Mareike Müller-Scheffsky
Mareike Müller-Scheffsky
Als erste SFB-Praktikantin arbeitete Mareike Müller-Scheffsky drei Monate lang im Teilprojekt A05. Im Interview spricht sie über ihre Erfahrungen und Zukunftspläne.

Mareike Müller-Scheffsky studiert im 6. Semester Soziologie an der Universität Bremen. Zum Lehrplan gehört ein auchtwöchiges Vollzeitpraktikum. Mareike hat diese Zeit in unserem Projekt „Die globale Entwicklung, Diffusion und Transformation von Bildungssystemen“ verbracht und arbeitete dort 25 Stunden pro Woche. Daher dauerte ihr Praktikum drei Monate.

Wie bist du darauf gekommen, dich beim SFB für das Pflichtpraktikum zu bewerben?

Mich interessiert einfach Forschung sehr und ich bin gerade dabei, mich im Studium thematisch zu spezialisieren, auch in Hinblick auf meine Bachelorarbeit. Ich habe bisher viel soziologische Politiktheorie gemacht, aber ich wollte auch einen Einblick in die Politikwissenschaft bekommen, um zu schauen, ob ich mich in diese Richtung weiterentwickeln möchte. Daher habe ich mich bei der Projektleitern Kerstin Martens initiativ beworben.

Was hast du während deines Praktikums gemacht?

Ich war gut eingebunden in das Projekt und habe an verschiedenen Dingen gearbeitet. Rückblickend betrachtet, gab es drei Phasen: Am Anfang habe ich ähnliche Aufgaben bearbeitet wie die studentischen Hilfskräfte im Projekt: vor allem Daten erhoben und Länderprofile erstellt. Anschließend habe ich ein Manual für die Arbeit an den Länderprofilen geschrieben, basierend auf meinen Erfahrungen und denen der studentischen Hilfskräfte. Denn Helen Seitzer und Fabian Besche, mit denen ich im Praktikum vor allem zusammengearbeitet habe, wollten gern etwas Schriftliches haben, um neue Hilfskräfte anzuleiten. Das Manual dient aber auch der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit für die Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Teilprojekten. Da war ich sehr frei in meiner Arbeit und habe auch ziemlich viel geschrieben – etwa 25 Seiten.

Was war die dritte Phase deines Praktikums?

Da habe ich statistisch gearbeitet. Ich habe eine halb-fertige CSV-Datei mit Daten zu Einführungzeitpunkt und Dauer verpflichtender Primärer Bildung bekommen, die ich dann größtenteils vervollständigen konnte. Dann mussten die Daten in R übertragen werden, was für mich neu war. Mit R hatte ich noch keine Erfahrung. In R habe ich den Datensatz in ein anderes Format umgewandelt, damit sich bestimmte Sachen darstellen lassen. Ich habe eine Missing-analyse gemacht und z.B. geschaut: In welchen Jahren haben wir gar keine Daten? Später habe ich viele Grafiken gemacht zu der Frage: Wie und wann verpflichtende Bildung in den Ländern eingeführt wurde. Ich hatte 214 Länder mit Daten über einen Zeitraum von 1880 bis 2017. Das übersichtlich darzustellen, ist nicht leicht. Aber nach der Kodierung hat das ganz gut geklappt und kann im Projekt auch für die weitere Analyse verwendet werden.

Du hast durch das Praktikum also etwas lernen können ...

Auf jeden Fall. Während des Soziologie-Studiums haben wir fast ausschließlich mit dem Programm Stata gearbeitet und auch nur mit perfekten Datensätzen. Das Programm R zu benutzen war lehrreich. Wichtig war aber auch zu sehen, dass recht einfache Aufgaben in der Praxis plötzlich ziemlich umständlich sein können. Da muss man sich dann durchbeißen. Abgesehen von meiner inhaltlichen Arbeit bin ich während des Praktikums zu vielen Meetings mitgegangen, zu einem teilprojektübergreifenden Retreat und einem Co-Creation-Workshop. So habe ich auch die anderen Teilprojekte kennengelernt. Auf dem Workshop sollte ich erklären, woran ich gerade arbeite. Für die Informatikerinnen und Informatiker, die am SFB beteiligt sind, auf den Punkt zu bringen, woran ich gerade arbeite, war schwierig, hat aber doch funktioniert. Ich war jedenfalls beeindruckt, was für tolle Grafiken sie daraus gemacht haben.

Würdest du anderen Studierenden empfehlen, beim SFB 1342 ein Praktikum zu machen?

Auf jeden Fall! Es war in meiner Arbeit sehr frei, was ich gut fand. Helen und Fabian wollten, dass ich viele neue und unterschiedliche Sachen mache, um etwas zu lernen. Ich konnte mich bei ihnen jederzeit melden, aber das muss man dann auch machen, wenn man mal nicht weiterkommt. Denn gerade wenn man noch nicht viel mit Datensätzen gearbeitet hat, können die Aufgaben schon eine Herausforderung sein. Ich hatte aber auch nicht das Gefühl, überfordert zu werden. Es war genau richtig.

Wie geht es jetzt für dich weiter?

Ich werde meinen Bachelor-Abschluss im nächsten Semester machen, so dass ich bis März fertig sein werde. Ich werde nach dem Bachelor einen Masterstudiengang belegen. In Utrecht gibt es einen recht interessanten Sozialforschungsmaster, Berlin gibt es auch interessante Programme. Anschließend würde ich gern an der Uni bleiben und etwas Forschungszentriertes machen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für deine Zukunft!