Aktuelles

Hier finden Sie Neuigkeiten aus dem Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik": Zusammenfassungen aktueller Forschungsergebnisse, Hinweise auf Veröffentlichungen, Ergebnisse von Veranstaltungen und weiteres aus den Teilprojekten.


Für den Arbeitsschwerpunkt "Politische Parteien" sucht das Informationsinfrastrukturprojekt zwei Mitarbeiter*innen mit je 20 Stunden/Monat.

Der Sonderforschungsbereich 1342 "Global Dynamics of Social Policy"
(Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik) 
sucht für das Informationsinfrastrukturprojekt (INF)

zwei studentische Hilfskräfte

mit je 20 Stunden/Monat mit Arbeitsschwerpunkt "Politische Parteien".

Die Einstellung erfolgt voraussichtlich zum 01.03.2022 für einen Zeitraum von zunächst drei Monaten, bei guter Zusammenarbeit ist eine längerfristige Anstellung möglich und erwünscht.

Als Teil eines interdisziplinären Forschungsprojektes umfassen die Aufgabengebiete

  • Recherche, Akquise und Aufbereitung von Daten zu politischen Parteien (bspw. Wahlergebnisse, Regierungsbeteiligung, Parteibündnisse)
  • Recherche und Akquise von Textdokumenten von Parteien
  • Unterstützung bei grundlegenden Projektaufgaben


Voraussetzungen
sind

  • Grundsätzliches Interesse an politischen Parteien
  • Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens
  • Kreativität und Hartnäckigkeit bei Rechercheaufgaben
  • Englischkenntnisse (weitere Sprachkenntnisse sind von Vorteil)


Von
Vorteil sind

  • Erfahrung im Umgang mit Excel oder anderen Tabellenkalkulationsprogrammen
  • Kenntnisse in R, Stata oder Python


Für weitere Informationen
wenden Sie sich gern an Dr. Nils Düpont (
duepont@uni-bremen.de). Eine Kurzbewerbung (Studiengang, Fachsemester, absolvierte Module und Datenkenntnisse) senden Sie bitte in einer PDF ebenfalls an Dr. Nils Düpont.

Link zum Projekt
Informationsinfrastrukturprojekt: Weiterentwicklung des Global Welfare State Information System (WeSIS), eScience-Dienste und Forschungsdatenmanagement


Kontakt:
Dr. Nils Düpont
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57060
E-Mail: duepont@uni-bremen.de

Simon Gerards Iglesias
Simon Gerards Iglesias
Anknüpfend an seine Dissertation im abgeschlossenen Teilprojekt B02 spricht der Historiker über die Niederschlagung der Arbeiterproteste in Argentinien Anfang des Jahres 1919 und die kurze Zeit später stattfindende Gründung der ILO.

Das Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen hat einen eigenen Podcast ins Leben gerufen. In der Interviewreihe, an deren Konzeption das ehemalige SFB-Mitglied Simon Gerards Iglesias maßgeblich beteiligt war, sprechen Mitarbeiter*innen des Instituts über relevante und zugleich anschauliche Bereiche ihrer Forschungsarbeit.

Den Anfang der Reihe übernimmt Gerards Iglesias gleich selbst: Im Gespräch mit der Institutsgeschäftsführerin Imke Sturm-Martin beleuchtet er, wie die Anfang 1919 blutig niedergeschlagenen Arbeiterproteste in Argentinien mit der kurz darauf erfolgten Gründung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zusammenhängen und welche Rolle die ILO anschließend bei der Entwicklung der argentinischen Sozialpolitik spielte.

Der Podcast: Aufstand transnational - Was Argentiniens wütende Arbeiter mit Genfer Gesetzen zu tun hatten

Simon Gerards Iglesias ist Wirtschafts- und Sozialhistoriker und forscht zur Geschichte Lateinamerikas an der Universität Bremen. Er war von 2019 bis Ende 2021 Mitglied im SFB 1342, wo er im mittlerweile abgeschlossenen Teilprojekt B02 Herausbildung, Aus- und Umbau des Sozialstaats im Cono Sur im Austausch mit (Süd-)Europa (1850-1990) geforscht hat. In seiner Dissertation beschäftigt er sich mit transnationaler Geschichte und dem Verhältnis zwischen Argentinien und der Internationalen Arbeitsorganisation.


Kontakt:
Simon Gerards Iglesias
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Geschichtswissenschaft / FB 08
Universitäts-Boulevard 13
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67204
E-Mail: sgerards@uni-bremen.de

Zu den Aufgaben zählen Literatur- und Datenrecherche, Aufbereitung und Auswertung. Die Stelle mit einer Arbeitszeit von 8 bis 10 Stunden/Woche ist auf eine langfristige Zusammenarbeit ausgerichtet.

Der SFB 1342 sucht im Teilprojekt B04 Ursachen von Inklusion und Exklusion. Wohlfahrtsstaatliche Rechte von Einwander*innen im globalen Vergleich (Leitung: Dr. Friederike Römer) zum nächstmöglichen Zeitpunkt

eine studentische Hilfskraft (w/m/d)

mit 8 bis 10 Wochenstunden.

Die Stelle ist zunächst bis Ende des Jahres befristet, eine schrittweise Verlängerung bis Ende 2024 würde bei Wunsch angestrebt. Interessent*innen sollten bereit sein, bis mindestens Ende 2023 für das Projekt tätig zu sein. Abwesenheiten von bis zu drei Monaten im Rahmen von Praktika o.ä. sind möglich, müssten aber frühzeitig kommuniziert werden.  

Das Projekt ist ein Teilprojekt des von der DFG-geförderten Sonderforschungsbereichs 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik".

Das Teilprojekt untersucht die Ursachen für die Inklusion und Exklusion von Migrant*innen in nationalen Wohlfahrtsstaaten und erforscht, wie politische Parteien und zivilgesellschaftliche Akteur*innen den Verlauf Inklusions- und Exklusionsprozessen steuern und bedingen. Das Projekt bedient sich eines mixed-methods Designs und erhebt sowohl quantitative vergleichende Längsschnittdaten wie auch detaillierte Fallstudien.

Aufgaben:

  • Literaturrecherche und -verwaltung
  • Mithilfe bei der Datenerhebung, -aufbereitung und -analyse
  • Unterstützung bei der Planung der Feldarbeit
  • Allgemeine Hilfskraftarbeiten


Voraussetzungen:

  • Studium im Fach Politikwissenschaft, Soziologie oder einem anderen thematisch und methodisch einschlägigen Fach (3. Fachsemester oder höher)
  • Interesse an theoretischen und empirischen Fragestellungen in mindestens einem der folgenden Bereiche: vergleichende Wohlfahrtsstaatsforschung, Migration, Rechte von Migrant*innen, zivilgesellschaftliche Bewegungen
  • Grundkenntnisse in qualitativer oder quantitativer Datenanalyse (letzteres vorzugsweise mit R oder STATA)
  • Sehr gute Englischkenntnisse
  • Kenntnisse von Zotero oder anderen Literaturverarbeitungsprogrammen
  • Fortgeschrittene MS-Office-Kenntnisse (Word, PowerPoint, Excel)
  • Einschlägige Programmierkenntnisse sind willkommen, aber nicht unbedingt notwendig (z.B. Web scraping, quantitative Textanalyse)


Wir bieten:

  • Einblicke in ein interessantes Arbeits- und Forschungsfeld
  • Mitarbeit in einem freundlichen, interdisziplinären Team
  • Vergütung nach den für studentische Hilfskräfte üblichen Sätzen an der Universität Bremen
  • Möglichkeit, das Thema der Abschlussarbeit projektnah zu wählen


Ihre Bewerbung mit kurzem Lebenslauf, einem Motivationsschreiben, einem aktuellen Transcript of Records und ggf. Bachelorzeugnis senden Sie bitte als PDF-Dokument bis zum 01.02.2022 an:
Jakob Henninger (jakob.henninger@uni-bremen.de). Jakob Henninger steht auch bei eventuellen Rückfragen zur Verfügung.

Die Auswahlgespräche sind für Anfang Februar vorgesehen.


Kontakt:
Dr. Jakob Henninger
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57077
E-Mail: jakob.henninger@uni-bremen.de

Zu den Aufgaben zählen Daten- und Literaturrecherche sowie Mitarbeit an einem Atlas zur Dynamik globaler Sozialpolitik. Die Arbeitszeit beträgt 35 Stunden/Monat.

Der Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" (SFB 1342) sucht eine

studentische Hilfskraft

für das Teilprojekt INF "Weiterentwicklung des Global Welfare State Information Systems (WeSIS)"

im Umfang von 35 Stunden/Monat.

Die Einstellung erfolgt zum nächstmöglichen Zeitpunkt, für einen Zeitraum von zunächst drei Monaten. Bei guter Zusammenarbeit ist eine längerfristige Anstellung möglich und erwünscht.

Als Teil eines interdisziplinären Forschungsprojektes umfassen die Aufgabengebiete

  • Literatur- und Datenrecherche sowie Datenanalysen bezüglich der Erfassung sozio-ökonomischer Ungleichheiten innerhalb und zwischen Nationalstaaten.
  • Unterstützung bei den Arbeiten an einem Atlas zur Dynamik globaler Sozialpolitik
  • Unterstützung bei grundlegenden Projektaufgaben


Voraussetzungen
sind

  • grundsätzliches Interesse an sozial- und wirtschaftsgeographischen Forschungsthemen insbesondere zur Fragen von sozio-ökonomischen Ungleichheiten auf verschiedenen räumlichen Maßstabsebenen
  • gute statistische Grundkenntnisse


Von Vorteil sind

  • Erfahrungen in der Datenvisualisierung und dem Umgang mit Geographischen Informationssystemen (GIS)


Ihre Kurzbewerbung (bestehend aus einem kurzen Motivationsschreiben [max. 1 Seite] sowie einem kurzen Lebenslauf und Ihrem aktuellen Transcript of Records [Studierende im Bachelor] bzw. Ihrem Bachelorzeugnis [Studierende im Master]) senden Sie bitte bis zum 22.01.2022 per E-Mail an Prof. Dr. Ivo Mossig: mossig@uni-bremen.de

Herr Mossig steht Ihnen auch für Rückfragen oder weitere Informationen zur Verfügung.


Kontakt:
Prof. Dr. Ivo Mossig
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 / 421 / 218 67410
E-Mail: mossig@uni-bremen.de

Unser neues Teilprojekt "Globale Entwicklungen in Gesundheitssystemen" sucht eine studentische Mitarbeiter*in (bis zu 37 Std./Monat).

An der Universität Bremen ist im Sonderforschungsbereich 1342 im Teilprojekt "Globale Entwicklungen in Gesundheitssystemen" die folgende Stelle zu besetzen:

Studentische Mitarbeiter*in mit bis zu 37 Std./Monat

Beginn: Zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Die Stelle ist befristet, eine längerfristige Weiterbeschäftigung wird angestrebt.

Das Projekt ist ein Teilprojekt des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereichs 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" und wird geleitet von Prof. Dr. Heinz Rothgang, Dr. Lorraine Frisina Doetter und Prof. Dr. Sebastian Haunss.

Das Teilprojekt erforscht die historische Entwicklung von Gesundheitssystemen weltweit im Hinblick auf Inklusivität und Leistungsumfang der Systeme.

Aufgaben:

  • Datenbank- und Literaturrecherchen
  • Erhebung und Aufbereitung von statistischen Daten
  • Unterstützung bei organisatorischen Aufgaben


Voraussetzungen:

  • Sehr gute Englischkenntnisse (weitere Sprachkenntnisse sind willkommen)
  • Erfahrungen im Bereich Literaturrecherche
  • Selbstständiges, zuverlässiges und strukturiertes Arbeiten
  • Kenntnisse in R
  • Interesse an Sozialpolitik, insbesondere Gesundheitspolitik


Bewerbungen mit CV und kurzem Motivationsschreiben in Englisch senden Sie bitte bis zum 25. Januar 2022 an Gabriela de Carvalho (decarvalho@uni-bremen.de).


Kontakt:
Dr. Gabriela de Carvalho
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57078
E-Mail: decarvalho@uni-bremen.de

Unser neues Teilprojekt "Wege zum familienpolitischen Universalismus: Inklusivität und Leistungsumfang von Familienpolitiken in globaler Perspektive" benötigt Unterstützung bei der Datenrecherche und -aufbereitung (bis zu 10 Stunden/Woche).

An der Universität Bremen ist im Sonderforschungsbereich 1342 im Projekt "Wege zum familienpolitischen Universalismus: Inklusivität und Leistungsumfang von Familienpolitiken in globaler Perspektive"

die folgende Stelle zu besetzen: 

Studentische Hilfskraft mit bis zu 10 Std./Woche

Beginn: Zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Die Stelle ist befristet, eine längerfristige Weiterbeschäftigung ist angestrebt.

Das Projekt ist ein Teilprojekt des von der DFG geförderten Sonderforschungsbereichs 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" und wird geleitet von Prof. Sonja Drobnič. 

In diesem Projekt geht es darum, die historische Entwicklung familienpolitischer Maßnahmen in allen Ländern der Welt zu erheben und die Verbreitung über Ländergrenzen hinweg zu erklären. Dabei wird auch die Rolle internationaler Frauenbewegung und zivilgesellschaftlicher Organisationen in den Blick genommen. 

Aufgaben: 

  • Datenbank- und Literaturrecherchen
  • Erhebung von statistischen Daten aus Textdokumenten
  • Aufbereitung der bereits erhobenen Daten


Voraussetzungen:

  • Gute Englischkenntnisse (weitere Sprachkenntnisse sind willkommen)
  • Erfahrungen im Bereich Literaturrecherche und/oder Dokumentenanalyse
  • Selbstständiges, zuverlässiges und strukturiertes Arbeiten
  • Kenntnisse in R (insbesondere Datenmanagement)
  • Interesse an Sozialpolitik und/oder makro-komparativen Daten sowie Fragestellungen


Bewerbungen mit CV und kurzem Motivationsschreiben senden Sie bitte bis zum 10. Januar 2022 an

UNIVERSITÄT BREMEN
SOCIUM
Keonhi Son/Tobias Böger
Mary-Somerville-Str. 9
28359 Bremen 

Bei postalischer Zusendung bitten wir, uns von Ihren Bewerbungsunterlagen nur Kopien einzureichen, da wir sie aus Kostengründen nicht zurücksenden können; sie werden nach Abschluss des Auswahlverfahrens vernichtet.

Oder elektronisch bitte als pdf-Anhang an:
Tobias Böger, boeger@uni-bremen.de


Kontakt:
Dr. Tobias Böger
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58586
E-Mail: tobias.boeger@uni-bremen.de

Michael Lischka
Michael Lischka
In seiner Monographie analysiert der Geograph die Dynamiken zwischenstaatlicher Exportbeziehungen zwischen 1995 und 2018. Lischka weist dabei neben einem Hauptkern der größten Volkswirtschaften Subzentren im Globalen Süden nach.

Michael Lischkas Arbeit trägt den Titel "Dynamiken Transnationaler Interdependenzen – Veränderungen der Integration von Nationalstaaten im globalen Exportnetzwerk zwischen 1995 und 2018 und deren Bedeutung als politisches Machtpotenzial". Lischka hat darin die Veränderungen relevanter zwischenstaatlicher Exportverflechtungen untersucht.

In seiner makroquantitativen Arbeit vereint Lischka wirtschaftsgeographische und politikwissenschaftliche Ansätze. Dadurch werden zwischenstaatliche Interdependenzen als grenzüberschreitende Flüsse von besonderer gegenseitiger Bedeutung operationalisiert. Das ermöglicht eine relationale Perspektive auf zwischenstaatliche Verflechtungen, wodurch diese mit Methoden der Sozialen Netzwerkanalyse erfasst und analysiert werden.

Zentrale Ergebnisse der Arbeit sind:

  • Das globale Interdependenzniveau ist seit 1995 bis 2018 stetig angewachsen.
  • Das heutige Exportnetzwerk zeigt einen importstarken Kern und eine importschwache Peripherie, wenn der Ähnlichkeitsaspekt ‚Bedeutung als Absatzmarkt‘ allein betrachtet wird. Der Kern besteht vorwiegend aus den etablierten Industriestaaten und aufstrebenden Schwellenländern. Der Peripherie gehören vermehrt Staaten mit geringer ausfallenden volkswirtschaftlichen Kenngrößen an.
  • Die Kern-Peripherie-Dichotomie basiert auf hochgradig unterschiedlichen Entwicklungsverläufen der Nationalstaaten untereinander.
  • Fokussiert man anstelle volkswirtschaftlicher Ähnlichkeitsmaße die Verflechtungsstrukturen der Staaten untereinander, zeigt sich eine räumlich differenzierte Mehr-Kern-Struktur, bestehend aus einem Hauptkern der größten Volkswirtschaften und einer heterogenen Peripherie mit unterschiedlichen Ländergruppen, die jeweils Zentren mit besonderer lokaler Dichte bilden, also stärker untereinander verbunden sind als mit dem Kern.
  • Die Mehrkern-Struktur spricht einerseits für ein bestehendes ökonomisches Nord-Süd-Gefälle in der Weltwirtschaft. Andererseits hebt sie die Bedeutung von Süd-Süd-Verflechtungen hervor und ermöglicht somit eine Perspektive jenseits der populären Kern-Peripherie-Dichotomie.
  • Mainstream-Außenhandelstheorien können das Zustandekommen von ökonomischen Interdependenzen nicht hinreichend erklären, da sie nur den monetären Output der komplexen Verflechtungsstrukturen fokussieren, und nicht die Verflechtungen an sich. Diese zeigen sich eindrücklich in der vorliegenden Netzwerkanalyse.

Lischka_Abbildung.jpg (226 KB)

Abbildung: Netzwerk aus überdurchschnittlichen reziproken Exportverbindungen, die über 24 Jahre (1995-2018) hinweg konstant sind.


Der Prüfungskommission gehörten an: Ivo Mossig, Michael Flitner, Herbert Obinger, Julia Lossau, Gabriela Carolina Molina León, Daniel Schuster.


Kontakt:
Michael Lischka
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57061
E-Mail: lischka@uni-bremen.de

In einem gemeinsamen, bei Palgrave Macmillan erschienenen Sammelband untersuchen die quantitativen Projekte des SFB 1342, ob und wie die globale Verbreitung einer Vielzahl von sozialpolitischen Programmen über verschiedene Netzwerkdimensionen erfolgt.

"Networks and Geographies of Global Social Policy Diffusion. Culture, Economy and Colonial Legacies", herausgegeben von Michael Windzio, Ivo Mossig, Fabian Besche-Truthe und Helen Seitzer, ist der sechste Band des SFB 1342 in der Reihe Global Dynamics of Social Policy, die bei Palgrave Macmillan erscheint. Auf 272 Seiten analysieren die Autor*innen die Einführung eines breiten Spektrums sozialpolitischer Programme - Arbeitsunfallversicherung, Schulpflicht, Erwachsenengrundbildung, öffentliche Gesundheitsversorgung, öffentliche Langzeitpflege, Familienpolitik und Antidiskriminierungsgesetzgebung. Sie verwenden Daten, die bis ins Jahr 1880 zurückreichen, und suchen nach dem Einfluss globaler Netzwerke auf die Verbreitung dieser Politiken. In dieser Perspektive werden Netzwerke des globalen Handels, der Kolonialgeschichte, der kulturellen Ähnlichkeit und der räumlichen Nähe als "Kanal-Strukturen" oder strukturelles Rückgrat des Diffusionsprozesses betrachtet.

Die Gesamtergebnisse zeigen, dass die Bedeutung internationaler Verflechtungen, die durch verschiedene Netzwerktypen erfasst werden, in den untersuchten Sozialpolitiken nicht homogen ist. "Die Ergebnisse legen nahe, dass räumliche Nähe in dieser Hinsicht der wichtigste Netzwerk-Faktor ist", schreiben Carina Schmitt und Herbert Obinger in ihrer Zusammenfassung des Buches. "Räumliche Nähe impliziert starke internationale Verflechtungen in vielerlei Hinsicht, wie grenzüberschreitende Migration, kulturelle Bindungen und Handelsbeziehungen. Darüber hinaus sind alle diese Verflechtungen ein Indiz für eine intensive grenzüberschreitende Kommunikation, die weithin als Hauptvoraussetzung für die Verbreitung politischer Maßnahmen angesehen wird." Interessanterweise wurden weder koloniale Bindungen noch Handelsbeziehungen als wichtige Erklärungsfaktoren identifiziert.

In allen Kapiteln dieses Buches wurden auch die wichtigsten innerstaatlichen Faktoren untersucht, die zur Einführung der jeweiligen sozialpolitischen Programme beigetragen haben, denn nur das Zusammenspiel von internationalen Verflechtungen und nationalen Faktoren erklärt die Einführung und Verbreitung von sozialpolitischen Maßnahmen.

Nachfolgend finden Sie eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse für die einzelnen sozialpolitischen Programme

Arbeitsunfall-Programme

Nate Breznau und Felix Lanver haben Staatsbildungs- und Demokratisierungsprozesse als zentrale Antriebsfaktoren für die Einführung von Arbeitsunfallprogrammen identifiziert. Räumliche Nähe und Handelsbeziehungen haben ebenfalls einen positiven, aber geringeren Effekt.

Schulpflichtige Bildung

Helen Seitzer, Fabian Besche-Truthe und Michael Windzio fanden heraus, dass das Netzwerk kultureller Ähnlichkeit bei der Verbreitung der Schulpflicht durchweg von Bedeutung war. Koloniale Einflüsse und Handelsnetzwerke hingegen zeigten keine signifikanten Ergebnisse. "Die Forschung zur Verbreitung von Bildungspolitik sollte wirtschaftliche Faktoren nicht ignorieren", schreiben die Autoren, "sondern neben den 'üblichen Verdächtigen' auch kulturelle Faktoren einbeziehen."

Grundbildung für Erwachsene

Kulturelle Ähnlichkeit hat im Fall von Grundbildung keinen robusten Einfluss, schreibt Fabian Besche-Truthe. "Alle Ergebnisse lassen mich an einen Diffusionsprozess glauben, der zwar nicht völlig erratisch ist, aber auch nicht durch Interdependenzen zwischen den Ländern strukturiert ist", interpretiert er seine Daten.

Gesundheitssysteme

Handelsnetzwerke können die Politikdiffusion in diesem Fall nicht erklären, stellen Alexander Polte, Sebastian Haunss, Achim Schmid, Gabriela de Carvalho und Heinz Rothgang fest. Auch die Verbindungen, die durch kulturelle Ähnlichkeit und koloniale Bindungen entstehen, bieten keine universelle Erklärung für die Einführung von Gesundheitssystemen. "Basierend auf unserem Wissen über Gesundheitssysteme auf der ganzen Welt gehen wir vielmehr davon aus, dass eher die Art als der Zeitpunkt der Systemeinführung durch transnationale Politikdiffusionsnetzwerke beeinflusst wird", schreibt das Autorenteam. Die Einführung von Gesundheitssystemen fand vor allem in wirtschaftlich wohlhabenden Ländern vor dem Zweiten Weltkrieg statt, der Effekt des BIP nimmt in den nachfolgenden Perioden ab. Darüber hinaus sinkt der Effekt der räumlichen Nähe im Laufe der Zeit, während der Effekt von Handelsnetzwerken zuzunehmen scheint.

Langzeitpflegesysteme

Johanna Fischer, Alexander Polte und Meika Sternkopf haben mehrere Faktoren identifiziert, die die Einführung von Langzeitpflegesystemen begünstigen, wobei sie feststellten, dass wir uns in diesem Bereich der Sozialpolitik noch in der frühen Phase der Verbreitung befinden. Abgesehen von der geografischen Nähe scheint es keine horizontale Diffusion über Netzwerke zu geben. Vielmehr hängt die Einführung von Langzeitpflegesystemen vom Problemdruck (Bevölkerung 75+), der politischen Stellung der Frau, dem Pro-Kopf-BIP und dem Grad der Demokratisierung ab.

Familienpolitik

Der bezahlte Mutterschaftsurlaub ist ein Paradebeispiel für die Agenda-Setting-Macht der ILO. Tobias Böger, Keonhi Son und Simone Tonelli haben herausgefunden, dass koloniale und andere imperiale Beziehungen eine wichtige Rolle bei der Entstehung anderer familienpolitischer Maßnahmen außerhalb Westeuropas spielen, z. B. bei der Einführung von Kinderbetreuungseinrichtungen am Arbeitsplatz. Die Einführung von Familienbeihilfen wie z.B. das Kindergeld wird durch niedrige Fruchtbarkeitsraten gefördert. 

Antidiskriminierungsgesetze in Beschäftigung und Beruf

Mit Ausnahme des Netzwerks der geografischen Nähe spielen die von Jenny Hahs untersuchten Netzwerke keine bedeutende Rolle als Verbreitungsweg. "Der Einfluss der ILO-Mitgliedschaft verlangsamt die Wirkung der Ratifizierung eher, als dass er sie unterstützt", folgert Hahs. "Überraschenderweise ist der Einfluss des nationalen De-jure-Status von Antidiskriminierungsrechten völlig irrelevant. Dies spricht für eine Entkopplung von transnationaler und nationaler Regulierung im Bereich der Antidiskriminierungsrechte."

Antidiskriminierungsvorschriften am Arbeitsplatz für die LGBTQ+-Gemeinschaft

Innerstaatliche Faktoren, vor allem der Demokratisierungsindex und der Gleichstellungsindex, haben einen sehr starken positiven Einfluss auf die Einführung von Antidiskriminierungsvorschriften, schreibt Helen Seitzer in ihrem Beitrag. "Das interessanteste Ergebnis der Analyse ist der negative Effekt des Netzwerks der kulturellen Sphären. Länder mit gemeinsamen kulturellen Merkmalen rufen keine Übertragungen hervor, im Gegenteil, sie verlangsamen die Verbreitung. Allerdings könnte dies nur für einige Länder der Fall sein."

---

Windzio, Michael; Mossig, Ivo; Besche-Truthe, Fabian; Seitzer, Helen (Hg.), 2022: Networks and Geographies of Global Social Policy Diffusion. Culture, Economy and Colonial Legacies, Global Dynamics of Social Policy, Cham: Palgrave Macmillan, doi:10.1007%2F978-3-030-83403-6


Kontakt:
Dr. Fabian Besche-Truthe
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57066
E-Mail: fbesche@uni-bremen.de

Prof. Dr. Ivo Mossig
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 / 421 / 218 67410
E-Mail: mossig@uni-bremen.de

Dr. Helen Seitzer
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57084
E-Mail: seitzer@uni-bremen.de

Prof. Dr. Michael Windzio
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58629
E-Mail: mwindzio@uni-bremen.de

Photo: AdobeStock/nosyrevy
Photo: AdobeStock/nosyrevy
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft verlängert die Förderung des SFB 1342 um vier Jahre bis Ende 2025. Die Fördersumme beträgt insgesamt knapp 15 Millionen Euro

Der Sonderforschungsbereich 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik", bei dem die Universität Bremen federführend ist, kann seine Arbeit fortsetzen. Der Bewilligungsausschuss für Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat am 24. November entschieden, den SFB 1342 für vier weitere Jahre mit insgesamt knapp 15 Millionen Euro zu fördern. Die zweite Förderphase beginnt am 1. Januar 2022.

Am Sonderforschungsbereich 1342, der seine Arbeit Anfang 2018 aufgenommen hat, sind neben dem SOCIUM als Ankerinstitut weitere Forschungsinstitute und -einrichtungen der Universität Bremen, der Jacobs University Bremen, der Universität Bielefeld und der Universität Duisburg-Essen beteiligt. In 15 Teilprojekten erforschen rund 70 Wissenschaftler*innen aus den Disziplinen Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte, Geographie, Jura und Informatik die weltweiten Entwicklungen staatlich verantworteter Sozialpolitik. Dabei werden die Länder des Globalen Südens systematisch mit einbezogen.

Kernfrage: Wer profitiert von sozialer Sicherung und in welchem Umfang?

Bislang hat sich der SFB 1342 auf die Analyse der nationalen, internationalen und transnationalen Wirkungsmechanismen konzentriert, die die Einführung sozialer Sicherungssysteme und deren Ausgestaltung weltweit entscheidend beeinflusst haben. "Die Kernaufgabe in den kommenden vier Jahren wird nun die Untersuchung der Inklusivität und des Leistungsumfangs staatlicher Sozialpolitik sein. Kurz gesagt geht es um die Frage: Wer profitiert von sozialer Sicherung und in welchem Umfang?", erläutert Herbert Obinger, Sprecher des SFB 1342.

Der SFB 1342 wird in der zweiten Förderphase zwei Projektbereichen bestehen: Die sechs Teilprojekte des Bereichs A untersuchen die Dynamiken verschiedener Sozialpolitikfelder in globaler und historischer Perspektive; makro-quantitative Analysen werden dabei um einzelne Länderstudien ergänzt. Die acht Teilprojekte des Bereichs B führen für ausgewählte Länder/Regionen und bestimmte Sozialschutzprogramme Fallstudien und Ländervergleiche durch; der Schwerpunkt liegt auf qualitativen Untersuchungen, die durch quantitative Analysen ergänzt werden.

In einem Informationsinfrastruktur-Projekt wird das Global Welfare State Information System (WeSIS) weiterentwickelt. Wie in Förderphase eins werden alle erhobenen Forschungsdaten in das webbasierte, interaktive Informationssystem eingespeist. WeSIS wird voraussichtlich 2024 für die Öffentlichkeit freigeschaltet. Dann können Forschungseinrichtungen und die allgemeine Öffentlichkeit weltweit alle in WeSIS gespeicherten Daten kostenlos für nicht-kommerzielle Zwecke nutzen.

Die beteiligten Forschungsinstitute und -einrichtungen im Überblick

  • SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik, Universität Bremen
  • Institut für Interkulturelle und Internationale Studien, Universität Bremen
  • Arbeitsgruppe Informationsmanagement, Universität Bremen
  • Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen
  • Institut für Arbeit und Wirtschaft, Universität Bremen
  • Institut für Geographie, Universität Bremen
  • Institut für Geschichtswissenschaft, Universität Bremen
  • Zentrum für Europäische Rechtspolitik, Universität Bremen
  • China Global. Center for the Study of China and Globalization, Jacobs University Bremen
  • Institut für Soziale Arbeit und Sozialpolitik, Universität Duisburg-Essen
  • Fa­kultät für Soziologie, Universität Bielefeld

Kontakt:
Prof. Dr. Herbert Obinger
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 5
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58567
E-Mail: herbert.obinger@uni-bremen.de

Das SFB-Teilprojekt A04 hat Ende Oktober einen Workshop mit Expert*innen aus der Türkei veranstaltet, in dem die Entwicklungen der Langzeitpflege in beiden Ländern analysiert wurde.

Am 21. Oktober veranstaltete das A04-Projekt "Globale Entwicklungen in den Gesundheitssystemen und Langzeitpflege als neues soziales Risiko" einen Workshop zur Langzeitpflegepolitik in der Türkei und in Deutschland. Das Hauptziel der Veranstaltung war es, die historischen und aktuellen Entwicklungen der Langzeitpflege in der Türkei und in Deutschland zu diskutieren, um wichtige Meilensteine beider Systeme zu identifizieren und zu untersuchen, ob und wie wir beide Fälle vergleichen können.

Zusätzlich zu den Teammitgliedern des A04-Projekts waren auch externe Experten für die Türkei anwesend, um den türkischen Fall zu diskutieren. Dr. Özden Güdük erörterte die historischen Entwicklungen der Langzeitpflegepolitik in der Türkei, und Cansu Erdogan stellte eines der Kapitel ihrer Dissertation mit dem Titel "Development of Long-Term Care Policies in Turkey: (Inter)national Actors, Global Norms, Domestic Dynamics".

 

Dr. Özden Güdük ist derzeit als Postdoktorandin in der Abteilung für Gesundheit, Langzeitpflege und Renten bei Socium tätig. Sie ist Assistenzprofessorin an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Yuksek Ihtisas Universität in Ankara, Türkei. Sie arbeitet seit mehr als 20 Jahren in verschiedenen Positionen und Organisationen im Gesundheitssektor. In letzter Zeit hat sie sich mit dem Thema der häuslichen Pflegedienste in der Türkei befasst. Dieses Thema umfasst die Patienten, die Langzeitpflege benötigen, und ihre Betreuer/Verwandten sowie die Organisationsstruktur, die die Dienstleistungen für sie erbringt.

Cansu Erdogan ist seit 2020 Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Graduiertenkolleg "Weltpolitik" an der Universität Bielefeld. Sie hat ihren Bachelor an der Koç Universität in Istanbul, Türkei, und ihren Master in Soziologie an der Universität Bielefeld absolviert. Zwischen 2017 und 2020 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt "How 'social' is Turkey? Turkey’s social security system in a European context" in Bielefeld.


Kontakt:
Dr. Gabriela de Carvalho
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-57078
E-Mail: decarvalho@uni-bremen.de