
Prof. Dr. Irene Dingeldey und Andrea Schäfer haben einen Artikel zum Normalarbeitsverhältnis und Segmentierungspraktiken in der Automobilindustrie in Südafrika in "Frontiers in Sociology" veröffentlicht. Sie gehörten zum Team des Teilprojekts A03 "Welten der Arbeit: Inklusivität und Leistungsumfang von Arbeitsrecht" aus der zweiten Phase des SFB 1342 (2022-2025).
Durch die Konzentration auf Segmentierungspraktiken in einem Automobilproduktionscluster in Südafrika konnte ein detailliertes Bild eines spezifischen industriellen Arbeitsmarktes im globalen Süden gezeichnet werden. Im Zentrum standen Beschäftigungssicherheit und -qualität, wobei verschiedene Beschäftigungsformen, Lohnniveaus und Arbeitszeiten berücksichtigt wurden. Um diese Praktiken in Tarifverhandlungen und auf Unternehmensebene zu erklären, wurden die Theorien zu globalen Produktionsnetzwerken sowie der Arbeitsmarkt-Segmentierungsansatz verknüpft, da letzterer das nationale Arbeitsrecht, Tarifverhandlungssysteme, aber auch die Machtressourcen verschiedener Akteure in den Vordergrund stellt. Unter Verwendung eines deduktiven qualitativen Designs haben wir 17 halbstrukturierte Interviews, die im Jahr 2023 geführt wurden, einer qualitativen Inhaltsanalyse unterzogen. Diese wurde durch quantitative Daten für den Zeitraum 2022 bis 2025 zu Arbeitsnormen und Tarifverträgen ergänzt.
Unsere Ergebnisse zeigen, dass trotz des Vorhandenseins eines universalistischen Arbeitsrechtssystems die Machtasymmetrien zwischen den Unternehmen entlang der Lieferkette in Verbindung mit einer zweigeteilten Verhandlungsstruktur des Tarifsystems maßgeblich die Segmentierung der Arbeitsbedingungen beeinflussen. Dabei werden die Machtasymmetrien zwischen den Unternehmen im Verhältnis zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern entlang der Lieferkette reproduziert, so dass ein spezifisches Segmentierungsmuster entsteht, bei dem Entlohnungs- und Beschäftigungsbedingungen bei den meisten Zulieferfirmen deutlich schlechter sind als bei den Originalausrüstungshersteller (OEMs).
Kontakt:
Prof. Dr. Irene Dingeldey
Institut für Arbeit und Wirtschaft (iaw)
Universität Bremen
Tel: +49 421 218-61710
E-Mail: dingeldey@uni-bremen.de
Andrea Schäfer
Universität Bremen
Tel: +49 421 218-60351
E-Mail: andrea.schaefer@uni-bremen.de












