Prof. Dr. Heinz Rothgang
Prof. Dr. Heinz Rothgang
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zehn EU-Ländern diskutierten mit Vertreterinnen und Vertretern von Eurostat, der OED und europäischen NGOs über Fragen des Zugangs, der Qualitätssicherung und der Nachhaltigkeit von Pflegesicherungssystemen.

SFB-Mitglied Heinz Rothgang hat am 7. und 8 März Workshop der EU-Kommission zum "Mutual Learing" im Bereich Sozialer Scherung von Pflegebedürftigkeit teilgenommen. Ausgewählte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zehn EU-Ländern diskutierten mit Vertreterinnen und Vertretern der Kommission, von Eurostat, der OED und europäischen NGOs über Fragen des Zugangs, der Qualitätssicherung und der Nachhaltigkeit von Pflegesicherungssystemen. Außerdem ging es um die Möglichkeit, die vergleichende Berichterstattung dazu auf EU-Ebene zu verbessern. In den Diskussionen und der Arbeit in Kleingruppen hat Heinz Rothgang insbesondere die Perspektive der deutschen Pflegeversicherung dargelegt.

"Soziale Sicherungssysteme bei Pflegebedürftigkeit sind in der Europäischen Union der jüngste Zweig der sozialen Sicherung. Zugleich sind sie der Bereich, in dem sich die Sicherungssysteme der Mitgliedsstaaten am stärksten unterscheiden", sagt Rothgang. "Umso wichtiger ist es, wechselseitige Lernprozesse zwischen den Mitgliedsstaaten zu initiieren."

Es gebe inzwischen viele Daten und Studien zur Sozialen Sicherung von Pflegebbedürftigkeit, sagt Rothgang. Der internationale Vergleich sei aber schwierig: "Zwar ist es möglich eine gemeinsame, eher abstrakte Definition von Pflegebedürftigkeit zu formulieren, allerdings muss für Vergleichszahlen auf nationale Definitionen zurückgegriffen werden. Diese sind aber nicht ohne weiteres vergleichbar, so dass schon die vergleichende Darstellung der Zahl der Pflegebedürftigen schwierig ist." Eine Lösung, so Rothgang, wäre eine Vignettenstudie. "Dabei würden den nationalen Verantwortlichen wohlbeschriebene Fälle vorgelegt und sie müssten dann angeben, welche Leistungen die beschriebene Person in ihrem Land erhält." Zusammen mit den nationalen Daten entstehe so ein vergleichbares Bild.

Nachdem auf europäischer Ebene in den letzten Jahren verstärkt Indikatoren zur Ergebnisqualität diskutiert wurden, sagt Rothgang weiter, werde nun deutlich, "dass wir auch auf Indikatoren der Struktur- und Prozessqualität nicht verzichten können".


Kontakt:
Prof. Dr. Heinz Rothgang
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 3
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58557
E-Mail: rothgang@uni-bremen.de