Aktuelles

Hier finden Sie Neuigkeiten aus dem Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik": Zusammenfassungen aktueller Forschungsergebnisse, Hinweise auf Veröffentlichungen, Ergebnisse von Veranstaltungen und weiteres aus den Teilprojekten.


Prof. Armando Barrientos
Prof. Armando Barrientos
Barrientos, ein führender Experte für Sozialpolitik und Armutsbekämpfung im Globalen Süden, wird bis Anfang Dezember in Bremen bleiben.

Armando Barrientos ist seit Mitte vergangener Woche als Mercator Fellow Mitglied des SFB 1342. Barrientos ist ein international führender Experte für Sozialpolitik und Armutsbekämpfung im Globalen Süden, er hat sich zuletzt intensiv mit der Expansion von Social Assistance in Lateinamerika, Südasien und in Subsahara-Afrika beschäftigt.

Barrientos bleibt zunächst bis Anfang Dezember in Bremen. Während dieser Zeit nimmt er an der Konferenz „Causal Mechanisms in the Analysis of Social Policy Dynamics“ Teil, auf der er einen Vortrag halten wird zu „The rise and fall of Bismarckian social policy in Latin America“. In den kommenden Wochen wird Barrientos außerdem verschiedene Teilprojekte des SFB 1342 beraten. Auch nach seinem Aufenthalt wird Barrientos dem SFB 1342 als Berater und Kooperationspartner erhalten bleiben. Im kommenden Jahr wird er beispielsweise ein Kolloquim für Doktorandinnen und Doktoranden veranstalten, die zu Sozialpolitik in Lateinamerika forschen.

Armando Barrientos ist der erste Mercator Fellow am SFB 1342. Die von der DFG geförderten Mercator Fellowships ermöglichen einen intensiven und langfristigen Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Ausland. Die Fellows teilweise vor Ort, bleiben aber auch über die Dauer ihres Aufenthaltes hinaus mit den am Projekt Beteiligten in Kontakt.


Kontakt:
Prof. Armando Barrientos
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58521
E-Mail: Armando.Barrientos@manchester.ac.uk

Prof. John W. Meyer
Prof. John W. Meyer
Der Stanford-Professor diskutierte in einem Workshop die Projekte von vier Doktorandinnen und Doktoranden. Zuvor hatte er einen Vortrag zu New Institutionalism gehalten, der auf Video dokumentiert ist.

John W. Meyer ist derzeit Hans-Koschnick-Professor am Socium und am SFB 1342. Am 30. Oktober gab er einen Workshop zu New Institutionalism: Zu Beginn stand sein Vortrag "New Institutionalis in a Globalizing World". Anschließend präsentierten vier Doktorandinnen und Doktoranden des SFB 1342 ihre Forschungsprojekte und bekamen von John W. Meyer sowie weiteren Gästen wertvolles Feedback. 

John W. Meyer arbeit noch bis Mitte November an der Universität Bremen. Seinen Vortrag können Sie hier verfolgen:


Kontakt:
Prof. Dr. Michael Windzio
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58629
E-Mail: mwindzio@uni-bremen.de

Prof. Dr. Ivo Mossig
Prof. Dr. Ivo Mossig
Ivo Mossig erklärt, worum es beim Aufbau des Global Welfare State Information Systems (WeSIS) geht und warum die Bremer Sozialwissenschaften etwas ganz besonderes sind.


Kontakt:
Prof. Dr. Ivo Mossig
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 / 421 / 218 67410
E-Mail: mossig@uni-bremen.de

Kristin Noack (links) und Johanna Fischer
Kristin Noack (links) und Johanna Fischer
Johanna Fischer und Kristin Noack berichten über ihre Erfahrungen in einem Präsentationsworkshop, der sich speziell an Frauen in der Wissenschaft wandte.

Ende September hat Saskia Schottelius am SFB 1342 ihren 2-tägigen Workshop "The Art of Self-Presenting for Female Scientists" angeboten. Warum habt ihr euch entschieden, daran teilzunehmen?

Kristin Noack: Mich hat der Kurs interessiert, weil Präsentationen nicht eben meine liebsten Situationen sind. Und ich fand es besonders schön, dass sich der Kurs speziell an Frauen gerichtet hat, denen es ähnlich geht.

Johanna Fischer: Präsentationen sind ein wichtiger Bestandteil unserer wissenschaftlichen Arbeit. In Kleingruppen fühle ich mich dabei ganz wohl, in größeren Räumen aber, in denen ich das Publikum nicht genau kenne, bin ich manchmal nervös. Insofern hatte ich das Gefühl, dass ich in dem Kurs viel lernen oder auch bestimmt Dinge abstellen kann, die sich eingeschlichen haben.

Was hat die Trainerin mit euch gemacht in den zwei Tagen?

Fischer: Wir haben uns zu Beginn auf Sprache konzentriert und darauf geachtet, positiv zu sprechen. Wir haben zum Beispiel eine Übung gemacht, wo wir zu jedem Buchstaben des Alphabets Adjektive aufschreiben sollten, die man positiv auf starke Frauen anwenden kann. Das haben wir später noch einmal reflektiert, um uns Stärken bewusst zu machen. Dann haben wir viele Übungen zum Sprechen gemacht. Wir mussten unserem Gegenüber verschiedenen Dinge präsentieren - da ging es um verschiedene Sachen: z.B. wie man bewusst anfängt, oder ums Zeitmanagement. Andere Themen waren Körpersprache und Stimmübungen, vor allem, wie man seine Stimmlage findet.

War das schon speziell auf Frauen abgestimmt?

Fischer: Bei den Stimmübungen nicht. Aber wir haben uns auch mit dem Imposter Syndrome beschäftigt. Laut Umfragen fühlen sich Wissenschaftlerinnen und weibliche Führungspersonen viel häufiger und stärker als Hochstaplerin, sie schätzen ihre Kompetenzen nicht so positiv ein und achten eher auf Defizite. Obwohl niemand zu 100 Prozent perfekt sein kann, nehmen Frauen es häufig so wahr, dass sie es trotzdem sein müssten für ihren Job. Männer denken häufig: Ich kann es nur zu 60 Prozent, aber das ist okay. Über solche Dinge haben wir geredet, auch über dominantes Redeverhalten in Gruppen.

Noack: Am zweiten Tag hat fast jede von uns eine Präsentation gehalten. Die Zuschauerinnen mussten jeweils auf bestimmte Dinge achten und dazu Feedback geben. Und das Feedback, so war es vorher abgesprochen, sollte sich vor allem auf die positiven Aspekte konzentrieren, aber trotzdem ernsthaft und aufrichtig sein. Im wissenschaftlichen Kontext fokussiert man sich so häufig auf die negativen Sachen, und das fördert dann natürlich bestimmte Unsicherheiten. Insofern war es ermutigend, auch mal positive Sachen über unsere Präsentationsweise gespiegelt zu bekommen. Am zweiten Tag haben wir außerdem noch Meditationsübungen und etwas Tai Chi und Qigong gemacht.

Welche der Inhalte haben euch am meisten gebracht? Welche wollt ihr versuchen umzusetzen?

Fischer: Ganz konkret hilfreich war die sogenannte Pre-Introduction, als es um die Struktur einer Präsentation ging. Am Anfang hört das Publikum oft gar nicht richtig zu, weshalb ein kurzer Einstieg in den Vortrag , z. B. mit etwas Allgemeines zu dem Thema oder eine Anekdote, hilfreich sein kann. Das werde ich bei meiner nächsten Präsentation versuchen einzubauen.

Noack: Wir waren eine sehr gemischte Gruppe: ein paar Frauen aus dem SFB, aber auch welche aus dem marum und von der BIGSSS mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Schwerpunkten. Ich fand es sehr empowernd, in so einer Runde zu sein. Wir waren so unterschiedliche Wissenschaftlerinnen, aber es gibt Themen, die uns alle beschäftigen. Und eine gute Wissenschaftlerin zu sein, kann unterschiedliche Sachen bedeuten. Was ich versuche, konkret mitzunehmen, ist, mehr darauf zu achten, was gut läuft, denn häufig ist man auch zu hart mit sich selbst. Da hat mir der Workshop einige Anregungen gegeben.

Habt ihr auch über Unterschiede zwischen Männern und Frauen gesprochen?

Fischer: Wir haben über das Redeverhalten gesprochen. Viele Männer meinen in Diskussionen etwas zu sagen zu haben und sich melden zu müssen, auch wenn sie selbst keine Experten für das Thema sind. Wir haben dann aber auch gesagt, dass wir als Frauen das nicht unbedingt kopieren wollen.

Noack: Die meiste Zeit ging es auch nicht darum, Stereotypen zu reproduzieren, sondern uns selbst und unser Verhalten zu reflektieren. Und gewisse Dinge selbst auszuprobieren und zu üben. Während des Workshops standen wir als Wissenschaftlerinnen im Fokus.

Prof. Zheng Gongcheng
Prof. Zheng Gongcheng
Zheng Gongcheng, Professor an der Renmin University und Vorsitzender der Chinesischen Gesellschaft für Sozialversicherungsforschung, präsentierte am SFB 1342 seine Sicht auf den Wandel von Chinas Sozialpolitik.

Zheng Gongcheng, Professor an der School of Labour and Human Resources der Renmin University und Vorsitzender der Chinesischen Gesellschaft für Sozialversicherungsforschung, gab bei einem Besuch des SFB 1342 einen Überblick über die Entwicklung chinesischer Sozialpolitik, insbesondere in den letzten 70 Jahren. Dabei ging er auch auf die aktuellen Herausforderungen ein, vor der die Kommunistische Partei Chinas bei der Reform des Sozialsystems steht.

Zheng wies daraufhin, dass China eine lange Tradition der sozialen Sicherung hat. Katastrophen- und Hinterbliebenenhilfe habe es schon vor über 2000 Jahren gegeben. Die Han-Dynastie habe sogar ein Altenpflegesystem betrieben.

Chinas moderne Sozialpolitik begann allerdings erst vor rund 70 Jahren. 1949 gab es aufgrund von Naturkatastrophen acht Millionen Binnenflüchtlinge, für die ein Nothilfesystem aufgebaut wurde. Zeitgleich lag die Arbeitslosenquote in den Städten bei 50 Prozent. Um die Verelendung der Betroffenen zu verhindern, wurde 1951 die Arbeitslosenversicherung in Chinas Städten eingeführt, jedoch nicht auf dem Land. Diese Unterscheidung blieb charakteristisch für Chinas Sozialpolitik: Auch die Krankenversicherung und Waisenhilfe, die in den 1950er Jahren eingeführt wurden, blieben auf die Städte begrenzt. Die Sozialleistungen wurden zudem nicht vom Zentralstaat getragen, sondern von den Volksbetrieben.
Mit dem Übergang von der Planwirtschaft zur chinesischen Variante das Kapitalismus änderte sich auch die Sozialpolitik Chinas grundlegend. Die Sozialleistungen sind mittlerweile zumindest teilweise beitragsfinanziert, und auch die ländliche Bevölkerung ist in die Systeme einbezogen. Laut Zheng sind derzeit 1,4 Milliarden Chinesinnen und Chinesen in den Sozialversicherungssystemen registriert. 1,35 Mrd. Menschen sind krankenversichert, 277 Millionen beziehen derzeit Rentenzahlungen und rund 5 Prozent der Gesamtbevölkerung erhält Sozialhilfe.

"Das System ist dennoch noch weit entfernt von Reife", sagte Zheng. "Das Ziel der Gleichheit und Gerechtigkeit ist noch nicht erreicht." Die finanzielle Basis der Sozialsysteme müsse verbreitert und die Pools, aus denen die Leistungen gezahlt werden, müssten vergrößert werden. Derzeit ist beispielsweise die Krankversicherung noch nicht national gepoolt, sondern auf Landkreisebene.

Für die Rentenversicherung ist die landesweite Finanzierung für 2021 geplant. Den größten Reformbedarf hat das Rentensystem jedoch in den Punkten Renteneintrittsalter und Mindestbeitragsdauer. Derzeit können chinesische Frauen mit Erreichen des 51. Lebensjahres und Männer mit Erreichen des 61. Lebensjahres ihre Rente beziehen, sofern sie 15 Jahre lang Beiträge gezahlt haben. Dass das Rentensystem mit diesen Kennzahlen nicht nachhaltig finanziert werden kann, liegt auf der Hand.

Die nötigen Reformen sind aber unbeliebt: In einer Online-Befragung lehnten 97 Prozent der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst eine Reform des Rentensystems ab. Die Kommunistische Partei hat den Fahrplan mit den nötigen Reformschritten bereits ausgearbeitet und wird von diesem wohl kaum abweichen. Aber, so Zheng Gongcheng, die Partei hat erkannt, dass sie Aufwand betreiben muss, um die Bevölkerung von den nötigen Änderungen zu überzeugen.
Mit Blick auf die Zukunft sprach sich Zheng auch für die Einführung einer privaten Rentenversicherung aus als Ergänzung zur staatlichen Rente. Auch der Einführung privater Grundschulen bewertete er positiv. Die Unfall- und Arbeitslosenversicherung müsse ausgeweitet werden. Die größte Aufgabe werde aber die Einführung einer Pflegeversicherung. Chinas Bevölkerung altert rapide, und 60 Prozent der Familien haben lediglich ein Kind. Eine Versorgung pflegebedürftiger alter Menschen in den Familien wird in Zukunft in sehr vielen Fällen nicht möglich sein. China beobachtet deshalb besonders die Langzeitpflegesysteme in Deutschland und Japan sehr genau.

Zheng Gongcheng war mit einer Reihe von Kolleginnen und Kollegen von verschiedenen sozialwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen nach Bremen gekommen. Im Anschluss an Zhengs Vortrag traf sich die chinesische Delegation mit den Mitgliedern des Teilprojektes B05, um über die die Renten-, Sozialhilfe- und Krankenversicherungsreform in China im Detail zu diskutieren. SFB-Mitglied Liu Tao erläuterte den chinesischen Gästen zudem aktuelle Entwicklungen des deutschen Sozialversicherungssystems.


Kontakt:
Prof. Dr. Tobias ten Brink
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
28759 Bremen
Tel.: +49 421 200-3382
E-Mail: t.tenbrink@jacobs-university.de

Der US-Soziologe arbeitet bis Mitte November in Bremen, wo er Vorträge halten und Workshops anbieten wird.

John W. Meyer ist emeritierter Professor für Soziologie an der Stanford University. Er leistete wichtige Beiträge zum soziologischen Neoinstitutionalismus und entwickelte das Kozept der "Weltkultur". Darin wird die Weltgesellschaft als ein System global geteilter Werte und Normen westlicher Prägung aufgefasst. Organisationen übernehmen und verbreiten demnach diese Werte, da sie sie als legitimitätsfördernd wahrnehmen.

John W. Meyer hält am 17. Oktober 2019 um 18 Uhr einen öffentlichen Vortrag im Haus der Wissenschaft Bremen: "The University in World Society: Liberalism, Neoliberalism, and Now Anti-Liberalism". 

Am 30. Oktober 2019 gibt er am Socium/SFB 1342 einen Workshop zum Thema "New Institutionalism in a Globalized World". Bis zu sechs Doktorandinnen und Doktoranden können ihre Forschungsprojekte mit Meyer diskutieren.


Kontakt:
Philipp Jarke
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58573
E-Mail: pjarke@uni-bremen.de

Römer hat das John F. Kennedy Memorial Fellowship erhalten und forscht bis Ende August 2020 in Cambridge/Massachusetts.

Friederike Römer ist Mitglied des SFB-Teilprojekts B04, das die soziale Sicherung von internationaler Arbeitsmigration untersucht. In Harvard, wo sie am Center for European Studies angesiedelt ist, wird sie ihre Forschungsarbeit weiterführen, die sich auf Konflikte und Ungleichheiten konzentriert. Sie wird die Entwicklung von Wohlfahrtsrechten von Einwanderinnen und Einwanderern in EU, ASEAN und Mercosur untersuchen.


Kontakt:
Dr. Friederike Römer
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67469
E-Mail: friederike.roemer@uni-bremen.de

Gemeinsam mit dem SOCIUM hat der SFB 1342 eine Arbeitspapierreihe ins Leben gerufen. Die ersten vier Beiträge sind mittlerweile erschienen.

Eröffnet wird die Reihe mit einem Beitrag von Armando Barrientos, Professor Emeritus am Global Development Institute der Universität Manchester und derzeit Mercator Fellow im Teilprojekt "Mechanismen der Verbreitung von Sozialpolitik" (B01) am SFB 1342. Weitere bisherige Autoren der Reihe sind Bastian Becker (Socium), Gulnaz Isabekova (SFB 1342) und Greta-Marleen Storath (SFB 1342).

Zu finden sind die einzelnen Titel der Arbeitspapierreihe hier: https://www.socialpolicydynamics.de/working-paper-series

Die SOCIUM SFB 1342 WorkingPapers bieten eine zusätzliche und schnelle Möglichkeit der Veröffentlichung von Forschungsergebnissen und sind einem "double-blind peer-review"- Verfahren verpflichtet. Die Reihe steht allen Mitgliedern des Socium und des SFB 1342 sowie deren Kooperationspartnern offen.

Die Arbeitspapierreihe wird koordiniert von Johanna Kuhlmann.


Kontakt:
Dr. Johanna Kuhlmann
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58574
E-Mail: johanna.kuhlmann@uni-bremen.de

Prof. Dr. Ivo Mossig (links)
Prof. Dr. Ivo Mossig (links)
Der Verband für Geographie an deutschsprachigen Hochschulen und Forschungseinrichtungen hat ihn für sein Modul "Einführungsprojekt" an der Uni Bremen ausgezeichnet.

Forschendes Lernen, auf das die Universität Bremen großen Wert legt, beginnt am Institut für Geographie gleich zu Beginn des ersten Semesters: Studierende wählen ein Thema und bearbeiten es wissenschaftlich. Ihre eigene Fragestellung untersuchen sie dann empirisch und erproben passende Methoden. Dabei werden sie in kleinen Gruppen von bis zu fünf Personen eng von ihren Dozentinnen und Dozenten begleitet. Zum Schluss präsentieren sie universitätsöffentlich ihre Poster, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit verdeutlichen. "Wir holen unsere Studierenden bei ihrem Vorwissen ab und stärken gleichzeitig die Motivation für das Fach", sagt Mossig.

Parallel erwerben die Studierenden das methodische Handwerkszeug: richtiges Zitieren, erste Laboranalysen, Durchführung und Auswertung von Befragungen, Experteninterviews, Anwendung einfacher statistischer Verfahren oder eigene Kartierungen zur Ergebnisdarstellung. "Wir verzahnen Inhalt und Methoden und stellen diese Herausforderung gleich an den Studienbeginn", sagt Mossig.

Zum Modul "Einführungsprojekt" gehören auch die Informationen der Woche. In wöchentlichen Häppchem von je zehn Minuten erhalten die Studierenden organisatorische und außerfachliche Information rund um das Studium: die Themen reichen von der Prüfungsanmeldung über Auslandssemseter bis zu "Studieren mit Kind".

Seit dem Wintersemester 2017/18 arbeiten Mossig und seine Kolleginnen und Kollegen am Institut mit dem Einführungsprojekt. Es hat sich bewährt: "Die Studierfreudigkeit und das Interesse an eigener Forschung wird stimuliert", sagt Mossig.


Kontakt:
Prof. Dr. Ivo Mossig
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 / 421 / 218 67410
E-Mail: mossig@uni-bremen.de

Dr. Alex Veit
Dr. Alex Veit
Veit hat eine "Special Section" zu "The Politics of Intervention Against (Conflict-Related) Sexual and Gender Based Violence" publiziert.

Alex Veit hat als Gastherausgeber eine "Special Section" zu "The Politics of Intervention Against (Conflict-Related) Sexual and Gender Based Violence" im Journal of Intervention and Statebuilding (Vol. 13,4) publiziert. Die Publikation ist Teil des Forschungsprojekts "Internationale Interventionen gegen sexualisierte Gewalt in Konfliktgebieten. Intendierte und unintendierte Konsequenzen", finanziert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Projektmitglied Lisa Tschörner hat einen der Artikel gemeinsam mit Alex verfasst.

Inhalt:

Feminism in the Humanitarian Machine. Introduction to the Special Section on "The Politics of Intervention Against (Conflict-Related) Sexual and Gender-based Violence"

by Alex Veit

Abstract: The prevention and mitigation of sexual and gender-based violence in (post-) conflict societies has become an important humanitarian activity. This introductory article examines the analytical discourses on these interventions, the institutionalization of SGBV expertise in international politics, and the emancipatory potential of anti-SGBV practices. It argues that the confluence of feminist professional activism and militarized humanitarian interventionism produced specific international activities against SGBV. As part of the institutionalization of gender themes in international politics, feminist emancipatory claims have been taken up by humanitarian organizations. The normal operating state of the humanitarian machine, however, undercuts its potential contribution to social transformation towards larger gender equality in (post-) conflict societies.

"A Real Woman Waits" – Heteronormative Respectability, Neo-Liberal Betterment and Echoes of Coloniality in SGBV Programming in Eastern DR Congo

by Charlotte Mertens and Henri Myrttinen

Drawing on archival and field research, this article critically examines the production and distribution of gender roles and expectations in SGBV programming, in particular in eastern Democratic Republic of Congo (DRC). We find the underlying currents in some of these programmes reinscribe heteronormativity and focus on individual betterment which resonates with regulating gender and sexuality during colonialism. In some cases, strongly western-inspired norms of individual agency have been introduced, disregarding structural constraints of people’s lives. To conclude, we explore alternative approaches to SGBV prevention, ones in which international approaches are re-defined and vernacularized for local use – but which also at times inform global understandings.

"Without Education You Can Never Become President": Teenage Pregnancy and Pseudo-empowerment in Post-Ebola Sierra Leone

by Anne Menzel

This article analyses the emergence of ‘teenage pregnancy’ as a new policy focus in post-Ebola Sierra Leone and explores how Sierra Leoneans interpret the problem of ‘teenage pregnancy’. I argue that the new policy focus is not indicative of changing or new problems. Rather, ‘teenage pregnancy’ has created opportunities for donors and the Government of Sierra Leone to continue cooperation in gender politics. At the same time, Sierra Leoneans are clearly concerned about ‘teenage pregnancy’, and many agree with sensitization campaigns that responsibilize young women and girls while downplaying structural factors that render them vulnerable to arrangements involving transactional sex.

Creative appropriation: academic knowledge and interventions against sexual violence in the Democratic Republic of Congo

by Alex Veit and Lisa Tschörner

Recent academic research has questioned assumptions about sexual violence in (post-) conflict contexts. Gender norms rather than military decision-making have been found to constitute a major underlying reason for wartime sexual violence. In this contribution, we investigate whether international organisations seeking to prevent sexual violence in the Democratic Republic of Congo have accordingly changed their analytical perspectives and modified policies and programming. We find that many, but not all, such organisations creatively appropriate new academic work in their policy and project documents. However, incentives for continuity in the humanitarian field have slackened the pace of any substantive practical changes.


Kontakt:
Dr. Alex Veit
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67471
E-Mail: veit@uni-bremen.de