Prof. Armando Barrientos während seines Eröffnungsvortrags.
Prof. Armando Barrientos während seines Eröffnungsvortrags.
170 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 35 Nationen trafen sich zur ersten Konferenz des Sonderforschungsbereichs 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" an der Universität Bremen.

Weltweit gibt es eine unvorstellbar große Vielfalt sozialpolitischer Programme mit unterschiedlichsten Reichweiten und Finanzierungsquellen. Und dieser sozialpolitische Kosmos ist ständig in Bewegung. Auf der Konferenz des SFB 1342 gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihren 85 Präsentationen und drei Keynotes der Frage nach, wie das Zusammenspiel von innenpolitischen und internationalen Einflüssen die Sozialpolitik weltweit bestimmt. International führende Forscherinnen und Forscher präsentierten ihre Thesen und Erkenntnisse: u. a. Prof. Armando Barrientos von der University of Manchester, Prof. Nicola Yeates von der Open University und Prof. Mitchell Orenstein von der University of Pennsylvania.

Barrientos zeigte in seiner Rede, dass sich in Ländern mit geringem bis mittlerem Einkommen (low and middle income countries) seit einiger Zeit die Ausgaben für Sozialhilfe deutlich erhöht haben. Klassische Theorien des Wohlfahrtstaats liefern laut Barrientos keine schlüssige Erklärung dieser Entwicklung.

Yeates legt in ihrer Keynote großen Wert darauf, dass die wissenschaftliche Analyse von Sozialpolitik deren Geschichte genau im Auge behalten sollte, während Orenstein sein Vorhaben skizzierte, einen Social Impact of Transition Index zu entwickeln, mit dem die sozialen Folgen des Übergangs von der Plan- zur Marktwirtschaft in der postsowjetischen Region mess- und vergleichbar gemacht werden sollen.

Die Konferenz war geprägt von einer äußerst kollegialen Arbeitsatmosphäre, in der der Referenten konstruktives Feedback zu ihren Papern und Präsentationen erhielten. Am Abend des ersten Konferenztages wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zudem in der Bremischen Bürgerschaft von der Wissenschaftssenatorin der Freien Hansestadt Bremen Prof. Dr. Eva Quante-Brandt empfangen.

Diese Konferenz war ein erster Meilenstein für den Sonderforschungsbereich "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik", dessen zentrales Anliegen ist, das Global Welfare State Information System (WeSIS) zu entwickeln: einen interaktiven Welt-Sozialpolitik-Atlas, mit dem sich die Entwicklung von Sozialpolitik analysieren und visualisieren lässt - von 1880 bis zu Gegenwart und auf beliebigen Maßstabsebenen. Der Welt-Sozialpolitik-Atlas WeSIS soll in einigen Jahren nicht nur der Wissenschaft, sondern auch der breiten Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Informationen
Das detaillierte Konferenzprogramm zum Download.


Kontakt:
Philipp Jarke
SFB 1342: Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik
Mary-Somerville-Straße 7
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-58573
E-Mail: pjarke@uni-bremen.de