News aus dem Teilprojekt B05

Tao Liu, Tobias ten Brink und Armin Müller stellten ihre Forschungarbeit auf einer internationalen Konferenz des Centre for Chinese Public Administration Research in Guangzhou vor.

Vom 24. bis 25. November 2018 nahmen die Mitglieder des Teilprojekts B05 an der "Poverty, Inequality and Social Policy International Conference 2018" in Guangzhou, China, teil. Das Centre for Chinese Public Administration Research an der Sun Yat-sen University organisierte die Konferenz mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Singapur, Hongkong, Taiwan, dem chinesischen Festland, Korea, Australien, Deutschland und Großbritannien.

Prof. Tao Liu, Prof. Tobias ten Brink und Dr. Armin Müller präsentierten während der Konferenz. Müller bewertete die Wirksamkeit der Krankenversicherung bei der Prävention krankheitsbedingter Armut in China bei älteren Menschen, während Liu digitale Risiken definierte und ihre Auswirkungen auf soziale Sicherungssysteme diskutierte. Prof. ten Brink stellte den Sonderforschungsbereich 1342 vor, seine beiden Projektbereiche A und B und das Projekt B05. In der Einleitung erwähnte er auch, wie das chinesische Dibao (garantiertes Grundeinkommen) unterschiedliche Vorstellungen vom europäischen Wohlfahrts-Universalismus, von der Arbeit der Amerikaner und von der chinesischen Tradition des Pragmatismus und Regionalismus zusammengefasst hat. Das Projektteam B05 hatte auch ein internes Treffen in Guangzhou.


Kontakt:
Prof. Dr. Tao Liu
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Soziologie
Forsthausweg 2
47057 Duisburg
Tel.: +49 203 379-3747
E-Mail: tao.liu@uni-due.de

Dr. Armin Müller
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
28759 Bremen
Tel.: +49 421 200-3473
E-Mail: arm.mueller@jacobs-university.de

Prof. Dr. Tobias ten Brink
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
28759 Bremen
Tel.: +49 421 200-3382
E-Mail: t.tenbrink@jacobs-university.de

Tao Liu
Tao Liu
Der Co-Leiter von Teilprojekt B05 erklärt im Kurzinterview, welche Vorteile die Auszeichnung durch die chinesische Spitzenuniversität für den SFB 1342 hat.

Du bist kürzlich von der Zhejiang University als Distinguished Professor ausgezeichnet worden - herzlichen Glückwunsch! In welcher Abteilung ist die Professur angesiedelt?
In der School of Public Affairs. Die Auszeichnung ist auf drei Jahre begrenzt: von Dezember 2018 bis Dezember 2021.

Welchen Stellenwert hat die Zhejiang University in China und international?
Die Zhejiang University ist eine der Spitzenuniversitäten Chinas. Derzeit rangiert sie auf Platz drei, hinter der Beijing University und der Tsinghua University. Im QS World University Ranking liegt die Zhejiang University momentan auf Platz 68. Zum Vergleich: Die Technische Universität München liegt in diesem Ranking auf Platz 61.

Wirst du jetzt häufiger an der Zhejiang University sein?
Ich werde die Zhejiang University jährlich besuchen und eine Serie von Vorträgen zur Sozialpolitik halten.

Welche praktischen Vorteile hat diese Auszeichnung für dich persönlich als Wissenschaftler und für den SFB?
Ich bin nun formelles Mitglied der Zhejiang University, habe einen Universitätsausweis und kann damit die gesamte Infrastruktur nutzen: von der Mensa bis zur Bibliothek. Ebenso wichtig ist der Kontakt und Zugang zu Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, insbesondere zu bedeutenden Sozialpolitikforscherinnen und -forschern. Langfristig gesehen wird der Status als Distinguished Professor unsere Sozialpolitikforschung in der Yangtse-Delta-Region und unseren Zugang zu regionalen und subnationalen Daten der Sozialpolitik erheblich erleichtern.


Kontakt:
Prof. Dr. Tao Liu
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Soziologie
Forsthausweg 2
47057 Duisburg
Tel.: +49 203 379-3747
E-Mail: tao.liu@uni-due.de

Tao Liu und Tobias ten Brink, die gemeinsam das Teilprojekt B05 leiten, haben eine Sonderausgabe des "Journal of Chinese Governance" herausgegeben. Die sechs Artikel der Ausgabe beleuchten Chinas Sozialpolitik aus international-vergleichender Perspektive.

Liu und ten Brink argumentieren in ihrer Einführung, dass die sozialpolitische Expansion in China in den letzten Jahrzehnten durch Einflüsse auf internationaler und supranationaler Ebene beeinflusst und befördert wurde. Liu führt dies in seinem Beitrag "Epistemological globalization and the shaping of social policy in China" weiter aus. Die Logik der chinesischen Sozialreformen, so Liu und ten Brink, sei nicht zu verstehen, wenn diese externen Faktoren in der Analyse unberücksichtigt blieben. Wie genau der Wissens- und Ideentransfer zwischen Ländern des Globalen Nordens und China abgelaufen ist und wie Konzepte aufgegriffen, übernommen oder abgewandelt wurden, bedürfe weiterer Untersuchungen.

Lius und ten Brinks Einführung ist online als Volltext abrufbar.


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Prof. Dr. Tao Liu
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Institut für Soziologie
Forsthausweg 2
47057 Duisburg
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Prof. Dr. Tobias ten Brink
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28759 Bremen
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Das Team von Teilprojekt B05 in Dalian
Das Team von Teilprojekt B05 in Dalian
Das Team von Teilprojekt B05 war von der Chinese Association of Social Security zum 14. Internationalen Forum für Soziale Sicherheit "Social Security and State Governance" eingeladen worden.

Mitte September war das Team von Teilprojekt B05 von der CAOSS (Chinese Association of Social Security) zum 14. Internationalen Forum für Soziale Sicherheit "Social Security and State Governance" eingeladen, der größten Konferenz in der ostasiatischen Region über soziale Sicherheit und Sozialpolitik. Die Konferenz wurde von der ILO (Internationale Arbeitsorganisation), der FES (Friedrich Ebert Stiftung), dem KASP East Asia Research Committee, der JASP-Abteilung für Japan-Ostasien-Sozialpolitik und dem CAOSS organisiert.

Tobias ten Brink präsentierte die Agenda des CRC-Projekts als einen der Hauptvorträge, der sich mit der Forschung des CRC und dem Interesse des Projekts B05 an China beschäftigte. Das SFB-Projekt stieß sowohl bei chinesischen Wissenschaftlern als auch beim internationalen Publikum auf großes Interesse. Tao Liu vom Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen nahm als einer der Referenten an den Diskussionsrunden zur Zukunft des Sozialschutzes teil. Während der zweitägigen Konferenz traf sich das Teamprojekt B05 mit dem Präsidenten von CAOSS, Prof. Zheng Gongcheng an der Renmin University, über die zukünftige Zusammenarbeit in der Zusammenarbeit und Forschung. Teammitglied Armin Müller, Forschungsmitarbeiter Tong Tian und Yuxin Li von der Universität Duisburg-Essen nahmen ebenfalls teil. Die Konferenz in Dalian hat die Beziehungen von CRC zu Forschern aus der Region Ostasien intensiviert.


Kontakt:
Prof. Dr. Tobias ten Brink
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
28759 Bremen
Tel.: +49 421 200-3382
E-Mail: t.tenbrink@jacobs-university.de

Treffen an der Jacobs University Bremen
Treffen an der Jacobs University Bremen
Vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Centre for International Social Security Studies trafen sich mit Mitgliedern des SFB 1342, um sich über Rentenreformen in China und Deutschland auszutauschen.

Anfang Juli besuchte eine Delegation des Centre for International Social Security Studies (CISS) an der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) das China Global Center an der Jacobs University Bremen und wurde vom Dekan der Jacobs University, Prof. Arvid Kappas, herzlich begrüßt. Es war das erste Mal, dass Direktor Prof. Bingwen Zheng, Generalsekretär Prof. Lianquan Fang, Professor Chuanjun Qi und Professor Peng Guo Bremen besuchten.

Während des Treffens hielt Professor Tobias ten Brink einen Vortrag über das SFB-Projekt B05 "Dynamics of Chinese social policy. Interplay of national and international influences", das er gemeinsam mit Professor Tao Liu von der Universität Duisburg-Essen leitet. Tao Liu erläuterte den Gästen anschließend ausführlich die Riester-Rentenreform in Deutschland. Peng Guo präsentierte ein Update über die Dynamik und Reformen der chinesischen Altersvorsorge. An der Sitzung nahmen auch Dr. Armin Müller, Dr. Fei Wang, Research Fellow Tong Tian und Yuxin Li von der Universität Duisburg-Essen teil.


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Prof. Dr. Tobias ten Brink
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
Campus Ring 1
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E-Mail: t.tenbrink@jacobs-university.de

Dr. Armin Müller
Dr. Armin Müller
Als Schüler wusste Armin Müller nichts über China, heute spricht er Mandarin und ist Experte für das chinesische Sozialsystem. Im Interview erzählt er, wie sich Staatszensur auf seine Arbeit auswirkt und was es mit Geldrecyclingmaschinen auf sich hat.

Was wärst du geworden, wenn du nicht Wissenschaftler geworden wärest?

Früher wollte ich mal Musiker werden. Ich hatte in der Schule schon Musik-Leistungskurs und habe klassische und elektrische Gitarre gespielt. Das hat mir Spaß gemacht, aber Wunsch und Realität passen nicht immer zusammen.

Das hast du ja offenbar rechtzeitig gemerkt und bist in die Wissenschaft gegangen. Wie kam es dazu?

Schon als Teenager habe ich mich sehr für Politik, Wirtschaft und die Zusammenhänge zwischen beiden interessiert, gerade auch was die Entwicklung außereuropäischer Gesellschaften angeht. Nach der Schule habe ich mich nach etwas umgesehen, das sowohl praxisorientiert ist als auch für mich persönlich spannend. Da hat sich Politikwissenschaft angeboten.

Du interessierst dich sehr für China. Wie kam es dazu?

Als ich 16 oder 17 war, habe ich angefangen, orientalische Philosophie zu lesen, wobei ich insbesondere Taoismus ziemlich spannend fand. Außerdem habe ich relativ früh mitbekommen, dass China bis 2020 eine starke politische und wirtschaftliche Stellung in der Welt haben wird. Ich musste aber feststellen, dass ich eigentlich gar nichts über das Land weiß abgesehen davon, dass dort eine kommunistische Partei regiert. Also dachte ich mir: Es wäre doch eine interessante Sache, sich das genauer anzuschauen.

China ist für die meisten Leute ein eher unzugänglicher Raum. Außerhalb der Hauptstädte spricht kaum jemand Englisch, auf den Straßenschildern stehen nur chinesische Schriftzeichen ... Wann bist du zum ersten Mal nach China gereist und wie war das?

Ich war 2003 zum ersten Mal in China. Da hatte ich allerdings bereits seit eineinhalb Jahren Chinesisch gelernt und konnte mich verständigen. Das machte das Land für mich wesentlich zugänglicher. Ich habe keine Vorstellung davon, wie es ist, ohne Chinesischkenntnisse in China herumzureisen. Insgesamt stelle ich es mir ziemlich schwierig vor, wobei die wichtigsten Schilder usw. mittlerweile auch ins Englische übersetzt werden. Manchmal schleichen sich allerdings Übersetzungsfehler ein, das kann ziemlich lustig sein, wenn ein Geldautomat z.B. die Aufschrift „Money Recycling Machine“ trägt.

Du sprichst mittlerweile fließend Chinesisch.

Ja. Wobei ich die Sprache ständig auffrischen muss. Ich lese zwar täglich chinesische Texte, vor allem wissenschaftliche. Aber das ist schon ein recht spezielles Vokabular. Daher nutze ich die Zeit, in der ich morgens auf dem Weg zur Jacobs University in der Bahn sitze, zum Vokabeln lernen.

China hat sich seit der Jahrtausendwende stark verändert, die staatliche Kontrolle und Zensur wächst. Wie wirkt sich das auf deine Arbeit als Wissenschaftler aus?

Zu Beginn des Jahrhunderts gab es eine Phase der Öffnung: Für einige Jahre war es vergleichsweise einfach, Forschung und Recherchen vor Ort durchzuführen. In den letzten Jahren ist es tendenziell wieder schwieriger geworden. Das gesellschaftliche Klima hat sich geändert, und viele Menschen sind heute vorsichtiger als vor zehn Jahren. Es kommt allerdings auch sehr darauf an, womit man sich beschäftigt. Sozialpolitik ist im Allgemeinen kein besonders heikles Thema.

Warum hast du dich auf Sozialpolitik spezialisiert?

Als es auf meine Magisterarbeit zuging, sind die neuen sozialpolitischen Initiativen Chinas, die wir in unserem Teilprojekt teilweise untersuchen, gerade angelaufen. Meinen Professor hat das auch interessiert und so habe ich angefangen, mich mit dem ländlichen Gesundheitssystem und der Krankenversorgung zu beschäftigen. Die sozialen Sicherungssysteme und die politischen und administrativen Prozesse in China sind ziemlich komplex, in diesem Bereich gibt es sehr viel zu tun.

Kannst du deine Rolle im Teilprojekt kurz umreißen?

Derzeit bin ich damit beschäftigt, eine interne Datenbank aufzusetzen um zu analysieren, wie sich die verschiedenen sozialen Sicherungsformen in den letzten Jahren ausgebreitet haben – insbesondere seit 2000, aber auch davor. Die Koordination unter den verschiedenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist auch eine wichtige Aufgabe, weil wir über zwei Universitäten verteilt sind. Es kommen auch noch zwei Doktorandinnen dazu.

Lieber Armin, vielen Dank für das Gespräch - wir wünschen dir und eurem gesamten Team viel Erfolg für eurer Projekt!


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Dr. Armin Müller
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Prof. Dr. Tobias ten Brink
Prof. Dr. Tobias ten Brink
Auf einer Konferenz an der Columbia University hat Tobias ten Brink die Pläne des SFB-Projekts zu Chinas Sozialpolitik vorgestellt und mit international führenden Experten diskutiert.

Am China Center for Social Policy der Columbia University hat Tobias ten Brink an der Konferenz „Expanding Social Policy in China“ teilgenommen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion hat ten Brink dabei das SFB-Teilprojekt „Entwicklungsdynamiken chinesischer Sozialpolitik: Das Zusammenspiel nationaler und internationaler Einflüsse“ vorgestellt.

„In den vergangenen fünfzehn Jahren hat die chinesische Regierung massiv in den Ausbau des Sozialsystems investiert, viele Bürger haben erstmals Zugang zu Sozialleistungen erhalten“, sagt Tobias ten Brink, der an der Jacobs University Bremen stellvertretend das Center for the Study of China & Globalization leitet. Zwar sei das Niveau der chinesischen Sozialleistungen gering im Vergleich zum Westen, aber doch höher als in anderen Schwellenländern wie etwa Indien.

Das Teilprojekt B05 leitet ten Brink gemeinsam mit Tao Liu vom Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Neben nationalen Faktoren wie Wirtschaftswachstum, Demographie oder Binnenmigration wollen die Wissenschaftler untersuchen, wie sich internationale Einflüsse auf die Gestaltung nationaler Politik auswirken. „Die chinesische Regierung und Fachleute beobachten seit Jahrzehnten genau, was in anderen Ländern passiert, auch in Europa, und sie verbinden seitdem internationale Vorbilder mit eigenen sozialpolitischen Traditionen zu einem eigentümlichen System sozialer Sicherung“, sagt ten Brink.

"Mit der Präsentation in New York konnten wir Teile der US-amerikanischen Social Policy Community, hier insbesondere China/Ostasien-Interessierte, für unser Chinateilprojekt und den SFB insgesamt interessieren", sagt ten Brink. "Der SFB wurde mit großem Interesse aufgenommen, zumal in den USA zurzeit eine derart umfangreiche Förderung für die Untersuchung von Sozialpolitik laut den Teilnehmern kaum vorstellbar sei." Die Konferenz diente zudem dazu, Kooperationsbeziehungen mit Forscherinnen und Forschern aus dem angelsächsischen Raum zu vertiefen.


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SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik, Research IV und China Global Center
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