Prof. emer. Dr. Renate Mayntz
Prof. emer. Dr. Renate Mayntz
Auf einer zweitägigen Konferenz diskutierten Mitglieder des SFB 1342 mit internationalen Kolleginnen und Kollegen, wie sich sozialpolitische Phänomene mithilfe kausaler Mechanismen erklären lassen.

Sozialwissenschaftliche Analysen, die lediglich auf der Korrelation von Variablen beruhen, können komplexe soziale Phänomene nicht vollständig erklären. Die Black Box bleibt verschlossen: Es bleibt unklar, wie das Ergebnis eines Prozesses tatsächlich zustande kommt. Aktuelle Ansätze versuchen mit der „mechanism-based explanation“ dieses Defizit zu beseitigen. Ziel der von unserem SFB-Teilprojekt B01 organisierten Konferenz war es, die Diskussion über die Charakteristika kausaler Mechanismen anzuregen und eine engere Verbindung zwischen diesen Konzepten und der Untersuchung sozialpolitischer Entwicklungen herzustellen.

An der Konferenz nahmen knapp 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teil, darunter viele, die die Diskussion um kausale Mechanismen wesentlich geprägt haben. Keynote-Vorträge kamen von Renate Mayntz (Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung), Gary Goertz (University of Notre Dame) und James Mahoney (Northwestern University). Die Brücke zur Sozialpolitikforschung schlug Armando Barrientos (University of Manchester und derzeit Mercator Fellow am SFB) mit einem Vortrag über die Entwicklung der Sozialversicherung in Lateinamerika.

In den verschiedenen Sessions wurden einerseits theoretische und methodische Beiträge zu kausalen Mechanismen präsentiert und andererseits Fallbeispiele vorgestellt, in denen sozialpolitische Entwicklungen in verschiedenen Ländern mithilfe kausaler Mechanismen analysiert werden. In der Plenary Session ging es schließlich um die Frage, ob eine „Toolbox“ von kausalen Mechanismen zusammengestellt werden könne, die für die Analyse von sozialen Phänomenen genutzt werden kann. Johanna Kuhlmann und Frank Nullmeier (SFB 1342) konzentrierten sich in ihrem Vortrag auf eine akteurszentrierte Variante kausaler Mechanismen und näherten sich der Frage nach einer Toolbox über die Unterscheidung von elementaren und komplexen kausalen Mechanismen an. Peter Starke (University of Southern Denmark) diskutierte die Frage nach einer Toolbox am Beispiel von Mechanismen aus der Diffusionsliteratur.