollte an einem Institut promovieren, wo viele andere an ähnlichen Fragen arbeiten, weil ich den Austausch suche, das macht die Forschung spannender und motivierender. Und das findet man in meinem Bereich an nicht vielen Orten. In Bremen sind die Bedingungen für PhD-Student:innen in einer Stelle wie meiner aber vergleichsweise sehr gut. Dazu kommt die BIGSSS, die für eine gewisse Struktur und den institutionellen Austausch zwischen den Doktorand:innen sorgt und an der man Kurse belegen kann. Vor allem aber verbindet meine Stelle (fast) alles, was mich am meisten interessiert – Mikroökonomie, soziale Sicherung, Bangladesch. Das ist wirklich eine tolle Kombination.

Teilprojekt A02 untersucht drei Sozialpolitikfelder und macht zudem noch eine Fallstudie. Wo wird dein Arbeitsschwerpunkt liegen?

Noch ist die Aufgabenverteilung nicht in Stein gemeißelt, aber es sieht so aus, dass ich die Fallstudie in Bangladesch vorbereiten und durchführen werde. Gemeinsam mit den Kolleg:innen in Bangladesch werden wir zunächst die Intervention vorzubereiten: Wie genau soll sie aussehen und wie können wir deren Auswirkungen messen? Ich werde die Datenerhebung vorbereiten, durchführen und die Daten anschließend zusammen mit dem Team auswerten.

Was noch dazu kommt, werden wir sehen. Arbeitsunfallversicherung ist ein weiteres Thema des Projekts, zu dem ich in Bangladesch auch schon gearbeitet habe.  Als ich vor Ort war, war das eine neue Diskussion unter den internationalen Partnern. Unter anderem hatte die GIZ in Bangladesch ein Projekt dazu aufgesetzt.

War das im Zuge des großen Unfalls in der Textilfabrik in Rana Plaza 2013?

Genau. Arbeitsunfallversicherungen sind in vielen Ländern die ersten Sozialschutzprogramme, die eingeführt wurden. Sie sind recht einfach umzusetzen und auch im Interesse der Arbeitgeber:innen. Zudem muss der Staat gar nicht viel investieren. Das macht sie in vielen Fällen zum Prototyp der Sozialschutzprogramme. Arbeitsunfallversicherungen dienen dann als Vehikel, um darauf weitere Programme aufzubauen. Daher ist das auch ein sehr spannendes Thema.

Hast du schon ein Thema für deine Doktorarbeit im Kopf?

Ja, aber ich muss es noch etwas anpassen, um es in die Projektarbeit zu integrieren. Die Grundidee ist folgende: Wie hängen die Präferenzen der Bevölkerung im Globalen Süden mit der Neueinführung von sozialpolitischen Programmen zusammen? Auf internationaler Ebene wird viel darüber diskutiert, wieviel Targeting im Bereich Sozialpolitik stattfinden soll, wie universell Programme sein sollen. Meist sind die Diskussionen sehr theoretisch. Was dabei – aus meiner Sicht – zu wenig beachtet wird, sind die Präferenzen der Menschen in den Ländern, in denen die Programme eingeführt wurden oder eingeführt werden sollen. Nutzen möchte ich dazu die World Value Survey, die zwei Fragen zu Umverteilung beinhaltet.

Gehst du nach dem Abschluss deiner Doktorarbeit zurück in die Praxis oder bleibst du in der Wissenschaft?

Das weiß ich heute noch nicht. In die Praxis gehen - im Sinne von „Policy Making“ in einem Ministerium oder in der GIZ - vermutlich eher nicht. Aber mir ist die Organisation sowieso nicht so wichtig. Ich würde mich lieber als Bindeglied zwischen Politik und Wissenschaft sehen, da ich an beiden Bereichen sehr interessiert bin und es zwischen beiden Feldern oft Reibungsverluste gibt. Es fehlt an Leuten, die die Wissenschaft zur Politik zu bringen und umgekehrt. Ob ich diese Rolle in der Wissenschaft übernehme oder in der Politik, das wird sich zeigen.


Kontakt:
Heiner Salomon
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58649
E-Mail: heiner.salomon@uni-bremen.de

In "Causal Mechanisms in the Global Development of Social Policies" präsentieren Johanna Kuhlmann und Frank Nullmeier einen neuartigen, modularen Ansatz zur Erklärung sozialpolitischer Entwicklungen.

Causal Mechanisms in the Global Development of Social Policies, herausgegeben von Johanna Kuhlmann und Frank Nullmeier, ist der achte Band der Serie Global Dynamics of Social Policy. Die Serie wird vom SFB 1342 finanziert und Lorraine Frisina Doetter, Delia González de Reufels, Kerstin Martens und Marianne Sandvad Ulriksen herausgegeben.

Der neue Band zu kausalen Mechanismen fasst wesentliche Ergebnisse des Projektbereichs B aus der ersten Förderphase des SFB 1342 zusammen: Neun Teilprojekte haben von 2018 bis 2021 in Fallstudien und qualitativen Analysen das Zusammenspiel von internationalen Verflechtungen mit lokalen Bedingungen und die daraus resultierenden sozialpolitischen Entwicklungsdynamiken in Ländern, Ländergruppen und Großregionen untersucht.

Dabei hat der Projektbereich B das Konzept der kausalen Mechanismen entwickelt, das Erklärungen sozialpolitischer Entwicklungen ermöglicht, welche die etablierten Ansätze der Forschung ergänzen, vertiefen und in einigen Fällen sogar korrigieren können.

Mechanismen und "process tracing" sind in der Politikwissenschaft nicht neu. Kuhlmann und Nullmeier stellen jedoch einen modularen Ansatz für Kausalmechanismen vor, der 1) elementare Kausalmechanismen auf der Ebene individueller und kollektiver Akteure mit 2) komplexen Kausalmechanismen kombiniert, die aus einer Abfolge von Aktivitäten bestehen, die wiederum durch elementare Kausalmechanismen erklärt werden können.

"Durch die Unterscheidung zwischen elementaren und komplexen Kausalmechanismen lassen sich Politikprozesse in einzelne Schritte und Sequenzen zerlegen, die dadurch genauer analysiert werden können", schreiben Kuhlmann und Nullmeier im Einleitungskapitel ihres Buches.

Durch die Kombination von Prozess- und Akteursorientierung sowie Modularisierung eröffnet das Konzept der kausalen Mechanismen neue Perspektiven für das gesamte Feld der Sozialpolitikforschung, sowohl in der makro-quantitativen, vergleichenden Sozialpolitikforschung als auch in der fallstudienzentrierten Arbeit zu einzelnen Ländern oder sozialpolitischen Programmen.

Die einzelnen Kapitel des Sammelbandes analysieren die Sozialpolitik in sehr unterschiedlichen Ländern rund um den Globus sowohl in einzelnen als auch in vergleichenden Fallstudien. Der Band ist in vier Teile gegliedert, die sich mit der Sozialpolitik in Asien, Afrika, Europa und Lateinamerika befassen. Darüber hinaus behandeln die Kapitel verschiedene Bereiche der Sozialpolitik, u.a. Altersvorsorge, Gesundheit, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfälle, Langzeitpflege und Sozialhilfe.

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Causal Mechanisms in the Global Development of Social Policies ist Teil der Serie Global Dynamics of Social Policy, die im Open-Access-Modell bei Palgrave Macmillan erscheint. Alle Bände stehen kostenlos zum Download zur Verfügung.


Kontakt:
Dr. Johanna Kuhlmann
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58574
E-Mail: johanna.kuhlmann@uni-bremen.de

Prof. Dr. Frank Nullmeier
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

Sooahn Meier
Sooahn Meier
Sooahn arbeitet seit gut zwei Wochen in Teilprojekt B12. Im Interview erzählt sie, wie sie von Seoul über Berlin nach Bremen gekommen ist und was sie sich für ihre Doktorarbeit vorgenommen hat.

Liebe Sooahn, du bist seit knapp zwei Wochen in Bremen, herzlich willkommen beim SFB 1342! Wo warst du die Jahre zuvor und was hast du in der Zeit gemacht?

Ich habe in Seoul meinen Bachelor gemacht in Politikwissenschaft mit dem Nebenfach Nordkoreanistik. Anschließend habe ich in Berlin International Relations studiert in einem gemeinsamen Masters-Programm der Freien Universität, der Humboldt-Universität und der Universität Potsdam. Das war sehr cool, drei Universitäten auf einmal! Dadurch habe ich sehr viele verschiedene Menschen kennengelernt und viel über die verschiedenen Strukturen der Unis gelernt.

War das Programm auf ein oder zwei Jahre angelegt?

Zwei Jahre. Die Hälfte der Credit Points musste man auf Englisch sammeln, die anderen in beliebigen anderen Sprachen. Dadurch war das Programm sehr international mit vielen Studierenden aus verschiedenen Ländern.

Warum hast du dich damals für ein Master-Programm in Deutschland entschieden?

Während meines Bachelor-Studiums in Seoul habe ich drei Auslandssemester in Deutschland gemacht: in Trier, in Chemnitz und in Berlin. Berlin hat mir am meisten gefallen. Ich wusste nach meinem Bachelor noch nicht genau, ob ich weiterstudieren sollte. Also habe ich ein Praktikum beim südkoreanischen Generalkonsulat in Frankfurt a.M. gemacht und anschließend ein Jahr als konsularische Assistentin der Abteilung Political Affairs gearbeitet. Nach diesen eineinhalb Jahren dachte ich: Jetzt bin ich bereit, weiter zu studieren, und bin nach Berlin gezogen.

Bremen ist eine schöne Stadt mit hoher Lebensqualität, aber von Berlin ziehen nicht viele hierher. Was gab für dich den Ausschlag?

Ich war auf der Suche nach Papern zum Thema Covid-19 und Internationalen Organisationen und bin dabei auf Kerstin Martens gestoßen, deren Namen ich noch aus meinem Bachelorstudium kannte. So bin ich auf die Seiten der Uni Bremen gekommen und habe gesehen, dass Kerstin und ihre Kolleginnen neue Mitarbeiter:innen suchen. Ende Februar habe ich mich dann beworben. Das Bewerbungsgespräch war wirklich sehr gut, und schon am selben Nachmittag habe ich die Zusage bekommen! Aber ich war nicht sicher, ob ich ganz allein von Berlin nach Bremen umziehen möchte, denn ich habe mir in den Jahren meine persönliche Infrastruktur aufgebaut mit Freunden, Familie und so weiter. Ich wusste auch nicht, ob eine Doktorarbeit tatsächlich das Richtige für mich ist. Aber dann hat mich Kerstin angerufen, und wir haben über ein Stunde lang über das Projekt und die Kolleg:innen gesprochen. Danach war ich mir sicher: In dieser Konstellation kann ich meine "PhD-Journey" antreten.

Hast du dich schon immer für Internationale Organisationen interessiert?

Ja, schon seit meinem Bachelorstudium, in dem ich ja auch Nordkoreanistik studiert habe. Als Südkoreanerin habe ich überhaupt keinen Zugang zu Original-Daten oder Medienberichten aus Nordkorea. Als Nicht-Südkoreanerin ist das ganz anders: Mit einer deutschen IP-Adresse kann ich z.B. nordkoreanische Websites anschauen. Von Südkorea aus geht das nicht. Jeglicher Austausch mit Nordkorea, den man vor oder nach der Interaktion bei der südkoreanischen Behörde nicht klärt, ist für Südkoreaner:innen illegal. Eine Möglichkeit der Annäherung an Nordkorea ist der Umweg über Internationale Organisationen. Daher bin ich seit Beginn meines Studiums sehr interessiert an IOs wie dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, denn der hat viel mit Nordkorea zu tun.

Euer Projekt untersucht, wie Internationale Organisationen die Covid-19-Politik von Nationalstaaten beeinflusst haben, und hat mehrere Segmente: Ihr forscht zu globalen IOS, regionalen IOs und macht Länderfallstudien. In welchem Segment wirst du arbeiten?

Ich werde – das ist mein aktueller Stand nach zwei Wochen in Bremen – für die OECD als globale IO zuständig sein und ASEAN als regionale Organisation. Und als Fallstudie werde ich zu Thailand arbeiten, weil es natürlich einen direkten ASEAN-Bezug gibt.

Hast du schon ein Thema für deine Doktorarbeit im Kopf?

Ich lese gerade sehr viel, um meine Idee noch zu konkretisieren. Ich möchte in meiner Doktorarbeit nicht nur die Empfehlungen der IOs untersuchen, sondern auch, wie die Länder darauf reagieren oder auch die Arbeit der IOs z.B. durch Feedback oder Best Practice beeinflussen. Ich möchte also die Top-down- durch die Bottom-up-Perspektive ergänzen. Außerdem interessiere ich mich für digitale Technologie, darüber hab ich auch meine Masterarbeit geschrieben. Es ging darum, wie digitale Technologie die Stabilität autoritärer Regimen beeinflusst. In der Pandemiepolitik spielen digitale Technologien bekanntlich eine große Rolle, z.B. durch digitale Impfpässe, Homeoffice, Tracing-Apps. Die digitalen Technologien haben viele positive Wirkungen, aber auch negative. Beispielsweise wurden viele soziale Gruppen beim Einsatz digitaler Technologien teilweise ignoriert oder marginalisiert, z.B. ältere Menschen oder solche ohne Zugang zu technischen Geräten. Solche Prozesse möchte ich mir in meiner Arbeit anschauen.

Und hast du schon Pläne für die Zeit nach deinem PhD?

Ich möchte die kommenden dreieinhalb Jahre nutzen, darüber nachzudenken. Aber ich möchte gern weiter wissenschaftlich arbeiten.


Kontakt:
Sooahn Meier
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
E-Mail: someier@uni-bremen.de

Die Aufgabe des neuen SFB-Mitglieds ist die Weiterentwicklung des webbasierten Global Welfare State Information Systems (WeSIS), in enger Zusammenarbeit mit unseren Wissenschaftler:innen.

An der Universität Bremen ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt – unter dem Vorbehalt der Stellenfreigabe – eine Stelle für eine/n

Wissenschaftlich-Technische:r Angestellte:r (w/m/d) als Software-Entwickler:in (w/m/d)

Entgeltgruppe 13 TV-L (Vollzeit) unbefristet zu besetzen.

Die Universität Bremen beabsichtigt, den Anteil von Frauen zu erhöhen und bittet deshalb Frauen ausdrücklich, sich zu bewerben.

Die Entwicklung von Software zur Unterstützung des wissenschaftlichen Forschungsprozesses sowie zur langfristigen Bereitstellung von Forschungsdaten ist eine zentrale Aufgabe an der Universität Bremen. Die Stelle ist zunächst dem SFB 1342 (Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik) zugeordnet, um dort federführend das Global Welfare State Information System (WeSIS) weiterzuentwickeln. Dort wurde in den letzten vier Jahren ein webbasiertes Informationssystem konzipiert und entwickelt, das Forscher:innen (w/m/d) aus der Sozialpolitik unterstützt, ihre Datensammlung und Datenanalyse zu organisieren. Der aktuelle Prototyp ist auf deren Bedürfnisse zugeschnitten und soll 2024 öffentlich zugänglich gemacht werden und nachhaltig der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung stehen. Auf der Grundlage der ermittelten Designanforderungen wurde zudem Algorithmen entwickelt, die Forscher:innen (w/m/d) bei der automatischen Datenvalidierung, -speicherung, -exploration und -weitergabe unterstützen (https://socialpolicydynamics.de/projekte/informationsinfrastrukturprojekt).

Das Projekt im SFB 1342 ist zunächst bis 2025 organisiert, eine Verlängerung mit dem Schwerpunkt auf den Forschungstransfer und die Öffentlichkeitsarbeit ist bis 2029 geplant. Danach wird die Stelle in den zentralen IT-Dienstleistungsbereich der Universität Bremen übergehen.

 

Ihre Aufgaben

Ihre Aufgabe wird es sein, das bestehende webbasierte Informationssystem zu testen, zu verbessern und zu erweitern. Dabei steht der anvisierte Launch in 2024 im Vordergrund. Zudem werden sie neue Systemfunktionen für Datenanalyse und Visualisierung gemeinsam mit Nutzer:innen (w/m/d) entwickeln und implementieren.

Unser Angebot: Sie arbeiten zusammen mit einem in einem interdisziplinären Team aus Wissenschaftler:innen (w/m/d) und Techniker:innen (w/m/d) und stimmen sich regelmäßig und eng mit den leitenden Professor:innen (w/m/d) ab. Sie arbeiten an einem Zukunftsthema für die wissenschaftlichen Dienstleistungen kooperativ mit Software-Entwickler:innen (w/m/d) aus anderen Fachbereichen und dem Data Science Center. Dabei haben Sie Kontakt zu diversen Forschungsthemen aus der Sozialpolitik und der Informatik.

 

Ihr Profil

Sie verfügen über ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Master, Diplom oder vergleichbarer Abschluss) vorzugsweise der Fachrichtung Informatik, Wirtschaftsinformatik oder einen Abschluss in anderen Fächern mit nachgewiesener Expertise in der Entwicklung webbasierter Software.

Sie bringen Erfahrung in der Web-Entwicklung mit HTML, CSS, JavaScript sowie Erfahrung mit relationalen Datenbanksystemen (PostgreSQL oder vergleichbar) mit. Sie verfügen über Erfahrungen im Bereich Datenanalyse oder Informationsvisualisierung. Wichtig sind außerdem Kenntnisse in der agilen Softwareentwicklung sowie Englische Sprachkenntnisse (CEF Level C1). Darüber hinaus verfügen Sie über Kenntnisse in der partizipativen Softwareentwicklung.

Neben der Fähigkeit zur konstruktiven teamorientierten Arbeit legen Sie einen besonderen Wert auf eine starke Nutzer:innenorientierung. Sie arbeiten eigenständig, strukturiert und problemlösungsorientiert. Darüber hinaus bringen Sie kommunikative Kompetenzen sowie die Fähigkeit zum konzeptionellen und analytischen Denken mit.

Wir bieten unseren Mitarbeitenden ein hohes Maß an Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Schwerbehinderten Bewerber:innen (w/m/d) wird bei im Wesentlichen gleicher fachlicher und persönlicher Eignung der Vorrang gegeben.

Bewerbungen von Menschen mit einem Migrationshintergrund werden begrüßt.

Für Rückfragen steht Ihnen Prof. Dr. Andreas Breiter unter der Rufnummer +49 421-218 56571 gerne zur Verfügung.

Bewerbungen sind bis zum 17.05.2022 unter Angabe der Kennziffer A126/22 zu richten an:

Universität Bremen
Dezernat 2 – Personalangelegenheiten
Postfach 33 04 40
28334 Bremen

Wir bitten Sie, uns von Ihren Bewerbungsunterlagen nur Kopien (keine Mappen) einzureichen, da wir sie nicht zurücksenden können.


Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Breiter
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
E-Mail: abreiter@ifib.de