Aktuelles

Hier finden Sie Neuigkeiten aus dem Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik": Zusammenfassungen aktueller Forschungsergebnisse, Hinweise auf Veröffentlichungen, Ergebnisse von Veranstaltungen und weiteres aus den Teilprojekten.


Tao Liu und Tobias ten Brink, die gemeinsam das Teilprojekt B05 leiten, haben eine Sonderausgabe des "Journal of Chinese Governance" herausgegeben. Die sechs Artikel der Ausgabe beleuchten Chinas Sozialpolitik aus international-vergleichender Perspektive.

Liu und ten Brink argumentieren in ihrer Einführung, dass die sozialpolitische Expansion in China in den letzten Jahrzehnten durch Einflüsse auf internationaler und supranationaler Ebene beeinflusst und befördert wurde. Liu führt dies in seinem Beitrag "Epistemological globalization and the shaping of social policy in China" weiter aus. Die Logik der chinesischen Sozialreformen, so Liu und ten Brink, sei nicht zu verstehen, wenn diese externen Faktoren in der Analyse unberücksichtigt blieben. Wie genau der Wissens- und Ideentransfer zwischen Ländern des Globalen Nordens und China abgelaufen ist und wie Konzepte aufgegriffen, übernommen oder abgewandelt wurden, bedürfe weiterer Untersuchungen.

Lius und ten Brinks Einführung ist online als Volltext abrufbar.


Kontakt:
Prof. Dr. Tao Liu
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Soziologie
Forsthausweg 2
47057 Duisburg
Tel.: +49 203 379-3747
E-Mail: tao.liu@uni-due.de

Prof. Dr. Tobias ten Brink
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
28759 Bremen
Tel.: +49 421 200-3382
E-Mail: t.tenbrink@jacobs-university.de

Der SFB 1342 und das SOCIUM suchen zum 01. März 2019 eine studentische Hilfskraft mit 30 Std./Woche für das Teilprojekt Z.

Für die Unterstützung der Abteilung "Theoretische und Normative Grundlagen" am SOCIUM und des Teilprojektes "Z" des Sonderforschungsbereichs 1342 Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt (1. März 2019) für die Dauer von zunächst drei Monaten eine studentische Hilfskraft gesucht. Eine Verlängerung des Vertrages wird angestrebt.

Die Aufgaben umfassen:

  1. Literaturrecherche, -beschaffung, und -ausleihe
  2. Recherche in Bilddatenbanken
  3. Transkriptionen von kürzeren Interviews
  4. Übersetzungs- und Korrekturarbeiten (Deutsch/Englisch)
  5. Unterstützung bei den Arbeiten im Projekt und in der Abteilung


Die Arbeitszeit beträgt 30 Stunden im Monat.

Idealerweise studieren Sie in den Masterstudiengängen Sozialpolitik, International Relations oder Politikwissenschaft, können sehr gute Englisch- und Microsoft-Office-Kenntnisse vorweisen und arbeiten selbstständig.

Bitte schicken Sie eine kurze Bewerbung mit den üblichen Unterlagen bis zum 30. Januar 2019 per E-Mail an:
Dr. Irina Wiegand
SFB 1342 / SOCIUM
Universität Bremen
Mary-Somerville-Str. 5
28359 Bremen
E-Mail: irina.wiegand@uni-bremen.de

Der SFB 1342 sucht eine Doktorandin / einen Doktoranden für das Teilprojekt "Herausbildung, Aus- und Umbau des Sozialstaats im Cono Sur im Austausch mit (Süd-)Europa (1850-1990)".

An der Universität Bremen ist im von der DFG finanzierten Sonderforschungsbereich 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik", am Fachbereich 8/ Sozialwissenschaften und am Institut für Geschichtswissenschaft in der Geschichte Lateinamerikas unter der Leitung von Prof. Dr. Delia González de Reufels zum nächstmöglichen Zeitpunkt unter dem Vorbehalt der Stellenfreigabe die Stelle

einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin / eines wissenschaftlichen Mitarbeiters
Entgeltgruppe TV-L 13 (65 %)

für die Dauer von 3 Jahren zu besetzen.

Die Befristung erfolgt nach § 2 Abs. 1 WissZeitVG (Wissenschaftszeitvertragsgesetz). Demnach können ausschließlich Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigt werden, die noch in dem entsprechenden Umfang über Qualifizierungszeiten nach § 2 Abs. 1 WissZeitVG verfügen.

Der Sonderforschungsbereich 1342 umfasst zwei Projektbereiche, A und B, in denen sich 15 Projekte mit der globalen Verbreitung von sozialpolitischen Instrumenten seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beschäftigen.

Die hier ausgeschriebene Stelle ist im Projektbereich B angesiedelt, dessen Projekte die internationalen Verbindungen und Verflechtungen der Verbreitung von Sozialpolitik unter Verwendung quantitativer Methoden untersuchen. Es geht hier u.a. um Fragen der Entwicklung sozialpolitischer Instrumente, um Fragen des Inklusionsgrads und der Generosität von Sozialpolitik. Ein Schwerpunkt liegt auf den Akteuren und den Prozessen des Austauschs und der Kooperation über nationale Grenzen hinweg sowie auf dem hier ebenfalls stattfindenden Wettbewerb. Im Teilprojet B02 steht die Geschichte des transnationalen Austauschs zwischen den Ländern des Cono Sur im Mittelpunkt; die ausgeschriebene Stelle ist Teil des TP B02.

Das historische Teilprojekt B02 "Herausbildung, Aus- und Umbau des Sozialstaates im Cono Sur im Austausch mit (Süd-) Europa ab 1850" erforscht die Pioniere sozialstaatlichen Handelns in Lateinamerika: Argentinien, Chile und Uruguay. Ein Fokus der Forschung in diesem Teilprojekt liegt auf Gesundheit und Arbeiterschutz als zwei eng miteinander verbundenen Feldern sozialpolitischer Intervention. Das geschichtswissenschaftliche Dissertationsprojekt, das im Rahmen der Anstellung bearbeitet werden soll, stellt Argentinien von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in den Mittelpunkt. Untersucht werden die Entwicklung von sozialpolitischen Instrumenten auf den genannten Feldern Gesundheit und Arbeiterschutz sowie die Wege, auf denen die hier maßgeblichen sozialpolitischen Ideen entwickelt, mit den kontinentalen Nachbarn ausgetauscht und schließlich in Argentinien implementiert wurden. Besonderes Augenmerk liegt auf der International Labor Organisation und auf deren Bedeutung für den argentinischen Kontext. Dabei sollen das lateinamerikanische Büro der ILO und dessen Bedeutung für staatliche Sozialpolitik im Cono Sur besondere Aufmerksamkeit erfahren.

Aufgaben

  • Mitarbeit im international besetzten SFB 1342 und eigenverantwortliche Forschung im Teilprojekt B02 in Verbindung mit einer eigenständigen Promotion zur Geschichte der sozialpolitischen Entwicklung in Argentinien im späten 19. und frühen 20. (siehe bitte oben)
  • Wissenschaftliche Dienstleistungen in der Lehre im Umfang von 2 LVS pro Semester in der Studieneingangsphase (Grundstudium/BA-Studiengang Geschichte bzw. General Studies Bereich) mit dem Schwerpunkt auf der Geschichte Lateinamerikas
  • Mitwirkung an der inhaltlichen und administrativen Arbeit des SFBs und der Professur der Geschichte Lateinamerikas
  • Beiträge zu Publikationen
  • Mitverantwortliche Arbeit an der Organisation und Durchführung von Workshops etc.
  • Fortführung und Vertiefung internationaler Kooperationen


Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes und überdurchschnittliches Hochschulstudium der Geschichtswissenschaft (Master)
  • Sehr gute Kenntnisse der lateinamerikanischen Geschichte und der Geschichte Argentiniens
  • Vorerfahrungen im Bereich der Transnationalen Geschichte sowie der Globalgeschichte
  • Vorerfahrungen bzw. Interesse an Fragen der Sozialpolitik und staatlichen sozialpolitischen Handelns
  • Großes Engagement in Forschung und Lehre
  • Fundierte Spanisch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift (B2 CEF)
  • Gute EDV-Kenntnisse
  • Teamfähigkeit und Organisationstalent


Für nähere Auskünfte wenden Sie sich bitte an Frau Prof. Dr. Delia González de Reufels
(E-Mail: dgr@uni-bremen.de).

Als Preisträgerin des Total-E-Quality Science Award strebt die Universität Bremen eine Erhöhung des Anteils von Frauen im Wissenschaftsbereich an und fordert deshalb Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Schwerbehinderten Bewerberinnen/Bewerbern wird bei im Wesentlichen gleicher fachlicher und persönlicher Eignung der Vorrang gegeben. Bewerbungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit Migrationshintergrund werden begrüßt.

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf und Zeugnisse in Kopie sowie Verzeichnis von Lehrveranstaltungen - sofern vorhanden - sowie Verzeichnis der Veröffentlichungen - sofern vorhanden) bis zum 08.02.2019 unter Angabe der Kennziffer A343/18 an die

Universität Bremen
Fachbereich 8 / Sozialwissenschaften
Universitätsboulevard 13
28359 Bremen

oder per E-Mail in Form einer pdf-Datei an:
fb08.bewerbung@uni-bremen.de.

Wir bitten Sie, uns von Ihren Bewerbungsunterlagen nur Kopien (keine Mappen) einzureichen, da wir sie nicht zurücksenden können. Bewerbungs- und Reisekosten werden nicht erstattet.

Irene Dingeldey und Jean-Yves Gerlitz in Genf.
Irene Dingeldey und Jean-Yves Gerlitz in Genf.
Mitglieder des Teilprojektes A03 diskutierten ihr Forschungsvorhaben zur Regulierung von Arbeitsstandards und deren Segmentationswirkung mit Expertinnen und Experten der Internationalen Arbeitsorganisation.

Vertreten durch Dr. Heiner Fechner, Jean-Yves Gerlitz, Jenny Hahs und PD Dr. Irene Dingeldey war das Teilprojekt A03 vom 3. bis 7. Dezember zu einem Forschungsbesuch bei der International Labour Organisation (ILO) in Genf. Die internationale Arbeitsorganisation versucht u.a. Mindeststandards der Arbeitsregulierung und des Arbeitsschutzes in allen Ländern der Welt umzusetzen. Um dies zu unterstützen, erhebt und sammelt die ILO entsprechende Daten weltweit und treibt vielfältige Studien und Forschungsaufgaben rund um das Thema Arbeit voran. Die ILO ist damit eine wichtige Partnerorganisation des SFB 1342 und insbesondere des Teilprojektes A03 "Welten der Arbeit".

Das Forschungsvorhaben des Teilprojektes zur Regulierung von Arbeitsstandards und deren Segmentationswirkung wurde mit den Expertinnen und Experten aus der ILO-eigenen Forschungsabteilung (RESEARCH), dem International Labour Standards Department (NORMES), dem Labour Law and Reform Department (LABOUR LAW) und dem Statistics Department (STATISTICS) diskutiert. Dabei stießen sowohl die Annahmen zur Segmentationswirkung von rechtlichen Normen als auch die geplante Analyse des Einflusses von Kolonialismusbeziehungen auf die Entwicklung von spezifischen Regulierungsmustern auf großes Interesse. Auch der segmentationswirksame Einfluss von ILO-eigenen Instrumenten wurde reflektiert. Die Verwendung von Leximetrics als Methode zur Analyse von Arbeitsregulierungen wurde dabei sowohl unterstützend als auch kritisch kommentiert.

Von Seiten der ILO wurden Möglichkeiten zur Kooperation sowohl in methodischer als auch inhaltlicher Hinsicht angeboten. Ganz wichtig: Auch der Datenaustausch mit dem Projekt bzw. der vom SFB 1342 geplanten Datenbank „WeSIS“ wird begrüßt. Geplant ist, den Austausch mit den verschiedenen Departments sowie der Forschungsabteilung zukünftig zu vertiefen.

Ein erstes Datum wird dabei die Feier zum 100. Geburtstag der ILO im Juni 2019 sein. An dem großen Symposium „Globalization and Social Justice: A Century of ILO Action, 1919 – 2019“ , das an der Universität Paris I Panthéon-Sorbonne in Paris stattfindet, ist das Teilprojekt A03 mit einem Beitrag von Prof. Dr. Ulrich Mückenberger vertreten.


Kontakt:
PD Dr. Irene Dingeldey
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut Arbeit und Wirtschaft
Wiener Straße 9 / Ecke Celsiusstraße
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-61710
E-Mail: dingeldey@uni-bremen.de

Prof. Dr. Ulrich Mückenberger
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Fachbereich Rechtswissenschaft
Universitätsallee, GW1
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-66218
E-Mail: mueckenb@uni-bremen.de

Das SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik sucht zum 1. September 2019 zwei PhD Fellows für das Projekt "The Reciprocal Relationship of Public Opinion and Social Policy".

The German Science Foundation funded project "The Reciprocal Relationship of Public Opinion and Social Policy" under Principal Investigator (PI) Nate Breznau at the SOCIUM Research Center on Inequality and Social Policy at the University of Bremen seeks to employ - under the condition of job release -

2 PhD Fellows
Salary level 13 TV-L (0,65)
Reference number A332/18

for a duration of three years, starting from September 1st, 2019 through August 31st, 2022.

Project description
Fellow "A" will focus on the macro-comparative part of the research and Fellow "B" will focus on the German case, see "Eligibility" for each fellowship below. Both Fellows will collectively contribute to the project and its output such as reports and publications, thus Fellows should be prepared to work in a team environment. Both Fellows are expected to develop academic research and writing skills, statistical analysis skills and attend and present findings at international conferences. English language fluency is necessary as the main project language is English. More details and a project description are available here.

Concurrent to the project work, the Fellows will pursue their doctoral degrees at the University of Bremen as Affiliated with the Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS). The Fellows will have about half of their weekly working time free for the pursuit of this goal. The topics of their dissertations are open; however, having topics related to the project is ideal.

Finally, Fellows should be aware that this project seeks to practice ethical and open science. Therefore, Fellows should be interested in data and code sharing, open access publications, developing shared workflows using online technologies (such as the Open Science Framework and GitHub), and a commitment to transparency in all of their work.

Fellow A - Macro-Comparative Focus. Eligibility
Candidates should have studied sociology or related social science disciplines and be interested in macro-comparative social policy. Ideally these candidates want to pursue a dissertation related to comparative welfare states, social policy and/or social inequality. Although this position will focus on the macro-comparative aspect of the project it also includes some work on the German case study, thus some knowledge of or willingness to learn the German language is desirable.

This Fellow will focus on collecting and analyzing cross-national comparative data. Primarily opinion data will come from the International Social Survey Program and the European Social Survey. Policy indicators will come from a variety of sources and the candidate will be expected to develop creative ways to measure policy and welfare states. This candidate must know or be willing to learn Stata or R, and to develop skills to implement multilevel statistical analysis. The ideal candidate will simultaneously pursue a dissertation topic in comparative welfare states or institutions, although this specific topic is not a strict requirement.

Fellow B - German Case-study Focus. Eligibility
Fellow B candidates should have studied political science or related social science disciplines and be interested in the political system of Germany. Given the project's inquiry into German politics, history and public opinion, candidates must be fluent in German with native German being ideal.

This Fellow will focus on analyzing the content of public opinion and policymakers' discussions throughout German history since 1945. In this process they will take responsibility for developing a database for later quantitative analysis. They will develop skills in qualitative content analysis for identifying the nature and direction of policy and opinion over time. The ideal candidate will simultaneously pursue a dissertation topic related to German politics, although this is not a strict requirement.

Hiring Considerations and Requirements
Application materials should include a Curriculum Vitae ("Lebenslauf"); a 1-2 page Cover Letter indicating why the candidate is interested in the position, why they think they are a good fit, what research skills they have, and an indication of what they might like to pursue as a dissertation topic; and a copy of the Master's Degree or a note indicating completion plans. Applicants must have completed a Master's Degree before Sept. 1st, 2019.

Applicants must be able to obtain a visa in case they are offered a position, please see visa requirements on the Federal Foreign Office website for more details.

Applications should be submitted as one combined Adobe pdf document no later than March 15th, 2019 to socium-bewerbungen@uni-bremen.de

Interviews will take place in April or May. Candidates from far away can interview via internet video conferencing if necessary.

For any other job-related inquiries please contact Nate Breznau, the PI, at nbreznau@uni-bremen.de

The University of Bremen has received a number of awards for its diversity policies and offers a family-friendly working environment as well as an international atmosphere.
The University is committed to a policy of providing equal employment opportunities for both men and women alike, and therefore encourages particularly women to apply for the position offered. Persons with disabilities will be considered preferentially in case of equal qualifications and aptitudes.
The University of Bremen explicitly invites persons with migration background to apply.

Mailing address:
SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik
Universität Bremen / Bremen University
Postfach 33 04 40

The cost of application and presentation cannot be reimbursed.

Dr. Sanen Marshall
Dr. Sanen Marshall
Dr. Sanen Marshall von der University of Malaysia Sabah berichtete am CRC 1342, dass liberale Universitäten Malaysias mit dem wachsenden Einfluss islamischer Organisationen auf Wissenschaft und Bildung konfrontiert sind.

Die Hochschullandschaft Malaysias ist zweigeteilt, sagte Sanen Marshall zu Beginn seines Vortrags: auf der einen Seite Universitäten, die für die Islamisierung von Wissen stehen, auf der anderen Universitäten, die sich zu liberaler Bildung bekennen. Die liberalen Universitäten haben sich laut Marshall der freien, kritischen Wissenschaft verschrieben, während die Universitäten, die die Islamisierung von Wissen vorantreiben, stets fragen, ob Forschungs- und Lehrinhalte mit den Grundsätzen des islamischen Glaubens in Einklang stehen.

Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit und einzelne islamische Länder wie Saudi-Arabien haben den Aufbau islamischer Universitäten in Malaysia seit den 1980er Jahren unterstützt, berichtete Marshall. Lange Zeit existierten beide Hochschulformen nebeneinander, aber seit Mitte der 2000er-Jahre ist das liberalen Bildungsideal an ein oder zwei Universitäten auf dem Rückzug, sagte Marshall: "Der Angriff auf liberale Ideen begann in den 2000er-Jahren".

Gleichzeitig haben islamische Ideen und Prinzipien einen wachsenden Einfluss auf das malaysische Bildungssystem: Ein Schulgeschichtsbuch zum Beispiel lehrt ohne Beweise über den Dschihad in Malaysias antikolonialer Geschichte und würdigt die Türkei als historisches Modell für die islamische Welt. Die Übersetzung von Charles Darwins Werk ins Malaiische ist in Malaysia verboten. "Und viele junge Studenten", sagte Marshall, "sind kaum noch bereit, sich kritisch und frei mit Inhalten auseinanderzusetzen".

Marshall schilderte das Beispiel einer liberalen Universität, an der die Zahl der Lehrstühle und Lektorenstellen in den Geisteswissenschaften stagniere, während technische und angewandte Studiengänge stark ausgebaut würden. Dies sei Ausdruck dessen, dass praktisch anwendbares Wissen in Malaysias Bildungssystem ein hohes Ansehen genieße.

Mit seinem Vortrag leistete Sanen Marshalls einen interessanten Input für den Sonderforschungsbereich 1342: Nicht nur globale bzw. westliche Internationale Organisationen nehmen bedeutenden Einfluss auf Bildungs- und Sozialpolitik von Nationalstaaten, sondern auch religiöse Organisationen wie die Organisation für Islamische Zusammenarbeit.


Kontakt:
Prof. Dr. Kerstin Martens
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-67498
E-Mail: martensk@uni-bremen.de

Franziska Deeg und Leticia Juarez
Franziska Deeg und Leticia Juarez
Franziska Deeg war für Teilprojekt B03 zwei Monate in Mexiko-Stadt, um die abschließenden Vorbereitungen und die Durchführung der Interviews vor Ort zu koordinieren.

Im Kölner Teil des Teilprojektes B03 werden zwei Befragungen durchgeführt - eine in Mexiko und eine in Brasilien -, um Einblicke in die Verbindung von Handel und Sozialpolitik auf Mikroebene zu erhalten. Die erste Umfrage in Mexiko wurde am 21.11. abgeschlossen: ein Meilenstein für das Projektteam B03. Seit Juni wurde die Studie in Köln vorbereitet und schließlich von September bis November von der Doktorandin Franziska Deeg vor Ort und mit tatkräftiger Unterstützung des Kölner Teams umgesetzt. Die Zeit vor Ort in Mexico-Stadt war ein besonders arbeitsintensiv, denn der Fragebogen musste noch abschließend übersetzt werden und die Pre-Tests durchlaufen. Zudem wurden Interviewer-Trainings durchgeführt.

Für die Vorbereitung und letztliche Implementation der Umfrage bestand reger Austausch zwischen Frau Deeg und Beltran, Juarez y Asociados (BGC), dem Meinungsforschungsinstitut, das für die Datenerfassung beauftragt wurde. Dabei wurde besonders Wert auf eine konzeptionell richtige Übersetzung des Fragebogens gelegt, welche auch auf den mexikanischen Fall zum Thema Sozialpolitik abgestimmt ist. Dies war eine besondere Herausforderung, da das Sozialsystem in Mexiko stark fragmentiert ist. Außerdem war es für das Team möglich, 60 Interviews als Pre-Test in den beiden für die Studie ausgewählten Staaten durchzuführen (Puebla und Queretaro). Dadurch konnten erste Einblicke in die Daten gewonnen und der Fragebogen weiter angepasst werden. Hierbei stand vor allem die Verständlichkeit der Fragen im Fokus, und besonders die Fragen zu Sozialpolitik konnten durch die Erfahrungen im Pre-Test nochmals verbessert werden.

Vor der finalen Datenerhebung wurde der Fragebogen in einer Schulung mit allen Interviewern zusammen durchgearbeitet. Durch das Training konnten Interviewer-Effekte stark verringert und auf Besonderheiten der Umfrage eingegangen werden, wie zum Beispiel auf die Conjoint.

Franziska Deeg konnte ihren Aufenthalt in Mexiko City mit einem Forschungsbesuch am Colegio de Mexico (Colmex) verknüpfen, einer der besten Universitäten Lateinamerikas. Sie konnte von dem reichen Vortragsangebot der Universität profitieren, mehr über die zahlreichen Forschungstätigkeiten am Colmex erfahren und mit Dr. Melina Altamirano zusammenarbeiten, die die Umsetzung der Studie mit ihrem Know-how stark unterstützte.

Durch die effiziente Arbeit des gesamten Teams und den siebenwöchigen Aufenthalt vor Ort konnte die Befragung erfolgreich implementiert werden. Die Daten liegen nun vor und sind bereit für die Analyse.


Kontakt:
Franziska Deeg
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Cologne Center for Comparative Politics
Herbert-Lewin-Str. 2
50931 Köln
Tel.: +49 221 470-2853
E-Mail: fdeeg@uni-koeln.de

Greta-Marleen Storath, Kristin Noack und Marlene Seiffarth
Greta-Marleen Storath, Kristin Noack und Marlene Seiffarth
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Science goes public!“ präsentierten die SFB-Doktorandinnen Kristin Noack, Marlene Seiffarth und Greta-Marleen Storath ihr Teilprojekt B07 in einer Bremer Kneipe.

Was passiert eigentlich mit der nonna in Italien, der mormor in Schweden und der Oma in Deutschland, wenn sie nicht mehr allein zurechtkommen? Etwa 50 Gäste waren am Donnerstagabend in die Bremer Kneipe Gondi gekommen, um sich von Kristin Noack, Marlene Seiffarth und Greta-Marleen Storath die erstaunlich unterschiedlichen Altenpflegesysteme der drei Länder erklären zu lassen.

Während die deutsche Pflegeversicherung den meisten Gästen vertraut war, erfuhren sie bei Salzstangen, Bier und Wein, dass die schwedische Altenpflege steuerfinanziert ist und sich die große Mehrheit der älteren Menschen lieber von staatlichen Pflegekräften betreuen lässt als von Familienangehörigen. Der Pflegeberuf habe in Schweden einen vergleichsweise guten Ruf, und auch die Bezahlung sei besser als beispielsweise in Deutschland, berichtete Storath. In Italien hingegen werden Pflegebedürftige ganz überwiegend von – meist weiblichen – Familienangehörigen versorgt, sagte Seiffarth. Die Familien erhalten nicht sachgebundene Direktzahlungen vom Staat, die vor allem im bürgerlichen Milieu genutzt werden, um migrantische 24-Stunden-Pflegekräfte zu bezahlen.

Die Gäste verfolgten die Präsentationen erstaunlich konzentriert und stellten im Anschluss eine Reihe von Fragen, unter anderem auch zu den Rückwirkungen der Migration von Pflegekräften auf deren Herkunftsländer, speziell in Ost- und Südosteuropa.

Kristin Noack, Marlene Seiffarth und Greta-Marleen Storath promovieren im Rahmen des SFB-Teilprojektes B07 „Transnationale Dienstleistungserbringung in der Langzeitpflege zwischen West- und Osteuropa“, in dem die Länder Deutschland, Italien und Schweden sowie Polen, Rumänien und die Ukraine in Fallstudien untersucht und verglichen werden.

Die Veranstaltungsreihe „Science goes public!“ findet zweimal jährlich in Bremen und Bremerhaven statt und gibt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Gelegenheit, ihr Arbeit in entspanntem Rahmen zu präsentieren und mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.


Kontakt:
Kristin Noack
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58604
E-Mail: knoack@uni-bremen.de

Marlene Seiffarth
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58600
E-Mail: m.seiffarth@uni-bremen.de

Greta-Marleen Storath
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58600
E-Mail: gm.storath@uni-bremen.de

Prof. Dr. Kiran Klaus Patel
Prof. Dr. Kiran Klaus Patel
Kiran Klaus Patel, Professor für Europäische und Globale Geschichte an der Universität Maastricht, diskutiert sein Buch "The New Deal: A Global History" mit Mitgliedern des SFB 1342.

Zwei Jahre ist es nun schon her, dass Kiran Klaus Patel, Professor für Europäische und Globale Geschichte an der Universität Maastricht, sein Buch "The New Deal: A Global History" veröffentlicht hat. Dennoch war Patel am Mittwoch gern bereit, es mit Mitgliedern des SFB 1342 zu diskutieren. Mit einem gewissen zeitlichen Abstand auf die eigene Arbeit zu schauen und darauf, wie es von Kolleginnen und Kollegen aufgenommen wurde, sei sehr aufschlussreich.

Worum geht es also in Patels Buch, dessen Entstehen auf einen Abend in einer Züricher Bar zurückgehen soll, in der Sven Beckert ("Empire of Cotton") und Kiran Klaus Patel zusammensaßen, tranken, diskutierten, und an dessen Ende Patel mit der Idee nach Hause ging, den Mythos des New Deal für eine von Beckert herausgegebene Buchreihe kritisch unter die Lupe zu nehmen? "Das Ziel war, die amerikanische Geschichte anders zu schreiben", sagt Patel heute, "eine Alternative zur traditionellen Geschichtsschreibung zu liefern." Der New Deal, der zeitlich zwischen den Globalereignissen Weltwirtschaftskrise und Zweiter Weltkrieg eingebettet war ("sandwiched between", wie Patel es so schön nannte), wird in den USA traditioneller Weise als rein nationalstaatliche Angelegenheit interpretiert. Patel zeigt in seinem Buch, dass die USA mit ihren Wirtschafts- und Sozialreformen keineswegs eine Ausnahme bilden oder gar autark agierten. Es gab damals sehr ähnliche Entwicklungen in vielen anderen Ländern: "Und die USA lagen mit dem New Deal in dem Spektrum der Handlungsoptionen sogar ziemlich in der Mitte", sagt Patel. Der New Deal sei also mitnichten originell gewesen, gleichwohl sei er – trotz seiner Mittelmäßigkeit – ein "game changer" gewesen, der den Grundstein gelegt habe für die Führungsrolle und internationale Dominanz der USA in der Nachkriegszeit.

Der New Deal war kein autarkes Werk der Regierung Roosevelts, sondern entstand unter Einfluss internationaler Beziehungen, die Patel in seinem Buch dokumentiert. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die die US-Regierung berieten, hatten zuvor in Europa studiert. Zudem wurden Experten und Expertinnen für Sozialpolitik aus Europa eingeladen, um ihre Ansichten und Erfahrungen zu präsentieren. Unter ihnen seien Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewesen, vor allem aus Schweden, die zuvor in den USA studiert und somit genau gewusst hätten, wie sie ihre Ideen in Washington erfolgreich verkaufen konnten.

Die USA übernahmen die sozial- und wirtschaftspolitischen Programme anderer Staaten natürlich nicht komplett: Sie suchten sich aus dem Portfolio der sozialpolitischen Möglichkeiten ihnen passend erscheinende Elemente heraus ("selective adaptation"). Im Ergebnis führte dies zum Social Security Act in den USA, der sich hauptsächlich an weiße männliche Arbeiter wandte – ganz ähnlich wie in den meisten europäischen Staaten.

Nachdem Patel die wichtigsten Argumente seines Buchs vorgestellt hatte, kam in der Diskussion die Frage aus, warum die USA gewisse sozial- und wirtschaftspolitische Elemente, vor allem aus Europa, übernommen hatten, erfolgsversprechende Varianten aus anderen Weltregionen (z.B. Lateinamerika und Japan) aber nicht. Patel erklärt dies vor allem mit zwei Argumenten: Zum einen hätten hier bestehende, etablierte Verbindungen und Netzwerke der Akteure aus Politik und Wissenschaft gegriffen; zum anderen habe die Vorstellung der Verwandtschaft zwischen den USA und Europa eine große Rolle gespielt, die auch rassistische Elemente aufwies: Die Entscheider lebten in einer weißen, eurozentristischen Welt.

Die USA scheuten sich damals nicht, auch Diktaturen bis hin zu Nazi-Deutschland auf geeignete sozial- und wirtschaftspolitische Programme zu untersuchen. Patel erklärt dies mit der damals verbreiteten modernistischen Annahme, dass sich politische Programme und Instrumente von der Ideologie eines Staates trennen ließen.

Weshalb er bei seiner Analyse des New Deal die Frage der Macht nicht oder nur begrenzt berücksichtigt habe, wurde Patel gefragt. Patel antwortete darauf, dass er dies bewusst getan habe, weil sonst die internationalen Beziehungen und Einflüsse auf den New Deal, die den Kern seines Buches darstellen, nicht genügend Raum bekommen hätten.

Im Abstand von nun zwei Jahren seit Erscheinen merkte Patel selbstkritisch an, dass sein Buch den New Deal und seine Entstehung nicht abschließend und vollumfassend erklärt. Die quantitative Dimension der Analyse sei nicht ausreichend, zudem habe nicht nur der New Deal selbst, sondern auch Patels eigene Arbeit einen europäischen Bias: Die asiatischen Einflüsse beispielsweise könnten noch eine wesentlich stärkere Berücksichtigung finden, ebenso wie die Rolle der lokalen Verwaltungen und der US-Bundesstaaten.

Einige Impressionen von unserer "International Conference on Global Dynamics of Social Policy" am 25. und 26. Oktober 2018 in Bremen.

Die Galerie mit Fotos von den beiden Konferenztagen finden Sie auf der Flickr-Seite des SFB 1342.


Kontakt:
Philipp Jarke
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58573
E-Mail: pjarke@uni-bremen.de