Dr. Stefan Giljum
Dr. Stefan Giljum
Stefan Giljum von der Wirtschaftuniversität Wien präsentierte sein Datenbank- und Analyseprojekt zu Rohstoffströmen und ihren ökologischen sowie sozialen Folgen.

Stefan Giljum von der Wirtschaftsuniversität Wien war beim SFB 1342 zu Gast, um sein Datenbank- und Analyseprojekt FINEPRINT zu präsentieren. Das Ziel von FINEPRINT ist Wissen zu generieren, das den Zusammenhang zwischen Produktions- und Konsumverhalten (Fokus: "Globaler Norden") und den ökologischen und sozialen Folgen der Ressourcenextraktion vor Ort (Fokus: „Globaler Süden“) analysierbar macht. Grundsätzlich werden globale Wertschöpfungsketten in ihrer materiellen Zusammensetzung aufgeschlüsselt. Das Resultat ist eine wachsende Datenbank mit disaggregierten und georeferenzierten Daten.

Vor einem größeren Publikum zeichnete Giljum die Wege ausgewählter Materialflüsse nach vom Ort der Ressourcenentnahme, über die Produktion bis zum Wertschöpfungssegment in den Konsumregionen und analysierte sie hinsichtlich ihrer ökologischen Folgen am Ort der Rohstoffschöpfung (z.B. Wasserknappheit, Entwaldung, Flächenverbrauch). In der anschließenden Diskussion ging es auch darum, wie diese Daten Analysen hinsichtlich sozioökonomischer Effekte ermöglichen. Für die SFB-Mitglieder war ein sehr interessanter Diskussionspunkt, wie subnationale Daten die (inter-)nationale Perspektive des SFBs ergänzen können.

Am Vormittag hatte das A01-Teilprojekt ein internes Treffen mit Stefan Giljum. Dort stellte er das mit einem ERC-Consolidator-Grant ausgestattete Datenbank- und Analyseprojekt FINEPRINT im Detail vor. Es folgte ein intensiver Erfahrungsaustausch über Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten beim Aufbau großer Informationssysteme wie WeSIS oder der FINEPRINT-Datenbank. Insbesondere die folgenden Punkte wurden diskutiert:

  • Umgang mit Copyrights bei Nutzung bestehender Datensätze
  • Dokumentation und Pflege der eigenen Datenbestände
  • Umsetzung der Open Source Prinzipien
  • Datenqualität (z.B. Validierung, Harmonisierung)


Es hat sich gezeigt, dass FINEPRINT ein gutes Beispiel für den Aufbau einer Datenbank mit gelungenen Visualisierungen und Analysemöglichkeiten ist, an denen sich WeSIS in einigen Punkten orientieren kann. In dem Gespräch haben sich einige Schnittstellen zwischen den Projekten ergeben, die Ideen für zukünftige Kooperationen hervorgebracht haben.


Kontakt:
Prof. Dr. Ivo Mossig
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 / 421 / 218 67410
E-Mail: mossig@uni-bremen.de