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Treffen an der Jacobs University Bremen
Treffen an der Jacobs University Bremen
Vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Centre for International Social Security Studies trafen sich mit Mitgliedern des SFB 1342, um sich über Rentenreformen in China und Deutschland auszutauschen.

Anfang Juli besuchte eine Delegation des Centre for International Social Security Studies (CISS) an der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) das China Global Center an der Jacobs University Bremen und wurde vom Dekan der Jacobs University, Prof. Arvid Kappas, herzlich begrüßt. Es war das erste Mal, dass Direktor Prof. Bingwen Zheng, Generalsekretär Prof. Lianquan Fang, Professor Chuanjun Qi und Professor Peng Guo Bremen besuchten.

Während des Treffens hielt Professor Tobias ten Brink einen Vortrag über das SFB-Projekt B05 "Dynamics of Chinese social policy. Interplay of national and international influences", das er gemeinsam mit Professor Tao Liu von der Universität Duisburg-Essen leitet. Tao Liu erläuterte den Gästen anschließend ausführlich die Riester-Rentenreform in Deutschland. Peng Guo präsentierte ein Update über die Dynamik und Reformen der chinesischen Altersvorsorge. An der Sitzung nahmen auch Dr. Armin Müller, Dr. Fei Wang, Research Fellow Tong Tian und Yuxin Li von der Universität Duisburg-Essen teil.


Kontakt:
Prof. Dr. Tobias ten Brink
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
28759 Bremen
Tel.: +49 421 200-3382
E-Mail: t.tenbrink@jacobs-university.de

Sigrid Lupieri
Sigrid Lupieri
Lupieri ist Doktorandin an der University of Cambridge und wird drei Monate in Bremen bleiben und mit dem Teilprojekt A04 zusammenarbeiten.

Dank eines Stipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung arbeitet Sigrid Lupieri vom 1. September bis 30. November 2018 als Gastwissenschaftlerin am SFB 1342. Als Doktorandin an der University of Cambridge analysiert sie die Faktoren, die die Teilhabe älterer syrischer Flüchtlinge an Gesundheitsdienstleistungen in Jordanien bestimmen.

Sigrid Lupieri war zuvor für die UNESCO und das UNDP in Neu-Delhi und New York tätig, außerdem hat sie mehrere Jahre als Journalistin in Armenien, Georgien, Deutschland und den USA gearbeitet. Sie hat einen Master-Abschluss in Journalismus (Northwestern University) und Moderner europäischer Geschichte (University of Cambridge) sowie einen BA in Fremdsprachen und Literatur der Universität Udine. Während ihres Aufenthaltes in Bremen wird Sigrid Lupieri eng mit dem Teilprojekt A04 des SFB 1342 zusammenarbeiten.


Kontakt:
Dr. Lorraine Frisina Doetter
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58561
E-Mail: frisina@uni-bremen.de

Dr. Johanna Kuhlmann
Dr. Johanna Kuhlmann
Im Interview erzählt Johanna Kuhlmann, die von der TU Braunschweig zum SFB 1342 wechselte, warum Sozialpolitik das Kleinteilige mit dem großen Ganzen verbindet und warum es sie reizt, Neues im Bekannten zu entdecken.

Du bist Politikwissenschaftlerin. Wann wusstest du, dass das der passende Beruf für dich ist?

Zumindest nicht, als ich angefangen habe zu studieren. Ich habe Politikwissenschaft und Germanistik studiert und hatte am Anfang noch keine konkrete Vorstellung davon, was ich werden will. Journalismus war eine Idee, aber das war sehr vage. Ich habe dann mehrere Praktika gemacht im politikwissenschaftlichen Bereich und im Bereich Germanistik.

Was genau?

Ich habe in einem Ministerium und bei einem Bundestagsabgeordneten gearbeitet, aber auch in einem literaturwissenschaftlichen Forschungsinstitut. Ich habe mich damals noch etwas breiter aufgestellt. Ich wusste, dass ich politikwissenschaftlich arbeiten will, als ich meine erste Stelle als studentische Hilfskraft an der Uni hatte.

Das war noch in Münster, richtig?

Ja. Das hat mir total gut gefallen, weil mein damaliger Chef die studentischen Hilfskräfte direkt inhaltlich in die Forschung eingebunden hat. Ich war an vielen Diskussionen beteiligt und konnte richtig mitforschen. So habe ich schnell einen umfassenden Einblick bekommen. Da hab ich gedacht: Das kann ich mir vorstellen.

Was interessiert dich an Sozialpolitik?

Als ich im Studium angefangen habe, mich mit Sozialpolitik zu beschäftigen, habe ich mich vor allem für strategische Aspekte interessiert, konkret: Warum kürzen politische Akteure sozialpolitische Leistungen, die für viele ihrer Wählerinnen und Wähler essentiell sind? Das war wenige Jahre nach den Agenda 2010-Reformen. In meiner Dissertation stand dann mehr die inhaltliche Dimension von Sozialpolitik im Vordergrund, also wie genau verändert sich eigentlich sozialpolitische Leistungserbringung? Und wie kann man das – über strategische Aspekte hinaus – erklären? Auch, wenn Sozialpolitik unheimlich kleinteilig ist und man sich lange mit Paragraphen einzelner Sozialgesetzbücher beschäftigen kann: Veränderungen von Sozialpolitik machen immer auch Aussagen über Grundprinzipien gesellschaftlichen Zusammenlebens und über die Frage, welche Rolle der Staat im Zusammenhang mit der Erbringung von Wohlfahrt für Bürgerinnen und Bürger zu übernehmen bereit ist.

Warum bist du zum SFB gewechselt?

Weil mich die inhaltliche Konzeption des SFB insgesamt und des Teilprojektes, in dem ich jetzt mitarbeite, sehr interessiert hat. In dem Teilprojekt geht es darum, die Ergebnisse der anderen fallstudienzentrierten Teilprojekte zu bündeln und zu erklären, durch welche kausalen Mechanismen es zu einer Verbreitung von Sozialpolitik kommt. So soll ein eigenständiger theoretischer Beitrag entstehen. Das hat mich gereizt. Ich bin keine reine Theoretikerin und habe auch in meiner Dissertation empirisch gearbeitet. Aber ich habe schon ein Faible für theoretische Fragestellungen. Ich habe mich außerdem bisher vor allem mit europäischen Wohlfahrtsstaaten beschäftigt. Ein Ausgangspunkt des SFB ist: Wir wissen sehr viel über OECD-Wohlfahrtssysteme, aber längst nicht so viel über andere Wohlfahrtssysteme. Das ist bei mir ähnlich.

Und das empfandst du nicht als abschreckend, sondern als reizvoll?

Auf jeden Fall. Das ist ja auch etwas, was wissenschaftliches Arbeiten ausmacht, nämlich blinde Flecken aufzudecken. Mit den grundsätzlichen Debatten und theoretischen Bezugspunkten des SFB, die in meiner Arbeit im Teilprojekt zunächst im Vordergrund stehen werden, sind mir vertraut. Aber die Sozialpolitik vieler Nicht-OECD-Länder, vor allem im Detail, ist Neuland für mich. Weil wir in unserem Teilprojekt, das keinen eigenen empirischen Gegenstand hat, viel in die anderen Teilprojekte reingucken werden, verspreche ich mir einiges davon.


Kontakt:
Dr. Johanna Kuhlmann
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58574
E-Mail: johanna.kuhlmann@uni-bremen.de

Dr. Dennis Niemann
Dr. Dennis Niemann
Als kleiner Junge wollte Dennis Niemann Paläontologe werden. Heute sucht er als Politikwissenschaftler lieber nach gesellschaftlichen Mechanismen und Mustern als nach versteinerten Knochen.

Was war dein erster Berufswunsch als Kind oder Jugendlicher?

Wahrscheinlich der obligatorische Astronaut, Feuerwehrmann, Polizist. Ein Beruf, in dem man "so richtig was macht". Auf die damaligen Rollenvorbilder bin ich voll eingestiegen. Als ich in den 1980ern aufgewachsen bin, da gab es auch eine große Dinosaurier-Phase. Also war mein Plan, später auch Dinosaurier ausbuddeln.

Und warum tust du das heute nicht?

Weil es wahrscheinlich ganz schön langweilig ist, in der Erde zu buddeln und alle Jubeljahre so einen versteinerten Knochen zu finden. Mein erster realistischer Berufswunsch zu Beginn meines Studiums war Journalismus. Wie bei so vielen in den Sozialwissenschaften. Ich dachte, das wäre etwas, denn ich habe schon immer gern geschrieben. Ich hatte im Bereich Journalismus aber weder Connections noch besonderes Talent.

Warum hast du angefangen, Sozialwissenschaften zu studieren?

Das wurde mir tatsächlich während der Schulzeit bei einer Studienberatung empfohlen. Ich habe dann Politik und Jura studiert. Und schon zu Beginn des Studiums hat sich herausgestellt, dass das gut passte, auch als Berufsfeld.

Inwiefern?

In erster Linie kam das durch meine Arbeit als studentische Hilfskraft. Im dritten Semester wurde ich vom Professor angesprochen, ob ich Lust hätte, als Hilfskraft zu arbeiten. Da war ich irgendwie geschmeichelt. Aber die Arbeit hat mir auch echt Spaß gemacht.

Du musstest als nicht nur kopieren?

Nein, anders als einige Kommilitonen wurde ich nicht als Kopiersklave eingesetzt. Ich hatte das Glück, bei Michael Zürn zu arbeiten, der in den Internationalen Beziehungen forscht. Zürn hatte damals ein Projekt zu Internationaler Umweltpolitik.

Wann war das?

Das war 2003/2004. Da gab es eine riesige Datenbank zu Umweltregimen, und ich hatte die Aufgabe, diese auszuwerten. Das war für mich als Student komplett neu und total interessant, weil dabei Dinge herauskamen, die keiner wusste.

Hast du ein Beispiel?

Dass es zum Beispiel sinnvoller ist, quasi-juristische Schlichtungsstellen einzusetzen, die die Einhaltung von Regeln bewerten, anstatt sofort irgendwelche Sanktionen anzudrohen. Und dabei bin ich mit dem Fieber infiziert worden, Wissen zu schaffen.

Deine Abschlussarbeit hat dann ja auch auf deiner Hilfskrafttätigkeit aufgebaut.

Genau, das Thema war "Compliance in internationalen Umweltregimen". Seit ich die Hilfskraftstelle hatte, habe ich kontinuierlich daraufhin gearbeitet, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Und das hat relativ problemlos geklappt durch den mittleren Sonderforschungsbereich "Staatlichkeit im Wandel". Da bin ich dann in der Mitte der zweiten Projektphase eingestiegen. Ich war damals auch Hilfskraft bei dem Co-Projektleiter Ansgar Weymann. Da hatte ein Mitarbeiter von ihm erfahren, dass ich promovieren wollte, und sagte: Komm mal vorbei, wir sprechen miteinander und dann ist das schon so ein Vorstellungsgespräch ausgeartet. Ich glaube, ich hab damals so was gesagt wie: "Ich würde gern etwas zu internationalen Organisationen machen, das Politikfeld ist mir egal." Und so ist es dann das Politikfeld Bildung geworden. Und das ist auch total spannend.

Stell dir vor, du hättest alles, was du brauchst: genügend finanzielle Mittel, gute Kolleginnen und Kollegen, das notwendige Wissen, die beste technische Ausstattung und auch genug Zeit - welche Forschungsfrage würdest du versuchen zu klären?

Puh! Das sind so Fragen, mit denen man sich überhaupt nicht beschäftigt! Weil das komplett illusorisch ist! Aber zum Beispiel hatte ich mit einem Kollegen ein leider abgelehntes Drittmittelprojekt - dabei ging es um Schulautonomie im europäischen Vergleich. Das ist ein echt spannendes Thema.

Kannst du ganz kurz erklären, was du damit meinst?

Schulautonomie meint, dass Schulen nicht mehr so stark vom Staat reglementiert werden, sondern ihr eigenes Profil entwickeln und in einem möglichst weit gesteckten Rahmen Unterricht gestalten und Leute ausbilden können. Das würde ich gern im europäischen Vergleich untersuchen. Wenn wir dafür unbegrenzte Mittel zur Verfügung hätten, würde ich für jedes europäische Land diese Entwicklungspfade nachzeichnen und hinterher eine Datensammlung haben mit allen möglichen Erklärungsfaktoren, warum Staaten sich für oder gegen mehr Schulautonomie entschieden haben. Um zu erkennen, was die entscheidenden Erklärungsfaktoren für die Entwicklung waren. Das ist etwas, das mich generell besonders interessiert: Warum kam es zu etwas? Zu entdecken, was nicht auf der Hand liegt, sondern ein bisschen gegen die Erwartungen läuft.

Im Grunde ist der SFB auch so angelegt: Man schaut auf die Entwicklung von Sozialpolitik in der Vergangenheit, sucht nach Mustern, um darauf basierend in die Zukunft zu schauen.

Das ist genau, worin ich mich selbst perfekt wiederfinde. Man muss zunächst ein bisschen rückwärtsgewandt schauen, was passiert ist. Kann aber darauf aufbauend Mechanismen und Muster identifizieren.

Du bist jetzt Postdoc. Was ist dein Plan für die nächsten zehn, zwanzig Jahre?

In der ersten Förderphase ist mein Ziel, ernsthaft die Habil anzugehen. Und dann würde ich mich natürlich auch gern auf Professuren bewerben.

Hast du für deine Habil schon ein Thema im Kopf?

Etwas Grobes ja. Das ist an unser SFB-Bildungsprojekt angelehnt. Dabei schauen wir uns an, welche Ideen internationale Organisationen zum Thema Bildung haben. Wir untersuchen dabei auch Organisationen, die vorher gar nichts mit Bildung zu tun hatten, z.B. die Weltbank oder auch die OECD, die vorher einen klaren Wirtschaftsschwerpunkt hatten. Mich interessiert, warum etwa die OECD jetzt so einen großen Wert auf Bildung legt. Was war der Anreiz, sich in dem Feld so stark zu engagieren? Hört man OECD, denkt man gleich an die PISA-Studie. Aber das gibt es auch bei anderen internationalen Organisationen, die sehr stark auf Sozialpolitik setzen. Mich würde interessieren: Was bringt Organisationen dazu, sich auf einmal auszudehnen? Und wie reagieren die Organisationen darauf, die schon da waren? Werden die verdrängt, suchen sie andere Nischen? Das ist das Projekt, das im nächsten halben Jahr vorangetrieben wird.


Kontakt:
Dr. Dennis Niemann
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67473
E-Mail: dniemann@uni-bremen.de

Dr. Camilla Addey
Dr. Camilla Addey
Camilla Addey von der Columbia University stellt diese Frage in ihrem Forschungsprojekt "ILSA Inc.", das sie kürzlich am SFB 1342 präsentierte.

Die Ergebnisse internationaler Schulleistungsuntersuchungen wie PISA, IGLU oder TIMMS haben erheblichen Einfluss auf die Bildungspolitik der teilnehmenden Staaten. Laut OECD hat beispielsweise eine große Mehrheit der Teilnehmerländer angegeben, dass PISA die Gestaltung der Lehrpläne beeinflusst hat und dass ihre Politikfindung von den Strategien leistungsstarker Länder beeinflusst wird.

"Die Daten dieser internationalen Schulleistungsuntersuchungen (englisch: International Large Scale Assessments - ILSA) gelten gemeinhin als zutreffend und verlässlich", sagte Camilla Addey, Lecturer an der Columbia University, New York. Sämtliche Arbeitsschritte von der Entwicklung über die Durchführung bis zur Auswertung der Untersuchungen seien aber zu einem Großteil an private Unternehmen ausgelagert, sagte Addey vergangene Woche bei einer Präsentation ihres Forschungsprojektes „ILSA Inc.“ vor Mitgliedern des SFB 1342 an der Universität Bremen. "Welche Auswirkungen diese maßgebliche Beteiligung der Privatwirtschaft auf die Schulleistungsuntersuchungen und letztlich auf die Bildungspolitik hat, wissen wir nicht", sagte Adey. "Bislang gibt es dazu keine empirische Forschung."

Diese Lücke will Addey mit ihrem Projekt schließen. Ihre qualitativen und quantitativen Daten sammelt Addey mittels "Network Ethnography", einer Mischung aus Netzwerkanalyse, qualitativen Interviews, Beobachtungen und vielem mehr. Addeys Ziel ist es, das Netzwerk der globalen ILSA-Akteure offenzulegen und die Art ihrer Beziehungen transparent zu machen.

Addey steht noch am Anfang ihrer Datenerhebung. Sie sagte aber, dass das Netzwerk der an den internationalen Schulleistungsuntersuchungen beteiligten Firmen und Personen relativ klein und abgeschlossen sei. Details aus den ersten Interviews, die Addey bislang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern relevanter Internationaler Organisationen geführt hatte, wollte Addey während des Vortrags nicht preisgeben. Dafür sei es noch zu früh. Interessierte könnten sich aber persönlich an sie wenden.

Zur Person:
Camilla Addey arbeitet als Lecturer am Teachers College der Columbia University in New York. Sie gehört zudem zum Leitungsteam des Laboratory of International Assessment Studies, einem interdisziplinären Netzwerk zu internationalen Schulleistungsuntersuchungen.

Prof. Dr. Frank Nullmeier und Dr. Dieter Wolf
Prof. Dr. Frank Nullmeier und Dr. Dieter Wolf
Sven Beckerts Werk über die Geschichte des globalen Baumwollhandels inspiriert Frank Nullmeier dazu, über die zukünftige Sozialpolitikforschung nachzudenken.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Global Cotton. Eine Uni – ein Buch – eine Stadt" haben Frank Nullmeier und Dieter Wolf in der vergangenen Woche vorgestellt, was die Sozialpolitikforschung von Sven Beckerts Werk "King Cotton" lernen kann (Titel des englischen Originals: "Empire of Cotton").

Basierend auf jahrelanger Recherche erzählt der Historiker Beckert in seinem Buch die Geschichte des globalen Kapitalismus am Beispiel eines Produkts: der Baumwolle. Über die Produktion, die Verarbeitung und den Handel hat die Naturfaser verschiedenste Weltregionen nachhaltig miteinander verknüpft.

Nachdem Dieter Wolf zwei Kernpunkte Beckerts diskutierte ("Der transatlantische Dreickshandel zwischen Europa, Afrika und Lateinamerika war ein gewaltsamer Handel und eine Form des Kriegskapitalismus."  - "Die Briten verboten die Sklaverei, als die industrielle Produktion, basierend auf Lohnarbeit, einträglicher wurde als das alte Model."), warf Frank Nullmeier die Frage auf, was die moderne Sozialpolitikforschung von Sven Beckerts Arbeitsweise und Methodik lernen kann. Nullmeier nannte drei Hauptpunkte:

1. Transnationalität: Die Nationalgeschichtsschreibung reicht nicht mehr aus, um die Dynamiken sozialpolitischer Entscheidungen zu erklären. Durch die Einbettung in das globale Wirtschafts- und Finanzsystem, die Auswirkungen von Migration und weltumspannende Kommunikationssystemen resultieren sozialpolitische Entscheidungen schon lange nicht mehr nur aus nationalen Faktoren. Die Sozialpolitikforschung muss daher zu einer kontinentübergreifenden Geschichte transnationaler Verknüpfungen erweitert werden, analog zu Beckerts Geschichte des Baumwollanbaus und -handels und deren Auswirkungen.

2. Politische Ökonomie: Beckert interpretierte den globalen Baumwollhandel nicht als reines Ergebnis des Zusammenspiels von Angebot und Nachfrage. Er resultiert (bis heute) zu einem erheblichen Teil aus den Macht- und Gewaltverhältnissen zwischen den beteiligten Ländern bzw. Reichen. Analog gilt dies auch für die Sozialpolitik: Die Ökonomie als eine zentrale Einflussgröße ist ohne die politik- und staatsbezogenen Gewalt- und Rechtsverhältnisse nicht ausreichend erklärbar.

3. Analytik der Kausalketten: Beckert zeigt in seinem Buch an vielen Beispielen, wie eine ganze Kaskade von Ereignissen und Reaktionen darauf vielfältige Auswirkungen an verschiedensten Orten der Welt hatte. Auch die Sozialpolitikforschung sollte lange kausale Ketten verfolgen und komplexe kausale Netze rekonstruieren, um die so die Entstehung und Veränderung von Sozialpolitiken zu verstehen.

Die Veranstaltungsreihe "Global Cotton. Eine Uni – ein Buch – eine Stadt" läuft noch bis Ende des Jahres.


Kontakt:
Prof. Dr. Frank Nullmeier
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58576
E-Mail: frank.nullmeier@uni-bremen.de

Die Regierung Russlands beschloss kürzlich, das Renteneintrittsalter und die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Ob diese Entscheidungen nötig waren und welche soziale Sprengkraft sie entfalten könnten, analysiert SFB-Mitarbeiter Martin Brand.

Die Mehrwertsteuer in Russland soll von 18 auf 20 Prozent steigen. Doch vor allem die Rentenreform bewegt die Menschen in Russland, schreibt Brand: Das reguläre Renteneintrittsalter soll für Frauen von derzeit 55 auf 63 Jahre stiegen, für Männer von 60 auf 65 Jahre. Wenn man die Lebenserwartung vor allem der russischen Männer betrachtet (67,5 Jahre), liegt auf der Hand, dass diese Reform äußerst unpopulär ist: Einer Umfrage zufolge sind 92 Prozent der Bevölkerung dagegen. Proteste formieren sich bereits auf Online-Plattformen und auf der Straße.

Andererseits erscheint die Reform unausweichlich: Der Rentenfonds ist chronisch defizitär, 2018 werden umgerechnet 17,7 Mrd. Euro fehlen, 40 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Staatshaushalt. "In diesem Spannungsfeld ökonomischer und sozialer Faktoren", schreibt Brand, "wird sich die Debatte um die Reform des Rentensystems in Russland bewegen – spätestens nach der Fußball-WM." 

Weitere Informationen:
Der ausführliche Beitrag für die Bundeszentrale für Politische Bildung 


Kontakt:
Martin Brand
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Forschungsstelle Osteuropa
Klagenfurter Straße 8
28359 Bremen
E-Mail: martin.brand@uni-bremen.de

Keonhi Son
Keonhi Son
Keonhi Sons kam über den Umweg der Literatur- zu den Sozialwissenschaften. Ihr Interesse gilt dabei der Sozialpolitik von Schwellenländern. Warum die Mängel des südkoreanischen Sozialsystems für sie eine große Motivation sind, erzählt sie im Interview.

Du hast in Südkorea studiert und einen Bachelor-Abschluss gemacht, aber dann hast du deine Karriere komplett umgekrempelt. Bitte erzähl' mal.

Nach meinem Bachelor-Abschluss in Südkorea habe ich ein völlig neues Fach in einem völlig neuen Land begonnen.

Was war dein erstes Thema?

Mein erstes Fach war Englische Literatur, dabei habe ich mich auf englisches Theater spezialisiert. Ich war damals ziemlich begeistert bei der Sache. Aber ich kam an einen Punkt, als ich etwas anderes machen wollte.

Warum? Hast du auf diesem Gebiet gearbeitet und es gefiel dir nicht?

Ich habe ein wenig für eine Theatergruppe gearbeitet und dann bin ich nach London gegangen, um noch ein wenig mehr zu lernen. Anschließend zog ich nach Deutschland, um weiter zu studieren. Aber ich mochte das Theaterstudium in Deutschland wirklich nicht. Da wurde mir klar, dass Literatur und Theater nicht das Richtige für mich sind. Also habe ich überlegt, was mein zweites Lieblingsfach war, nämlich Verwaltungs- bzw. Politikwissenschaften - in Südkorea sind beide sehr gemischt.

In den Fächern hast du also deinen Master in Heidelberg gemacht.

Ja, in Public Policy.

Politik- oder Verwaltungswissenschaften unterscheiden sich sehr von Literatur und Theater - was gefällt dir an dem Thema so gut?

Das Studium der Politikwissenschaft hat mir viel Spaß gemacht. Aber vor allem muss Südkorea seine Sozialpolitik entwickeln. Unser Land hat seine Wirtschaft schnell entwickeln können, die anderen gesellschaftlichen Bereiche aber hinken hinterher. Zu diesen notwenigen Reformprozessen wollte ich beitragen. Ein konkretes Beispiel: Meine Eltern und Verwandten leiden darunter, dass es kein vernünftiges Rentensystem gibt. Ich habe mir gedacht: Vielleicht kann ich in dem Bereich etwas voranbringen. Deutschland war für mich in der Hinsicht der perfekte Studienort, weil es eine lange Geschichte der Sozialversicherungssysteme hat.

Ich habe gelesen, dass Südkorea kürzlich einige Fortschritte in der Sozialpolitik gemacht hat: Die Wochenarbeitszeit wurde reduziert - von 68 auf 52 Stunden!

Immer noch sehr viel!

Arbeiten die Leute tatsächlich so lange?

Ja, das tun sie. Die Menschen haben eine völlig andere Denkweise als die meisten Europäer. Früher hatten die Menschen ein sehr hohes Maß an Arbeitsplatzsicherheit und gleichzeitig dachten sie, sie gehörten zu dem Unternehmen, bei dem sie arbeiteten - sie widmeten ihr Leben ihrem Arbeitgeber. Auch wenn das Unternehmen seine Angestellten ausbeutet hat. Aber lange Zeit waren die Leute damit einverstanden und dachten: Das ist der Ort, an den ich gehöre. Aber jetzt gibt es kaum noch Arbeitsplatzsicherheit in Südkorea. Die junge Leute wollen nicht mehr so lange arbeiten: "Du beschäftigst mich nicht mehr ewig, warum sollte ich also ewig für dich arbeiten?" Die Verkürzung der Arbeitszeit ist also ein gutes Zeichen, aber gleichzeitig auch traurig, da die Arbeitsplätze nicht mehr sicher sind. Wie überall sonst auch.

Was möchtest du in in den nächsten 30 bis 40 Jahren erreichen?

Das ist eine sehr lange Zeit. Ich denke, in unserer Generation werden wir unsere Jobs oft wechseln müssen. Aber ich möchte Wissenschaftlerin bleiben. Ich möchte die Sozialpolitik der Schwellenländer erforschen. Der SFB ist das perfekte Projekt für mich, weil ich dieses Thema schon immer in meiner Heimatregion untersuchen wollte. Ich bin mir nicht so sicher, welche Porsition ich beruflich erreichen will, aber ich weiß, was ich tun will.

Heißt das, dass du die südkoreanische Gesellschaft verändern willst?

Ich möchte dabei ein wenig helfen. Veränderung ist ein großes Wort. Ich möchte zumindest ein gutes Modell für die Sozialpolitik entwerfen, das funktionieren könnte. Als Europa seinen Wohlfahrtsstaat entwickelte, war die Konstellation völlig anders als in Südkorea heute. Wir müssen ein neues Modell der Sozialpolitik entwickeln, wir können das europäische System nicht einfach kopieren. An der Entwicklung eines solchen neuen Systems zu arbeiten ist, was ich tun möchte.

Wenn du alles hättest, was du brauchst: genügend Forschungsgelder, das nötige Wissen, gute Kolleginnen und Kollegen, ausreichend Zeit - welche Forschungsfrage würdest du gernlösen?

Das ist eine sehr große Frage. Ich denke, es ist ziemlich ähnlich zu dem, was ich dir bereits gesagt habe. Die Schwellenländer befinden sich in einer Situation, in der sie unter der Finanzkrise, der raschen Globalisierung, der Deindustrialisierung, der Postindustrialisierung usw. gelitten haben - gerade mit Blick auf diese Probleme müssen diese Länder ihre Sozialpolitik entwickeln. Denn sie haben die Sozialversicherungssysteme viel langsamer entwickelt als ihre Wirtschaft. Und bevor private Unternehmen das gesamte System dominieren werden, sollten sie einen Weg finden, ein funktionierendes öffentliches Sozialsystem zu etablieren.


Kontakt:
Keonhi Son
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58541
E-Mail: son@uni-bremen.de

Wissenschaftsenatorin Eva Quante-Brandt
Wissenschaftsenatorin Eva Quante-Brandt
Der Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" präsentierte sein Forschungsprogramm der Bremer Fachöffentlichkeit. Senatorin Quante-Brandt hob die Bedeutung für den Wissenschaftsstandort hervor.

Der Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" (SFB 1342) hat am 1. Juni sein Forschungsprogramm der Fachöffentlichkeit präsentiert. Rund 100 geladene Gäste aus Universität, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft waren dazu ins Bremer Haus der Wissenschaft gekommen, um die Präsentation zu verfolgen und anschließend mit dem Team des SFB 1342 ins Gespräch zu kommen.

Zum Auftakt der Veranstaltung gratulierte Bremens Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt dem Team des SFB 1342 zum Erfolg des Antrags und der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Sie hob die Bedeutung der Sozialwissenschaften für den Wissenschaftststandort Bremen hervor und bezeichnete den SFB 1342 als "sozialwissenschaftliches Leuchtturmprojekt, das über die Grenzen Europas hinausstrahlt". Exzellente Forschung und Lehre, hohe internationale Sichtbarkeit und unmittelbarer gesellschaftlicher Nutzen der Forschung – in diesen Feldern werde der SFB einen Meilenstein setzen.

Anschließend gab SFB-Sprecher Herbert Obinger einen Überblick die Struktur und das Forschungsprogramm des SFB. In einem weltweiten Vergleich zeigt Obinger, dass die Einführung sozialpolitischer Programme zeitlich und räumlich stark variierte. "Warum gibt es diese großen Unterschiede in der Sozialpolitik? Das interessiert uns, das wollen wir erklären", sagte Obinger. Dafür untersuchen die am SFB beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht nur Einflussfaktoren innerhalb von Nationalstaaten, sondern auch internationale Verflechtungen wie Wirtschaftsbeziehungen, Migration, den Austausch von Ideen, den Einfluss internationaler Organisationen und zwischenstaatliche Gewaltbeziehungen.

Frank Nullmeier wies darauf hin, dass Gesellschaften bei sozialen Herausforderungen vor der grundsätzlichen Entscheidung stehen, ob sie auf diese ausgrenzend oder solidarisch, d.h. durch sozialpolitische Maßnahmen reagieren. In vielen Teilen der Welt habe es schon sehr früh Formen des Sozialschutzes gegeben, u.a. in Europa, Südamerika und Südostasien.

Der SFB 1342 konzentriert sich in der Analyse auf den Zeitraum 1880 bis 2020 und verfolgt dabei zum einen einen makro-quantitativen Ansatz, um die verscheidenen Bereiche von Sozialpolitik auf globaler Maßstabsebene zu erfasen und zu analysieren. Zentrales Element dieses Bereiches ist der Aufbau einer webbasierten, interaktiven Datenbank zur Sozialpolitik: das Global Welfare Information System (WeSIS). Zum anderen finden im Rahmen des SFB detaillierte Fallstudien auf Länderebene statt, um die Wirkungsweisen vielfältigster Einflussfaktoren auf die Ausgestaltung von Sozialpolitik tiefenscharf zu untersuchen. Ziel dieses Projektbereichs ist die Entwicklung einer Theorie sozialpolitischer Entwicklungsdynamiken, die rein nationalstaatliche Narrative überwindet. Es werden die kausalen Mechanismen dingfest gemacht, die staatlich verantwortete Sozialpolitik aus der Interaktion zwischen nationalen Faktoren und inter- und transnationalen Verflechtungen entstehen lassen.


Kontakt:
Philipp Jarke
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58573
E-Mail: pjarke@uni-bremen.de

Dr. Armin Müller
Dr. Armin Müller
Als Schüler wusste Armin Müller nichts über China, heute spricht er Mandarin und ist Experte für das chinesische Sozialsystem. Im Interview erzählt er, wie sich Staatszensur auf seine Arbeit auswirkt und was es mit Geldrecyclingmaschinen auf sich hat.

Was wärst du geworden, wenn du nicht Wissenschaftler geworden wärest?

Früher wollte ich mal Musiker werden. Ich hatte in der Schule schon Musik-Leistungskurs und habe klassische und elektrische Gitarre gespielt. Das hat mir Spaß gemacht, aber Wunsch und Realität passen nicht immer zusammen.

Das hast du ja offenbar rechtzeitig gemerkt und bist in die Wissenschaft gegangen. Wie kam es dazu?

Schon als Teenager habe ich mich sehr für Politik, Wirtschaft und die Zusammenhänge zwischen beiden interessiert, gerade auch was die Entwicklung außereuropäischer Gesellschaften angeht. Nach der Schule habe ich mich nach etwas umgesehen, das sowohl praxisorientiert ist als auch für mich persönlich spannend. Da hat sich Politikwissenschaft angeboten.

Du interessierst dich sehr für China. Wie kam es dazu?

Als ich 16 oder 17 war, habe ich angefangen, orientalische Philosophie zu lesen, wobei ich insbesondere Taoismus ziemlich spannend fand. Außerdem habe ich relativ früh mitbekommen, dass China bis 2020 eine starke politische und wirtschaftliche Stellung in der Welt haben wird. Ich musste aber feststellen, dass ich eigentlich gar nichts über das Land weiß abgesehen davon, dass dort eine kommunistische Partei regiert. Also dachte ich mir: Es wäre doch eine interessante Sache, sich das genauer anzuschauen.

China ist für die meisten Leute ein eher unzugänglicher Raum. Außerhalb der Hauptstädte spricht kaum jemand Englisch, auf den Straßenschildern stehen nur chinesische Schriftzeichen ... Wann bist du zum ersten Mal nach China gereist und wie war das?

Ich war 2003 zum ersten Mal in China. Da hatte ich allerdings bereits seit eineinhalb Jahren Chinesisch gelernt und konnte mich verständigen. Das machte das Land für mich wesentlich zugänglicher. Ich habe keine Vorstellung davon, wie es ist, ohne Chinesischkenntnisse in China herumzureisen. Insgesamt stelle ich es mir ziemlich schwierig vor, wobei die wichtigsten Schilder usw. mittlerweile auch ins Englische übersetzt werden. Manchmal schleichen sich allerdings Übersetzungsfehler ein, das kann ziemlich lustig sein, wenn ein Geldautomat z.B. die Aufschrift „Money Recycling Machine“ trägt.

Du sprichst mittlerweile fließend Chinesisch.

Ja. Wobei ich die Sprache ständig auffrischen muss. Ich lese zwar täglich chinesische Texte, vor allem wissenschaftliche. Aber das ist schon ein recht spezielles Vokabular. Daher nutze ich die Zeit, in der ich morgens auf dem Weg zur Jacobs University in der Bahn sitze, zum Vokabeln lernen.

China hat sich seit der Jahrtausendwende stark verändert, die staatliche Kontrolle und Zensur wächst. Wie wirkt sich das auf deine Arbeit als Wissenschaftler aus?

Zu Beginn des Jahrhunderts gab es eine Phase der Öffnung: Für einige Jahre war es vergleichsweise einfach, Forschung und Recherchen vor Ort durchzuführen. In den letzten Jahren ist es tendenziell wieder schwieriger geworden. Das gesellschaftliche Klima hat sich geändert, und viele Menschen sind heute vorsichtiger als vor zehn Jahren. Es kommt allerdings auch sehr darauf an, womit man sich beschäftigt. Sozialpolitik ist im Allgemeinen kein besonders heikles Thema.

Warum hast du dich auf Sozialpolitik spezialisiert?

Als es auf meine Magisterarbeit zuging, sind die neuen sozialpolitischen Initiativen Chinas, die wir in unserem Teilprojekt teilweise untersuchen, gerade angelaufen. Meinen Professor hat das auch interessiert und so habe ich angefangen, mich mit dem ländlichen Gesundheitssystem und der Krankenversorgung zu beschäftigen. Die sozialen Sicherungssysteme und die politischen und administrativen Prozesse in China sind ziemlich komplex, in diesem Bereich gibt es sehr viel zu tun.

Kannst du deine Rolle im Teilprojekt kurz umreißen?

Derzeit bin ich damit beschäftigt, eine interne Datenbank aufzusetzen um zu analysieren, wie sich die verschiedenen sozialen Sicherungsformen in den letzten Jahren ausgebreitet haben – insbesondere seit 2000, aber auch davor. Die Koordination unter den verschiedenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist auch eine wichtige Aufgabe, weil wir über zwei Universitäten verteilt sind. Es kommen auch noch zwei Doktorandinnen dazu.

Lieber Armin, vielen Dank für das Gespräch - wir wünschen dir und eurem gesamten Team viel Erfolg für eurer Projekt!


Kontakt:
Dr. Armin Müller
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
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Tel.: +49 421 200-3473
E-Mail: arm.mueller@jacobs-university.de

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