Clara Fontdevila
Clara Fontdevila
Clara Fontdevila von der Autonomen Universität Barcelona ist derzeit als Gastforscherin am SFB 1342. In ihrer Dissertation untersucht sie, wie die globale Bildungsagenda der Vereinten Nationen gestaltet wurde.

Clara, du bist Soziologin und arbeitest derzeit an deiner Doktorarbeit. Worum geht es dabei genau?

Meine Arbeit beschäftigt sich mit der globalen Bildungsagenda nach 2015, die in die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung integriert ist. Diese Agenda wird auch als Education 2030 bezeichnet und gilt als Meilenstein in der Geschichte globaler Bildungsziele. Ich versuche, die Community of Practice zu verstehen, die mit der Entwicklung der Ziele und Indikatoren verbunden ist. Ich betrachte dies aus politisch-soziologischer Sicht. Ich schaue mir an, wer an dem Prozess beteiligt war und ist. Welchen unterschiedlichen Einfluss hatten diese kollektiven und individuellen Akteure? Welche Netzwerke sind entstanden? Und welche sind die Schlüsselmechanismen der Konsensbildung, oder inwieweit gibt es einen Interessenkonflikt?

Welche Akteure siehst du besonders an?

Ich betrachte kollektive Akteure wie internationale Organisationen, NGOs und nationale Bürokratien. Aber ich interessiere mich auch für die Rolle der einzelnen Akteure innerhalb dieser kollektiven Akteure. Um mögliche Makler oder Politikentrepreneure zu verstehen und wo sie sich in diesen Netzwerken befinden.

In welchem Stadium deiner Promotion befindest du dich?

Ich bin jetzt im dritten Jahr.

Hast du die meisten deiner Daten inzwischen gesammelt?

Noch nicht. Die Datenerhebung hat sich als der schwierigste Aspekt erwiesen. Ich führe halbstrukturierte Interviews, und die Terminvereinbarung mit den Akteuren ist sehr zeitaufwendig. Und ich habe auch versucht, ethnographische Beobachtungen von wichtigen Treffen durchzuführen, um zu verstehen, was vor sich geht, was die Konventionen und Kommunikationsmuster sind und welche Auswirkungen sie auf die Machtverteilung haben. 

Und wann willst du fertig werden?

Ich möchte meine Arbeit bis Ende nächsten Jahres abschließen. Der ganze Prozess hat länger gedauert, als ich erwartet hatte. Und ich arbeite nicht in Vollzeit an meiner Doktorarbeit, ich bin auch an anderen Forschungsprojekten beteiligt und lehre auch.

Was hat dich nach Bremen gebracht?

Ich habe viel von Kerstin Martens' Arbeiten und von Dennis Niemann gelesen. Ich verfolge ihre Arbeit schon seit langem. Auch durch den kürzlich genehmigten Sonderforschungsbereich schien Bremen ein wirklich interessanter Ort zu sein.

Bist du an Kerstins SFB-Projekt beteiligt?

Nein, ich genieße den Austausch mit Kerstin und ihren Kollegen, aber ich bin an keiner ihrer Arbeiten beteiligt. Ich bin hier nur Gastforscherin und versuche, die Chance zu nutzen, mich ganz auf meine Arbeit zu konzentrieren.

 

Clara Fontdevilas Profil auf academia.edu.